Spendensammlung organisiert

Zum Sterben in die Kältenotunterkunft in Bozen Süd

Freitag, 17. Februar 2017 | 12:00 Uhr
Update

Bozen – Es ist eine traurige Geschichte: Ein Afghane (38), der als Flüchtling in Südtirol gestrandet ist, hat eine unheilbare Krebserkrankung. Die Ärzte geben dem Mann noch maximal vier Monate.

Gestern wurde der Afghane laut dem Tagblatt Dolomiten aus dem Krankenhaus entlassen. Zum Sterben schickt man ihn in die Kältenotunterkunft ins Ex-Alimarket.

Schon vor vier Jahren hat der Afghane seiner Heimat den Rücken gekehrt. Seine Flucht vor der Situation in seinem Land führte ihn nach Italien. Er beantragte Asyl, und vor drei Jahren wurde ihm sogenannter Subsidiärschutz zugesprochen. Für drei Jahre, womit die Aufenthaltsgenehmigung nun verfallen ist und innerhalb von zwei Monaten der Antrag auf Erneuerung zu stellen ist.

Der Afghane versuchte sich, in Italien ein Leben aufzubauen. Erst war er als Antragssteller in Süditalien. Dann versuchte er sein Glück in Rom, und als er auch dort keine Arbeit fand, zog er nach Südtirol.

Freiwillige sammelten ihn und andere Flüchtlinge auf. Ohne sie wäre er wohl ohne Schlafmöglichkeit und auch ohne ärztliche Behandlung geblieben.

Doch den Freiwilligen fiel gleich auf, wie schlecht der Mann beieinander war. Es gehe ihm nicht gut, gab er zu, er habe Schmerzen. Die Freiwilligen ahnten nichts Gutes – und behielten recht. Magenkrebs und schon jede Menge Metastasen. Den Ärzten im Operationssaal blieb nichts übrig, als unverrichteter Dinge wieder zuzunähen. Eine Behandlung erscheint sinnlos, die Entlassung aus dem Krankenhaus erfolgte gestern, so die  „Dolomiten“.

Jetzt ergibt sich aber das Problem, wo der sterbende Mann seine letzten Wochen verbringen soll. Ein Flüchtlingsheim ist nicht zuständig. Die Sozialämter fühlen sich auch nicht in der Pflicht, denn der Mann hat ja nicht einmal eine Aufenthaltsgenehmigung. Zudem muss man mindestens ein Jahr in Südtirol nachgewiesen gelebt haben, bevor man Anspruch auf Leistungen hat.
Als Lösung wurde in der Not die Kältenotschlafstelle im Alimarket auserkoren. Dort müssen die Obdachlosen jeden Morgen um 8.00 Uhr die Struktur verlassen und dürfen erst zwölf Stunden später wieder hinein. Optimal sei das nicht, meinen die freiwilligen Helfer.

Noch am Donnerstag haben sie daher eine Spendensammlung organisiert, um für den Afghanen ein Zimmer im Haus Freinademetz bezahlen zu können.
Viel wird das nicht kosten, denn Sterben will Hamed nicht in der Fremde. Er will zurück in seine Heimat, noch einmal seine Familie sehen.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

29 Kommentare auf "Zum Sterben in die Kältenotunterkunft in Bozen Süd"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Alpenrepuplik
Superredner
1 Monat 5 Tage

Das mag ein trauriges Schicksal sein, aber haben wir nicht genug Einheimische die ein ähnliches Schicksal erleiden müssen???? Denen niemand hilft??? Ich bin in Bayern geboren, dort aufgewachsen, aber habe Verwandte in Südtirol die ich so oft wie möglich besuche, denen ich helfe…als meine Mutter ein Pflegefall wurde, aufgrund von mehreren Schlaganfällen, mußte ich Elternalimente zahlen…mein Lohn wurde gepfändet, ich mußte mein Auto verkaufen um zu überleben…das machte ich gerne..es war meine Mama…aber für Fremde bin ich nicht bereit…,

maria zwei
Superredner
1 Monat 5 Tage

gauni2002 und Alpenrepublik….so traurig das auch ist, ihr habt beide recht.

Ninni
Superredner
1 Monat 5 Tage

@ Alpenrepublick

👍bist nicht alleine die so handeln mussten…gut so

leben in einer dummen Zeit, sehr traurig viele Tatsachen…

kann und mag auch nicht ..sorry aber ….

oli.
Universalgelehrter
1 Monat 5 Tage

Respekt , Deine Mama könnte stolz auf Dich sein.
Noch habe ich auch das Glück das meine Frau viel für mich macht , Geld ist zum Glück kein Thema bei uns , aber viele Paare trennen sich , weil Sie es nicht können oder das leben geniessen wollen .

denkbar
Superredner
1 Monat 4 Tage
@ Alpenrepublik Was sie erlebt haben ist sehr traurig und da ist Ihnen und Ihrer Mutter Unrecht geschehen, gegen das es einen Aufschrei geben soll. Ihre Mutter und Sie hätten in einer Gesellschaft in der Menschenrechte gelten, Anrecht auf Unterstützung gehabt. Dieses Recht sollte in einer Wohlstandsgesellschaft allen zustehen. Die Frage ist hier für mich vor allem wie in dieser Wohlstandsgesellschaft das Geld verteilt ist. Es kann ja nicht sein, dass einige wenige immer reicher werden und viele immer näher der an die Armutsgrenze kommen. Todgeweihten haben für mich in ganz besonderer Weise ein Recht auf Menschlichkeit und menschliche Versorgung… Weiterlesen »
gauni2002
Superredner
1 Monat 5 Tage

Es klingt zwar hart, was sich jetzt sage, aber wenn man alle Einzelschicksale berücksichtigt, dann werden wir an der Flüchtlingssituation untergehen, Denn Summa Summarum ist es unmöglich dieses alles zu schultern, ohne die eigenen Probleme, die wir haben, nicht zu vernachlässigen. 

Kurt
Universalgelehrter
1 Monat 5 Tage

Ausnahmen bestätigen die Regel! D.h. für solche Schicksale müsste Südtirol eine gangbate Lösung anbieten, meine ich😉

Staenkerer
Universalgelehrter
1 Monat 5 Tage

@Kurt jo, wo lig es problem das es lond od. der stoot oan de r7ckfohrt zohlt der freiwillig ausreißn will, ba de gonzn de trotz aufforderung nit gien? wer bestätigt eigentlich de gschichte des mannes?
nit amoll i, als ehefrau, honn ohne weiteres de kronkengschicht meines monnes gekrieg, gschweigeden außenstehende!

Orchideen2016X
Tratscher
1 Monat 5 Tage

Ja ,es sind ja auch nur Leute wie wir .Ich habe auch meinen einzigen Bruder mit 48 Jahren wegen Krebs verloren .
Es war sehr schlimm.Ich, wenn ich euch die Wahrheit sage ,ich würde ,wenn ich Platz hätte, tät ich ihm gerne ein ordentliches Zimmer mit Bett geben. Stellt euch vor ,wenn wir hätten flüchten müssen und in seiner Lage
,wären wir auch froh um guten
Unterkunft.Ich vertrage in solchem
Fall diesen Satz schon gar nicht.”ABSCHIEBEN IN DIE HEIMAT.” Wir wissen auch nicht ,was uns in Zukunft alles blühen wird.Es kommt gar nicht mehr scheids.

wolke5
Tratscher
1 Monat 5 Tage

Du hast in allen Punkten recht.Es ist schon traurig wenn unsere so gepriesenen Sozialeinrichtungen nicht imstande sind einem sterbenskranken Unterkunft zu gewäheren.

oli.
Universalgelehrter
1 Monat 5 Tage

musste er wegen Krieg flüchten ??? glaube nicht eher ein Wirtschaftsflüchtling , er will zum sterben zurück , bei Krieg wollte er lieber bleiben.

Onkel
Grünschnabel
1 Monat 5 Tage

@orchideen2016x:  in welches land würdest du flüchten, wo würdest du so gut behandelt und versorgt werden wie die flüchtlinge hier?

Orchideen2016X
Tratscher
1 Monat 5 Tage

@Onkel
ja Onkel , da hast du wirklich Recht.

Ralph
Tratscher
1 Monat 5 Tage

solche einzelfälle muss man in unseren strukturen unterbringen, wie krankenhaus oder kliniken.
alle starken illegalen einwanderer ab in die heimat

Ninni
Superredner
1 Monat 5 Tage

@ Ralph

ja passt..gut so 👌👏👍

Staenkerer
Universalgelehrter
1 Monat 5 Tage

deine worte in gottes gehörgang … de der politiker brauchn dringend rohrfrei …

Kiki
Neuling
1 Monat 5 Tage

Das ist mit Sicherheit nicht ein Einzelfall, neben Krankheit gibt es sicher auch noch andere schlimme Schicksale. Leider gibt es die auch bei uns und ich finde, dass die Hilfe und Unterstützung primär unseren Landsleuten zuteil kommen sollte. Seid mir nicht böse, aber das ist meine persönliche Meinung.

wolke5
Tratscher
1 Monat 5 Tage

Ich denke wir bekommen jede mögliche Unterstützung, wenn sie uns zusteht, leider gibt es immer solche die nie zufrieden sind und nie genug haben.

oli.
Universalgelehrter
1 Monat 5 Tage

@wolke5 , je nach Land in der EU bekommen Asylbewerber mehr Unterstützung wie die eigene Bürger.

Heute habe ich gelesen in einer D Zeitung , ca. 350tausend Asylbewerber haben sich 4 , 5 mal oder mehr mit anderen Namen zum abkassieren in Städte angemeldet , das dann eine Abneigung der Hilfe da ist , KANN MAN VERSTEHEN .
Grenzen schließen , nur mit Papiere und aus dem Kriegsgebiet rein lassen , keine höhere Finanzielle Unterstützung wie Einheimische Leute , nach dem Krieg Unterstützung einstellen und Ausweisen.
Die was kriminelle Absichten haben sofort raus aus dem Land.

helene
helene
Universalgelehrter
1 Monat 5 Tage

es ist traurig !!!Aber wieviele Einheimische einsam und verwahrlost sterben m ußten ,daß intresiert wohl niemand !!!Wieviele Einheimische Obdachlose in Südtirol gibt das intresiert keine Caritas,VOLONTARIUS,Kirche……

Staenkerer
Universalgelehrter
1 Monat 5 Tage

jo, es wern genua olte leit zum sterbn hoamgschickt u. niemand frog ob jemand do isch der sich drum kümmert!
so traurig de gschicht isch, ob. es isch beschämend das de politiker für vorgstrofte herberge u. geld zur verfügung hobn u. do koan geld für a heimbett!

spotz
Grünschnabel
1 Monat 5 Tage

die Politiker mit der rentenvorauszahlung könnten sich beweisen und das geld das ihnen nicht zusteht für Wohltaten zur Verfügung stellen!!!

krakatau
Tratscher
1 Monat 5 Tage

spotz – wer viel hat will noch mehr

Sel woas i
Grünschnabel
1 Monat 5 Tage

i will jo net gemein sein. ober a Kolleg von mir hot Krebs, konn net orbeitn kriag a Mini Invalidnrente und muas ziemlich Medikamente wegn die Nebnwirkungen fa dor Chemo nemmen und muas fost olle selber zohln. mir kimp fir a in so jemand muas kolfn werdn.

Norbi
Tratscher
1 Monat 5 Tage

Seinen letzten Wunsch könnten jetzt die Politiker und Gutmenschen organisieren. Ich werde auf jeden Fall nichts spenden denn diese sieht er sicher nie. So leid es mir für ihn tut.

Staenkerer
Universalgelehrter
1 Monat 5 Tage

de meistn sein oanfoch sruff dauernd für de leit zu spenden!
1. je mehr gebn werd, je mehr kemmen u. welln u.
2. zu viele bedienen sich no zusätzlich u.
3. es gib zu viele betrüger de mit lügengschichtn auf mitleid spieln u. de gutmütigkeit ondrer ausnutzn!

limes1
Grünschnabel
1 Monat 5 Tage

Mein Mitgefühl hält sich in Grenzen. Es gibt viele Schicksale von einheimischen die es verdient haben unterstützt zu werden die haben auch eingezahlt. Warum nimmt ihn keiner von den Gutmenschen auf

xyz
Grünschnabel
1 Monat 5 Tage

Ich wäre für eine strengere Ausländerpolitik….aber solchen Menschen müsste man ohne lang zu fragen helfen.
Der junge Mann hat die letzten Monate vor sich, hat Schmerzen, braucht Hilfe….und einen Ort zum Streben. Jeder Kriminelle bekommt im Gefängnis Essen und einen Platz zum schlafen…andere Obdachlose schlafen illegal im Krankenhaus, aber einem solchen Mann kann man nicht helfen? Ebenso den schwangeren Frauen (es kommt keine Frau nicht schwanger an…vergewaltigt und traumatisiert….dafür aber härtere Vorgehensweise jedem der sich nicht an unsere Regeln und Gesetze hält.

So ist das
Tratscher
1 Monat 4 Tage

Ein trauriges Schicksal, wo man sicher hätte helfen können, aber bei den Sparmassnahmen in der Sanität würde auch jeder todkranke Südtiroler ohne Skrupel nach Hause geschickt und alleine gelassen, sollte er keine Angehörigen haben.
Dem Mann kann sicher geholfen werden, denn er ist wohl einer der wenigen, die abgeschoben werden möchten.

wpDiscuz