Von: importer
Am 17. Jänner 2026 sind bei einem Lawinenunfall im Großarltal (Pongau) vier Teilnehmer einer Alpenvereinstour ums Leben gekommen. Nun hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen die Bergführerin, die die Gruppe damals leitete, eingestellt. Wie Ricarda Eder, die Sprecherin der Salzburger Staatsanwaltschaft, am Donnerstag der APA mitteilte, “waren sowohl ein Sorgfaltsverstoß als auch eine Vorhersehbarkeit des Lawinenabgangs durch die Tourenführerin zu verneinen”.
Gegen die damals 41-jährige Frau – eine staatlich geprüfte Berg- und Skiführerin – lief ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Die Lawine war an jenem Samstagnachmittag unterhalb des Thronecks auf einer Seehöhe von etwa 2.000 Metern abgegangen. Die Schneemassen erfassten die Richtung Finsterkopf aufsteigende siebenköpfige Skitourengruppe, rissen sie mit und verschütteten alle völlig. Für zwei Männer aus Tirol im Alter von 65 und 63 Jahren, eine 60-Jährige aus der Steiermark sowie einen 53-Jährigen aus Oberösterreich kam jede Hilfe zu spät. Sie konnten nur mehr tot ausgegraben werden.
Ein Kursteilnehmer konnte sich selbst aus der Lawine befreien
Ein 58-jähriger Salzburger konnte sich selbst aus den Schneemassen befreien. Er blieb unverletzt, setzte die Rettungskette in Gang und begann sofort, seine Kameraden zu suchen und auszugraben. Ein Mann und die Bergführerin konnten noch lebend aus der Lawine befreit werden. Bei der Gruppe handelte es sich um einen Kurs im Rahmen des regulären Winterausbildungsprogramms des Alpenvereins. Die Teilnehmer waren durchwegs erfahrene Tourengeher, die alle Lawinenverschütteten-Suchgeräte (LVS) bei sich hatten.
Zum Zeitpunkt des Unglücks herrschte im Bereich der Unfallstelle Lawinenwarnstufe 2, also mäßige Lawinengefahr. Der vergangene Winter war allerdings von einem sogenannten Altschneeproblem geprägt. Der schneearme Winterbeginn hatte im gesamten Ostalpenraum für einen äußerst schlechten Schneedeckenaufbau gesorgt. Wenig Schnee und wochenlanges, niederschlagsfreies Strahlungswetter mit klaren Nächten, wenig Wind und starkem Frost begünstigten die Bildung einer gefährlichen Gleitschicht unter der Schneeoberfläche. In Österreich kamen im vergangenen Winter laut Alpenverein 33 Menschen bei Lawinenunfällen ums Leben – deutlich mehr als im langjährigen Mittel von etwa 16 Lawinentoten pro Winter.




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