Zweites mutmaßlich manipuliertes Glas wird noch immer gesucht

Warten auf Gutachten zur Toxizität von Gift in Hipp-Glas

Mittwoch, 06. Mai 2026 | 13:47 Uhr

Von: apa

Im Burgenland laufen die Ermittlungen zu den mit Rattengift versetzten Hipp-Gläsern nach der Festnahme eines 39-Jährigen weiter auf Hochtouren. Offen ist unter anderem, welche Auswirkungen ein Verzehr des in Schützen am Gebirge (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) sichergestellten Glases mit 15 Mikrogramm Rattengift gehabt hätte. Ein entsprechendes Gutachten war am Mittwoch laut Staatsanwaltschaft Eisenstadt weiter ausständig.

Das Ergebnis dürfte ausschlaggebend dafür sein, was dem Verdächtigen letztlich vorgeworfen wird. Derzeit ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen vorsätzlicher Gemeingefährdung und versuchter absichtlich schwerer Körperverletzung. Sollte sich jedoch herausstellen, dass die Dosis für Kleinkinder potenziell tödlich war, käme auch versuchter Mord in Betracht. Seit Dienstag sitzt der 39-Jährige in Untersuchungshaft.

Bromadiolon und Bitterstoff in sichergestelltem Glas gefunden

Um welche Art von Rattengift es sich handelt, wurde bisher aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekanntgegeben. Laut “Kronen Zeitung”, die auf Ermittlungsakten verwies, dürfte die Babynahrung jedoch mit dem blutgerinnungshemmenden Wirkstoff Bromadiolon versetzt worden sein. Außerdem wurde in dem sichergestellten Glas laut “profil” ein Bitterstoff gefunden, der möglicherweise dafür sorgen sollte, dass Babys den Brei wieder ausspucken.

Der Verdächtige war am vergangenen Samstag in Salzburg festgenommen worden. Bei den ersten Befragungen bestritt er die Vorwürfe, und sein Anwalt Manfred Arbacher-Stöger hielt fest, dass sein Mandant mit der Sache “nichts zu tun” habe. Der 39-Jährige ist ein ehemaliger Mitarbeiter von Hipp, dessen Dienstverhältnis einvernehmlich aufgelöst worden sein soll. Zuvor soll das Unternehmen ihm aber Verfehlungen vorgeworfen haben.

Spar räumt Hipp-Produkte wieder in die Regale

Das zweite Glas, das in derselben Spar-Filiale in Eisenstadt verkauft worden sein soll wie das sichergestellte, wird unterdessen weiter gesucht. Die deutschen Behörden ermitteln in dem Fall wegen des Verdachts der versuchten Erpressung des Babykostherstellers. In Österreich, Tschechien und der Slowakei wurden bisher fünf manipulierte Babynahrungsgläser vor dem Verzehr sichergestellt. Der Rückruf der Hipp-Produkte bei Spar war in der Nacht auf 18. April öffentlich geworden. Hinweise hatte es konkret zum Artikel Hipp “Gemüsegläschen Karotte mit Kartoffel” 190 Gramm gegeben.

Gut zweieinhalb Wochen nach dem Rückruf wurden die Hipp-Produkte am Mittwoch in den meisten Spar-Filialen wieder in die Regale geräumt. Dabei werde jedes Gläschen kontrolliert, ob es ordentlich geschlossen sei, sagte Unternehmenssprecherin Nicole Berkmann im Ö1-Mittagsjournal. Nicht dabei waren die “Gemüsegläschen Karotte mit Kartoffel”, die komplett neu bestellt wurden. Im Großraum Eisenstadt, in dem das manipulierte Glas sichergestellt wurde, wird das gesamte Hipp-Babynahrungssortiment ausgetauscht.

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