Handlungsaufruf an die Wiener Stadtregierung

Trockenheit bedroht Untere Lobau im Nationalpark Donau-Auen

Freitag, 08. Mai 2026 | 09:35 Uhr

Von: apa

Die anhaltende Trockenheit in Österreich setzt auch der Unteren Lobau im Nationalpark Donau-Auen zu. Davor warnte die Naturschutzorganisation WWF am Freitag und rief dabei die Stadt Wien dazu auf, Gegenmaßnahmen zu setzen. Es brauche ein “Maßnahmenpaket zur Rettung des sensiblen Ökosystems, darunter vor allem eine Dotierung mit frischem Wasser”, denn die aktuelle Dürre verschärfe eine ohnehin kritische Entwicklung dramatisch, warnte der WWF-Experte Michael Stelzhammer.

“Seitenarme, die um diese Jahreszeit Wasser führen sollten, sind ausgetrocknet, Kleingewässer verschwunden und die natürliche Verbindung zur Donau sowie zum Grundwasser wird immer schwächer”, berichtete Stelzhammer. Infolge herrsche eine ernsthafte Gefahr für die Biodiversität und die ökologische Funktion der Au. Ohne kontinuierlichen Nachschub an sauerstoffreichem Wasser würden die Lebensräume zahlreicher Tier- und Pflanzenarten unter Druck geraten.

Der WWF kritisierte, dass für die Bewässerung von Ackerflächen innerhalb der Lobau weiterhin Grundwasser entnommen wird, während den Au-Gewässern das Wasser fehlt. “Die ackerbauliche Nutzung von Flächen im Nationalpark ist noch bis Ende 2027 gestattet. Danach müssen sie in Naturflächen umgewandelt werden. Gerade angesichts der Dürrefolgen und des Artensterbens ist das wichtiger denn je”, wurde Stelzhammer zitiert.

Maßnahmen der Stadtregierung gefordert

Der WWF forderte eine rasche und gezielte Zufuhr von Wasser aus der Oberen Lobau, um besonders betroffene Bereiche rasch mit Wasser zu versorgen und so kurzfristig stabilisieren zu können. Zugleich brauche es strukturelle Verbesserungen: eine starke Anbindung an die Donau im oberen Bereich, die Wiederherstellung naturnaher Fließdynamiken sowie Maßnahmen zur Anhebung des Wasserspiegels, etwa durch die gezielte Zugabe von Schotter ins Donaubett.

Zusätzlich würde der Bau einer Wasseraufbereitungsanlage für die Trinkwasserbrunnen in der Lobau bzw. der Anschluss an das Wasserwerk auf der Donauinsel, das nun errichtet wird, die Sicherheit für die Wiener Trinkwasserversorgung erhöhen. “Damit wäre auch der Weg frei für eine naturnähere und typische Auenlandschaft”, schrieb der WWF. Viele der angesprochenen Lösungen seien seit Jahren bekannt, doch die Umsetzung komme nicht voran, kritisierte WWF-Experte Stelzhammer.

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