Abgeordnetenkammer in Rom billigt Gesetzesentwurf

Autonomiegesetz bringt Italiens Regionen mehr Eigenständigkeit

Mittwoch, 19. Juni 2024 | 15:45 Uhr

Von: dpa

Italiens Regionen bekommen mehr Eigenständigkeit. Das umstrittene Autonomiegesetz der rechten Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat am Mittwoch die letzte Hürde genommen: Die Abgeordnetenkammer in Rom billigte einen Gesetzesentwurf, der den Regionen mehr Befugnisse geben soll. Das Gesetz sieht vor, dass künftig alle Regionen beim Staat um die Übertragung von Zuständigkeiten bitten können, um bestimmte Bereiche selbst, also autonom, zu verwalten.

Fünf der insgesamt 20 Regionen verfügen bereits über eine Teilautonomie: die drei Regionen Trentino-Südtirol, Friaul-Julisch Venetien und das Aostatal im Norden sowie die großen Inseln Sizilien und Sardinien. Ihnen kommt nun noch mehr Autonomie von Rom zu. Auch die Nordregionen Lombardei, Venetien und Emilia-Romagna sehen das Gesetz positiv.

Die weniger wohlhabenden Regionen im Süden befürchten hingegen, dass sich der Staat aus wichtigen Bereichen wie Gesundheit und Bildung zurückziehen und die Bevölkerung im wirtschaftlich unterentwickelten Teil des Landes dadurch Nachteile erleben könnte. Die Sorge ist groß, dass künftig weniger Geld von der Zentralregierung zu ihnen gelangt und sich das Wohlstandsgefälle zwischen Nord- und Süditalien weiter verschärft.

Die Opposition kritisiert das Gesetz und befürchtet einen “Zerfall Italiens”. Während einer Debatte über das Gesetz vergangene Woche kam es zu chaotischen Szenen in der Kammer. Ein Abgeordneter der oppositionellen Fünf-Sterne-Bewegung wurde in einem hitzigen Disput von Parlamentariern der Regierungsparteien bedrängt und ging zu Boden.

Kommentare

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12 Kommentare auf "Autonomiegesetz bringt Italiens Regionen mehr Eigenständigkeit"


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l OneManArmy l
l OneManArmy l
Universalgelehrter
23 Tage 5 h

Ein guter Tag für ganz Italien.
Am ende wird Leistung mehr belohnt.

Wo wäre die Lombardei ohne Italien? Wahrscheinlich die reichste Region mittel- und südeuropas

info
info
Universalgelehrter
23 Tage 2 h

Wenn du wirklich glaubst, Leistung und Wohlstand hätten einen direkten Zusammenhang, bist du, fürchte ich, auf dem Holzweg

fingerzeig
fingerzeig
Superredner
22 Tage 23 h

@info
z.b. süditalien

l OneManArmy l
l OneManArmy l
Universalgelehrter
2 Tage 8 h

Das wird wahrlich nicht überall gelten. In einem unterentwickelten Land wirst du so viel arbeiten können wie du willst, und trotzdem kein Unterschied machen.

Das ist bei international tätigen Unternehmen anders.

Privatmeinung
Privatmeinung
Universalgelehrter
23 Tage 2 h

Wenns von den südtiroler Politikern net gegen Bürger und für die Lobby ausgenutzt wird… 😕

Pasta Madre
Pasta Madre
Universalgelehrter
23 Tage 1 h

Mir im Norden arbeiten 12 Monate, im Süden arbeiten sie ca 6 Monate

peterle
peterle
Universalgelehrter
22 Tage 23 h

Mir im Norden arbeiten max. 11 Monate. Der Rest wird bezahlt verurlaubt. Im Süden kann sein dass Sie Weniger arbeiten aber doch „überleben“.

raetia
raetia
Tratscher
22 Tage 12 h

@Pasta Madre; Ja, mag sein, dass sie nur 6 Monaten arbeiten, wenn es ein Saison-Bedingter Job ist, z.B. am Strand, Verkauft, Gastro. Dafür arbeiten sie 7-Tage die Woche bei min. 14 Stunden pro Tag. Rechne mal aus, wer wirklich mehr arbeitet?

magg
magg
Superredner
23 Tage 3 h

Mal abwarten, wie sich dieses Autonomie-Gesetz für die jeweiligen Provinzen auswirken wird, es wird sicher Gutes und Schlechtes mit sich bringen.

pingoballino1955
pingoballino1955
Universalgelehrter
21 Tage 14 h

Mehr SCHLECHTES!

raetia
raetia
Tratscher
22 Tage 11 h

Die Grund-Idee finde ich prinzipiell gut, die Frage ist mehr, wie wird es umgesetzt?

pingoballino1955
pingoballino1955
Universalgelehrter
21 Tage 14 h

Der BLUFF des Jahrhunderts noch nicht kapiert?

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