Hinterhältige Attacke auf zwei Migranten - VIDEO

Aus Autofenster mit Schubs Scooterfahrer zu Sturz gebracht

Donnerstag, 18. Mai 2017 | 08:17 Uhr

Siracusa – Schon länger beobachten die italienischen Behörden, dass sinnlose Gewalttaten immer mehr zunehmen. Der letzte Fall dieser Art ereignete sich am letzten Samstag im sizilianischen Siracusa.

Ein Auto flankierte Samstagnacht einen Scooter, auf dem zwei junge Männer aus Afrika unterwegs waren. Plötzlich lehnte sich der Beifahrer weit aus dem Seitenfenster des Pkws und gab dem Scooter einen starken Schubs, sodass der Lenker die Kontrolle über seinen Scooter verlor und schwer zu Sturz kam. Ohne anzuhalten und ohne sich um die Verletzten zu kümmern, fuhr das Auto weiter. Die beiden jungen Migranten, einer aus Guinea und der andere aus dem Senegal stammend, hätten bei diesem vorsätzlich verursachten Verkehrsunfall sogar ihr Leben verlieren können und riskierten, vom darauffolgenden Wagen überrollt zu werden. Die beiden Migranten hatten aber großes Glück. Beim Sturz gegen eine niedere Begrenzungsmauer und dann auf die Straße zogen sie sich nur leichte Verletzungen und Abschürfungen zu. Mehrere Passanten kamen den beiden jungen Afrikanern zu Hilfe und riefen die Rettungskräfte, die sie versorgten und in das Krankenhaus „Umberto I“ von Siracusa einlieferten.

Twitter/Siracusa

Der ganze Unfallhergang wurde von einer jungen Frau, die im Wagen hinter dem Pkw der Täter saß, mit ihrem Smartphone aufgenommen. Später wurde das Video in einem sozialen Netzwerk online gestellt. Dank der Zeugenaussagen der beiden Migranten, der Bilder mehrerer Überwachungskameras und dem Video gelang es den Carabinieri nach wenigen Stunden, die beiden Täter ausfindig zu machen. Bei ihnen handelt es sich um zwei Männer im Alter von 25 und 23 Jahren, die bisher keinen Grund für ihre sinnlose Gewalttat nennen konnten. Laut ihren Aussagen wären sie nun selbst über die vielen negativen Kommentare unter dem Onlinevideo erschrocken. Die beiden Männer wurden auf freiem Fuß angezeigt.

 

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Täter wegen schwerer Körperverletzung und prüft nun, ob der willentlich herbeigeführte Verkehrsunfall auch den Tatbestand der Diskriminierung und des Rassenhasses erfüllt. Auch gegen die junge Frau, die das Unfallgeschehen aufgenommen hat, und gegen jene Personen, die den Film online gestellt haben, wurden Untersuchungen eingeleitet.

Viele Kommentatoren meinen, dass die Tat eigentlich ein versuchter Mord gewesen sei, weil die beiden Männer auch den Tod der Scooterfahrer in Kauf genommen hätten. Sie wünschen sich eine exemplarische Bestrafung der beiden Männer. Ob das aber die Welle sinnloser Gewalt stoppen kann, steht in den Sternen.

Von: ka