5.000 Kubikmeter Gestein stürzen zu Tal – VIDEO

Atemberaubend: Riesiger Bergsturz verschont Wallfahrtsort

Donnerstag, 31. Mai 2018 | 07:12 Uhr

Valchiavenna – Ein Video, das einen riesigen Felssturz zeigt, der einen Wallfahrtsort knapp verschonte, versetzt die italienische Öffentlichkeit in helles Erstaunen. Die spektakuläre Gesteinslawine verursachte zwar erhebliche Schäden, aber zum Glück kamen keine Menschen zu Schaden.

Das Schlimmste ist vorüber. Das lockere Gestein, das wie ein Damoklesschwert hoch am Berg über dem Wallfahrtsort Madonna di Gallivaggio in Valchiavenna – einem Bergtal in der Lombardei – schwebte, stürzte endlich zu Tal. Am Dienstagnachmittag brachen geschätzte 5.000 Kubikmeter Gestein aus dem Berg. Die gewaltige Gesteinslawine kam erst im Gelände hinter einem Damm oberhalb der aus dem sechzehnten Jahrhundert stammenden Wallfahrtskirche, welche am Ort einer Marienerscheinung errichtet worden war, zu liegen. Weder an der Kirche selbst, noch am Denkmal, das nur von einer dicken Schicht aus Gesteinsstaub bedeckt wurde, entstanden größere Schäden.

Twitter/Gallivaggio

Weil seit einigen Monaten in der Umgebung eine Vielzahl von Muren und Gesteinsstürzen gezählt werden, bleiben den Einwohnern aber weiterhin erhebliche Verkehrsbehinderungen erhalten. Zum Beispiel ist die Staatsstraße SS36, die hinauf zum Splügenpass und damit direkt in die Schweiz führt, seit mehr als sechs Wochen gesperrt. Wegen eines Bergsturzes sind drei Dörfer – Madesimo, Campodolcino und einige Fraktionen von San Giacomo Filippo – seit sechs Tagen nur mehr mit dem Hubschrauber oder über einen Saumpfad durch den Wald erreichbar.

Die Bürgermeisterin von Campodolcino, Enrica Guanella, macht sich große Sorgen. Zwar wurden ihr einige Erleichterungen wie neben dem Rettungshubschrauber die Verfügbarkeit eines weiteren Hubschraubers des Heeres versprochen, sodass die abgeschiedenen Dörfer Tag und Nacht ärztlich versorgt sowie mit Lebensmitteln und Zeitungen beliefert werden können, aber die mangelnde Verkehrsanbindung und die immer wiederkehrenden Nachrichten über Muren und Gesteinsschläge geben der ersten Bürgerin von Campodolcino sehr zu denken. Eine Mure, die Ende Mai mehrere Urlauberorte von der Außenwelt abschneidet – so Enrica Guanella – riskiert den Tourismustreibenden die Sommersaison zu verhunzen.

Twitter/Gallivaggio

Den Touristikern bleibt an dieser Stelle nur mehr der Bittgang zur Madonna di Gallivaggio in Valchiavenna. Denn je schneller die Orte wieder mit dem Auto erreichbar sind, desto geringer sind die Einbußen für die fragile Wirtschaft der kleinen Bergdörfer.

Von: ka

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