Politiker schlagen Alarm

Aufschrei im Trentino: Ausländische Neonazis planen großes Treffen

Samstag, 29. August 2026 | 08:20 Uhr

Von: Matthias Knapp

Trient – Im Trentino und in Venetien wächst die Sorge vor einem internationalen Neonazi-Treffen. Vom 3. bis 6. September plant die Organisation Veneto Fronte Skinhead das Festival „Rückkehr nach Camelot“. Das angekündigte Programm aus Konzerten sogenannter „Rock Against Communism“-Bands zieht bereits scharfe Kritik auf sich. Politiker und Sicherheitsbehörden schlagen nun Alarm.

Angelo Bonelli, Abgeordneter vom Bündnis Azione/Italia Viva und Co-Sprecher von Europa Verde, fordert ein energisches Eingreifen von Innenminister Matteo Piantedosi. „Es handelt sich weder um eine Folkloreveranstaltung noch um freie Meinungsäußerung“, betonte Bonelli. Er verwies darauf, dass die Ideologien der Verfassung widersprechen und die britisch sanktionierte Gruppe Blood&Honour hinter der Organisation stehe.

Auch die Trentiner PD-Abgeordnete Sara Ferrari äußerte Entsetzen. Ein solches Event sei unannehmbar – erst recht vor dem Hintergrund, dass zeitgleich Italien-Präsident Sergio Mattarella zum 80. Jubiläum der Trentiner Autonomie in Trient erwartet werde.

Behörden prüfen Verbote

Der genaue Veranstaltungsort wird in internen Telegram-Gruppen bislang geheim gehalten; bekannt ist lediglich der Raum Trentino. Regierungskommissärin Isabella Fusiello hat den Sicherheitskomitee des Landes zu einer Dringlichkeitssitzung einberufen.

Ferrari appellierte an die Behörden, das Event auf Basis des italienischen Strafrechts – darunter die Vorschriften des Scelba- oder Mancino-Gesetzes – präventiv zu verbieten, um die öffentliche Ordnung zu wahren.

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