204 italienische Schüler sitzen in Dubai fest

Eskalation im Golf: US-Stützpunkte in Italien in Alarmbereitschaft

Sonntag, 01. März 2026 | 12:07 Uhr

Von: luk

Vicenza/Iran – Die militärische Eskalation zwischen den USA, Israel und dem Iran wirkt sich auch auf Italien aus. Nach der teilweisen Sperrung des Luftraums im Golfraum sitzen derzeit 204 italienische Schüler in Dubai fest.

Gleichzeitig wurden die US-Militärstützpunkte in Vicenza in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. In der iranischen Community in Venetien wächst unterdessen die Angst vor einer weiteren Ausweitung des Konflikts.

204 Schüler sitzen in Dubai fest

Unter den in den Vereinigten Arabischen Emiraten festsitzenden Jugendlichen befinden sich auch drei 16-Jährige aus Padua. Die Schüler des Instituts Calvi – Nicolò, Francesco und Andrea – hatten an dem außerschulischen Projekt “L’Ambasciatore del futuro” teilgenommen, einer Simulation diplomatischer Arbeiten der Vereinten Nationen, organisiert von WSC Italia Global Leaders.

Ihre Rückreise, die für Sonntagmorgen geplant war, wurde kurzfristig gestrichen, berichten italienische Medien. Ein neuer Termin steht noch nicht fest. Laut Angehörigen werden die Jugendlichen von Betreuern begleitet und in als sicher geltende Hotels verlegt. Die Fluggesellschaften bemühen sich um alternative Routen.

Videos aus Dubai zeigen unterdessen, wie am Himmel ein mutmaßlicher iranischer Flugkörper abgefangen wird – eine Leuchtspur, gefolgt von einer Explosion in großer Höhe. Einige Geschosse schlugen auch ein.

Höchste Sicherheitsstufe in Vicenza

Die Auswirkungen der Krise sind auch in Venetien spürbar. Das italienische Innenministerium ordnete verstärkte Sicherheitsmaßnahmen rund um die US-Stützpunkte in Vicenza an, darunter die Caserma Ederle und die Basis Del Din. Auch andere amerikanische Einrichtungen im Raum Vicenza stehen unter erhöhter Beobachtung.

Angst und Unsicherheit in der iranischen Community

Nur wenige Kilometer von den militärischen Sperrzonen entfernt verfolgt die iranische Gemeinschaft in Venetien die Ereignisse mit Sorge. Viele stehen dem Regime in Teheran kritisch gegenüber, fürchten jedoch die Folgen eines offenen Krieges.

Mehdi Hosseini aus Mestre, ursprünglich aus Esfahan, berichtet von unterbrochenen Kontakten zu seiner Familie. Noch vor der Abschaltung des Internets habe er mit seiner Mutter und seinem Bruder geschrieben. “Auch wenn militärische Ziele angegriffen werden, sind Zivilisten immer gefährdet”, sagt er.

Ähnlich äußert sich der in Padua lebende Aktivist Omid Firouzi, der aus Teheran stammt. Er warnt vor einer Verharmlosung militärischer Angriffe. Krieg bringe keine demokratischen Lösungen, sondern neue Gewalt und Unterdrückung. Seine Generation habe bereits den Krieg zwischen Iran und Irak erlebt.

Zahra Sartipi, 43, aus Verona, sieht ebenfalls große Risiken. Sie befürchtet eine Entwicklung wie in Syrien – mit zerstörter Infrastruktur und langfristigen Schäden. “Das Regime ist keine Lösung”, sagt sie. “Aber echter Wandel entsteht durch Reformen und demokratische Prozesse – nicht durch Bomben.”

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