Von: ka
Catanzaro – Mit großer Bestürzung und tiefer Empörung reagieren Tierschutzverbände auf Aussagen des italienischen Zivilschutzes aus Kalabrien. Demzufolge sollen Kriminelle und Brandstifter lebende Katzen missbrauchen, um großflächige Waldbrände zu entfachen.
Im Rahmen der Ermittlungen zu den Waldbränden in Kalabrien wird auch der Hinweis auf den mutmaßlichen Einsatz lebender Katzen zur Begünstigung der Ausbreitung der Flammen geprüft. Diese vom Zivilschutzamt der Region Kalabrien bekannt gegebene Vermutung wird nun von den zuständigen Behörden untersucht.

Demzufolge wurden neben dem Fund von Zeitzündern auch Vorfälle festgestellt, bei denen Katzen mit in brennbarer Flüssigkeit getränkten Lappen, die an ihren Schwänzen befestigt waren, eingesetzt worden sein sollen, um das Feuer an mehreren Stellen zu verbreiten. Laut der Ermittlungsvermutung werden den Tieren brennbare Lappen oder Fackeln an den Schwanz gebunden und angezündet. Die von Todesangst gepackten Katzen rennen in Panik durch das trockene Unterholz und das Gebüsch. Auf ihrer verzweifelten Flucht setzen die Tiere das extrem trockene Land an mehreren Stellen gleichzeitig in Brand. Das erschwert die Löscharbeiten der Feuerwehr und begünstigt eine gezielte Ausbreitung des Feuers.
Es handelt sich um Umstände, die sich noch in der Überprüfungsphase befinden und über die Ermittlungen Klarheit schaffen müssen. Inzwischen haben die Meldungen zwei Tierschutzverbände – LNCD Animal Protection und die internationale Tierschutzorganisation Oipa – dazu veranlasst, Strafanzeigen zu erstatten, um den Sachverhalt aufzuklären und die möglichen Verantwortlichen zu ermitteln.
„Sollten sich die Berichte des Zivilschutzes bestätigen, hätten wir es nicht nur mit einem äußerst schweren Umweltverbrechen, sondern auch mit einem der erschütterndsten Fälle von Tierquälerei der letzten Jahre zu tun“, erklärt Piera Rosati, die Vorsitzende der LNCD. Sie fügt hinzu: „Der Gedanke, dass eine Katze als Mittel zur Brandstiftung missbraucht werden könnte, löst Entsetzen und Empörung aus.“

Der Tierschutzverein weist zudem auf die Folgen von Brandstiftung für das Naturerbe hin. Jedes Jahr werden Tausende Hektar Wald und mediterrane Macchia zerstört. Das hat schwerwiegende Auswirkungen auf die Ökosysteme und die Wildtiere. Viele Tiere kommen in den Flammen oder durch den Verlust ihres Lebensraums ums Leben, während diejenigen, die überleben, ohne Nahrung, Wasser und Schutz zurückbleiben.
Auch die OIPA hat bekannt gegeben, dass sie Anzeige erstattet hat, um die Klärung etwaiger strafrechtlicher Verantwortlichkeiten zu fordern. Der Verein betont, dass es sich, sollten sich die Meldungen bestätigen, um einen Vorfall von außerordentlicher Schwere handeln würde. „Sollten diese Tatsachen von den zuständigen Behörden bestätigt werden, hätten wir es mit einer äußerst schweren Straftat und einer inakzeptablen Grausamkeit gegenüber Tieren zu tun“, erklärt Massimo Comparotto, Präsident von OIPA Italia. „Der Einsatz von Tieren zur Brandstiftung würde diese nicht nur einen qualvollen Tod sterben lassen, sondern auch eine Gefahr für Menschen, Wohnhäuser, Waldbestände und ganze Ökosysteme darstellen.“
Die Welle der Entrüstung ist riesig. Die beiden Verbände rufen alle, die über nützliche Informationen verfügen, dazu auf, sich an die Strafverfolgungsbehörden zu wenden, um die Ermittlungen zu unterstützen. „Es ist eine doppelte Tragödie: einerseits die rücksichtslose Zerstörung unserer Natur und Umwelt, andererseits die unfassbare Grausamkeit gegenüber wehrlosen Tieren.“
Die Tierschutzorganisationen fordern nun ein hartes Durchgreifen der Justiz sowie verschärfte Kontrollen und Überwachungsmaßnahmen in den gefährdeten Waldgebieten Süditaliens, um diesen Kriminellen das Handwerk zu legen.





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