Von: luk
Rom/Bozen – Für auffällige Alkoholsünder wird es ernst – und teuer. Seit heute gilt: Wer mit zu viel Alkohol am Steuer erwischt wurde, erhält den Führerschein nur zurück, wenn im eigenen Fahrzeug ein sogenannter Alcolock verbaut wird. Die Kosten belaufen sich auf rund 2.000 Euro.
Das System funktioniert wie eine elektronische Wegfahrsperre. Vor dem Start muss der Fahrer in das Gerät pusten. Nur wenn kein Alkohol nachgewiesen wird, gibt der Alcolock den Motor frei. Ziel der Maßnahme ist es, Wiederholungstaten zu verhindern und die Verkehrssicherheit zu erhöhen.
Das Verkehrsministerium hat dazu eine Liste der zugelassenen Geräte und zertifizierten Werkstätten veröffentlicht. Betroffen sind Lenkerinnen und Lenker, die mit einem Alkoholwert von mehr als 0,8 Promille – in schwereren Fällen über 1,5 Promille – kontrolliert wurden.
Doch die neue Regelung bringt auch praktische Probleme mit sich. Italiens Autoflotte ist vergleichsweise alt, im Schnitt sind Fahrzeuge rund 13 Jahre im Einsatz. Bei vielen älteren Modellen ist der Einbau technisch schwierig oder gar unmöglich.
Hinzu kommt: Nur Werkstätten, die von den Herstellern zertifiziert und offiziell gelistet sind, dürfen die Geräte installieren. Branchenvertreter wie der Verband der Karosseriebauer warnen bereits vor Engpässen – und vor steigenden Preisen durch den eingeschränkten Wettbewerb.
Für betroffene Autofahrer bedeutet die neue Vorschrift damit nicht nur einen zusätzlichen Sicherheitscheck, sondern auch einen empfindlichen finanziellen und organisatorischen Mehraufwand. Es sind große Hürden, die vielleicht doch den ein oder anderen Autofahrer zum Umdenken im Bezug auf ihr Trink- und Fahrverhalten bewegen könnten.




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