Von: luk
Bozen – In Südtirol häufen sich derzeit Fälle von infektiöser Magen-Darm-Grippe. Nach Angaben des Instituts für Allgemeinmedizin und Public Health in Bozen sind die Ordinationen der Hausärzte derzeit stark ausgelastet. Auslöser sind meist Noro- oder Rotaviren, deutlich seltener Bakterien oder Parasiten.
Typische Symptome sind Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfe, Fieber und starke Erschöpfung. Die Erreger werden vor allem über verunreinigte Hände oder kontaminierte Oberflächen übertragen. In den meisten Fällen klingt die Erkrankung innerhalb von zwei bis sieben Tagen von selbst wieder ab.
Der wissenschaftliche Leiter des Instituts, Giuliano Piccoliori, rät vor allem dazu, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, um einer Austrocknung vorzubeugen. Wasser, Tee oder Brühe seien besonders geeignet, bei starkem Durchfall könnten Elektrolytlösungen helfen. Antibiotika seien hingegen in den meisten Fällen wirkungslos, da die Erkrankung meist viral bedingt sei. Sie sollten nur nach ärztlicher Anordnung bei nachgewiesenen bakteriellen Infektionen eingenommen werden.
Besondere Vorsicht gilt für Kleinkinder, ältere Menschen und chronisch Kranke. Treten Anzeichen einer Austrocknung wie starker Durst, wenig Urin, Schwindel oder anhaltendes Erbrechen auf oder verschlechtert sich der Zustand, sollte rasch ein Arzt aufgesucht werden.
Um Ansteckungen zu vermeiden, empfehlen Mediziner gründliches Händewaschen, das Desinfizieren verschmutzter Oberflächen sowie den Verzicht auf den Kontakt mit anderen Menschen bis mindestens 48 Stunden nach dem Abklingen von Durchfall und Erbrechen.
Antibiotika? Einnahme in den meisten Fällen nicht erforderlich
“Da die meisten Magen-Darm-Infektionen durch Viren verursacht werden, sind Antibiotika fast nie sinnvoll. Sie sollten nur in sehr ausgewählten Fällen und ausschließlich auf ausdrückliche ärztliche Anweisung eingenommen werden, nämlich dann, wenn eine bakterielle Infektion nachgewiesen wurde und die Beschwerden sehr ausgeprägt sind”, sagt Dr. Piccoliori.




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