Von: ka
Bergamo – Ein Supermarkt in Bergamo in der Lombardei war Schauplatz eines schockierenden Raubversuchs, der den Albtraum jedes Elternteils verkörpert.
Als ein junges Elternpaar mit seiner kleinen Tochter den Supermarkt im Zentrum von Bergamo nach dem Einkauf verlassen wollte, versuchte plötzlich ein Unbekannter, das Mädchen zu entführen. Im Gerangel – der Vater und die Mutter wehrten sich verzweifelt – brach er dem Mädchen das Bein. Dank des Widerstands der Eltern, der Supermarktangestellten und eines Wachmanns konnte die Entführung verhindert werden. Der Täter, ein 47-jähriger Obdachloser, wurde festgenommen und ins Gefängnis gebracht. Die Überwachungskamera des Supermarkts hielt den Moment fest, in dem der Mann das Mädchen packte und kurz darauf von den Eltern und ihren Helfern überwältigt wurde.
Der Vater schiebt den Einkaufswagen, während die Mutter die anderthalbjährige Tochter an der Hand hält. Im Supermarkt der Kette Esselunga in der Via Corridoni in Bergamo wird der normale Samstag dieser Familie durch eine schockierende Szene unterbrochen, die jedem Elternteil Angst einjagen würde. Während die kleine Familie auf die Glasschiebetüren am Ausgang zusteuert, wird sie von einem Unbekannten beobachtet, der sich im Eingangsbereich aufhält. Die versuchte Kindesentführung dauert nur 20 Sekunden, doch diese reichen aus, um die Eltern, die anderen Kunden und das Personal in einen Schockzustand zu versetzen.
Dank der Aufnahmen der Überwachungskameras des Supermarkts, welche die Polizei auswertete, konnte der versuchte Kindsraub detailgetreu nachgezeichnet werden. Es ist 13.00 Uhr, mitten in der Mittags- und Einkaufszeit. Der Entführer, ein 47-jähriger Rumäne ohne festen Wohnsitz, hat es auf das Mädchen abgesehen. Die Mutter rechnet nicht damit – warum sollte sie auch? Der Unbekannte, der eine grüne Hose und eine blaue Jacke trägt, packt das Mädchen am rechten Bein. Die Mutter reagiert sofort. Der 47-Jährige zieht an dem eineinhalb Jahre alten Mädchen, um es in den Supermarkt zu zerren. Die Mutter lässt nicht los, um die Kontrolle über ihre Tochter nicht zu verlieren, und wird zu Boden gerissen.
Der Ehemann lässt den Einkaufswagen stehen, läuft auf den Angreifer zu und schlägt ihm auf den Rücken, sodass dieser zu Boden fällt. Sofort stürzen sich der Wachmann des Sicherheitsdienstes Rondaservice, der sich am Eingang des Supermarkts direkt hinter den automatisch öffnenden Schranken für Einkaufswagen befand, sowie einige Kunden auf den Angreifer.

Der 47-Jährige wurde bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten und den Beamten übergeben. Das Mädchen ist nun bei seiner Mutter in Sicherheit. Es wird später mit einem gebrochenen Oberschenkel ins Krankenhaus Papa Giovanni in Bergamo gebracht. Für die Frau müssen es endlose Sekunden gewesen sein, doch der gesamte Entführungsversuch dauerte nur sehr kurz.
Nun gilt es, verschiedene Aspekte zu klären, mit denen sich die Ermittler der Quästur derzeit befassen. Angefangen mit der Frage, warum der Mann das Mädchen angegriffen hat. Es gibt keine Hinweise darauf, dass er die Familie kannte – die Eltern und das Mädchen sind Italiener. Es ist noch unklar, aber es scheint nicht so, als hätte er sich in der Gegend des Esselunga-Supermarkts in der Via Corridoni aufgehalten. Er besitzt offenbar keine Vorstrafen und ist den Justizbehörden vollkommen unbekannt. Auch psychische Erkrankungen sind nicht aktenkundig, wenngleich diesbezüglich noch weitere Ermittlungen zu erwarten sind.
Es scheint, als sei der Rumäne bereits seit einiger Zeit durch Italien gereist. Derzeit ist nicht bekannt, wie lange er sich in Bergamo aufgehalten hat und aus welchem Grund. Sicher ist, dass er vorerst dort bleiben wird. Die diensthabende Staatsanwältin Giulia Angeleri hat seine Überstellung ins Gefängnis angeordnet. In den nächsten Tagen wird sie beim Ermittlungsrichter die Bestätigung der Festnahme wegen versuchter Entführung – erschwert durch das sehr junge Alter des Opfers – sowie wegen Körperverletzung – ebenfalls erschwert – beantragen.
Das von der Polizei veröffentlichte Video empfinden viele Italiener als äußerst schockierend. Solche albtraumhaften Versuche, kleine Kinder zu packen und an sich zu reißen, werden sich leider nie vollständig verhindern lassen. Dass viele Menschen – der Wachmann und andere Supermarktkunden – den Eltern zu Hilfe eilten und mit ihnen den Kindesraub gemeinsam verhinderten, stimmt jedoch optimistisch.




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