Die Dichterin, Essayistin und Übersetzerin ist gestern im Alter von 101 Jahren verstorben

Trauer um Mary de Rachewiltz

Samstag, 25. Juli 2026 | 09:37 Uhr

Von: luk

Meran – Die Stadt Meran trauert um Mary de Rachewiltz: Die Dichterin, Essayistin und Übersetzerin ist gestern im Alter von 101 Jahren verstorben.

Erst am 20. November hatte die Stadt Meran ihr die Ehrenbürgerschaft verliehen und damit ihre außergewöhnlichen kulturellen und literarischen Verdienste gewürdigt. Mit ihrem Werk und ihrem Engagement trug sie dazu bei, einen dauerhaften Dialog zwischen Sprachen, Kulturen und Generationen aufzubauen, und hinterließ tiefe Spuren im kulturellen Leben der Stadt und ganz Südtirols.

gmme – Bürgermeisterin Katharina Zeller und Mary de Rachewiltz bei der Verleihung der Ehrenbürgerschaft am 20. November 2025 im Pavillon des Fleurs.

Die Stadtverwaltung von Meran drückt ihr tiefes Beileid zum Tod von Mary de Rachewiltz aus, einer Dichterin, Essayistin, Übersetzerin und Leitfigur der internationalen Kultur, die gestern im Alter von 101 Jahren verstorben ist. Mary de Rachewiltz wurde 1925 geboren und wuchs in Gais im Pustertal auf. Sie widmete ihr Leben der Literatur, der Übersetzung und der Förderung des interkulturellen Dialogs und wurde zu einer der maßgeblichen Forscherinnen zum Werk ihres Vaters, Ezra Pound, sowie gleichzeitig zu einer Autorin von anerkannt eigenständigem Wert.

Am 20. November 2025 hatte die Stadt Meran ihr im Rahmen einer offiziellen Zeremonie im Pavillon des Fleurs die Ehrenbürgerschaft verliehen – die höchste bürgerliche Auszeichnung –, um ein Leben zu würdigen, das ganz der Kultur und dem Brückenbau zwischen Menschen, Sprachen und Traditionen gewidmet war. Bei dieser Gelegenheit war Mary de Rachewiltz die erste Frau, die die Ehrenbürgerschaft der Stadt Meran erhielt.

„Mit dem Tod von Mary de Rachewiltz verlieren wir eine der maßgeblichen und leuchtendsten Stimmen der europäischen Kultur unserer Zeit. Ihr Leben war ein außergewöhnliches Beispiel für Offenheit, intellektuelle Neugier und den Dialog zwischen verschiedenen Kulturen. Durch ihre Lyrik, ihre Arbeit als Übersetzerin und ihr unermüdliches Engagement in der Brunnenburg hat sie Generationen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Künstlerinnen und Künstlern aus aller Welt einen Ort der Begegnung und der Entfaltung geboten. Meran wird ihr stets dankbar sein für den Beitrag, den Mary de Rachewiltz zu unserer Gemeinschaft und unserer kulturellen Identität geleistet hat. Im Namen der Stadtverwaltung und der gesamten Stadt spreche ich ihren Angehörigen mein aufrichtiges Beileid aus“, erklärt Bürgermeisterin Katharina Zeller.

„Als wir ihr im vergangenen November die Ehrenbürgerschaft verliehen haben, wollten wir nicht nur den Wert ihres literarischen Schaffens würdigen, sondern auch ihre Fähigkeit, die Werte des Dialogs, des Wissens und des gegenseitigen Verständnisses zu verkörpern und weiterzugeben. Heute nehmen wir Abschied von einer Frau, die es verstanden hat, verschiedene Welten miteinander zu verbinden, und die ein kulturelles Erbe von außerordentlicher Bedeutung hinterlässt, das auch in Zukunft fortbestehen wird“, fügt die Bürgermeisterin hinzu.

Als Tochter von Ezra Pound und Olga Rudge war Mary de Rachewiltz Übersetzerin der wichtigsten Werke ihres Vaters, was in der vollständigen Übersetzung der Cantos ins Italienische gipfelte; zudem war sie Autorin von Gedichtbänden und der Autobiografie Discrezioni. Storia di un’educazione. Tief verbunden mit Südtirol und der Stadt Meran förderte sie jahrzehntelang Begegnungen, kulturellen Austausch und Initiativen, die Studentinnen, Studenten, Schriftstellerinnen, Schriftsteller sowie Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt in die Region brachten.

Die Stadt Meran schließt sich der Trauer der Familie und aller Menschen an, die das Privileg hatten, sie kennenzulernen und mit ihr zusammenzuarbeiten, und würdigt eine Persönlichkeit, die in der Kulturgeschichte der Region und weit über deren Grenzen hinaus unauslöschliche Spuren hinterlassen hat.

Bezirk: Burggrafenamt

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