Von: ka
Bozen – Die Ewige Stadt liegt Jannik Sinner zu Füßen. Dies liegt nicht „nur” an seiner aktuellen Position als Nummer 1 der Welt und als leuchtender Star des internationalen Tenniszirkus, sondern auch daran, dass man sich in Rom von ihm erhofft, dass er Italien endlich erlöst – 50 Jahre nach dem letzten italienischen Sieg bei den Internazionali BNL d’Italia.
Zudem ist der Titel von Rom der einzige Masters 1000, der in seiner Sammlung fehlt, um die „Career Golden Masters” zu vervollständigen. Insbesondere dürfte es ihm am Herzen liegen, seine historische Siegesserie beim Roland Garros in Paris mit dem „Career Grand Slam” zu krönen.

Während Jannik im Foro Italico als König von Rom gefeiert wird, herrscht in Bozen großes Zittern. Der FC Südtirol, der seit der Saison 2022/23 in der zweithöchsten italienischen Fußballliga spielt, steht nach dem mageren 1:1 am letzten Spieltag mit dem Rücken zur Wand. Noch vor zwei Monaten standen die Weiß-Roten im Tabellenmittelfeld, doch nach zehn aufeinanderfolgenden Spielen ohne Sieg geht es nun gegen den früheren Serie-A-Verein Bari um alles oder nichts.

Unter den heimischen Tifosi wird heftig über Fehler des Vorstands und des Trainers sowie schwächelnde Spieler diskutiert, manchmal sogar über Schiedsrichterfehlleistungen. Da mag etwas dran sein, aber Fakt bleibt, dass es dem FCS gelungen ist, mit einem der kleinsten Budgets der Serie B drei Saisons lang im Wettbewerb mit starken Mannschaften zu überleben. Sollten die Weißroten im doppelten Duell mit den Apuliern den Verbleib in der zweithöchsten Liga auch erkämpfen, werden die Vereinsgranden kaum umhinkommen, nach neuen Sponsoren Ausschau zu halten. Ein Teil des Kaders ist nämlich schlicht nicht Serie-B-tauglich.

Ein Abstieg wäre sehr schade, denn der Erfolg des FCS – gleich wie Jannik Sinner im Tennis – hat bei den Kindern und Jugendlichen eine Lust auf Fußball ausgelöst, die es so vor der Schaffung des einzigen Südtiroler Profivereins nicht gab, denn junge heimische Spieler können nun davon träumen, in die Fußballprofiwelt einzusteigen.

Während Jannik von den beiden letzten Titeln träumt, die ihm noch fehlen, zittern die Weißroten um den Klassenerhalt – hoffentlich zerplatzt der Serie-B-Traum nicht.




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