Der Aargauer Polizeikommandant Michael Leupold

Festnahme nach tödlichen Schüssen bei Rave in der Schweiz

Montag, 31. August 2026 | 14:15 Uhr

Von: importer

Nach den tödlichen Schüssen bei einem Techno-Rave im Kanton Aargau hat die Schweizer Polizei einen Verdächtigen festgenommen. Es handle sich um einen 43 Jahre alten Schweizer, teilten die Beamten mit. Er wurde in der Nacht zu Montag gegen ein Uhr unter dringendem Tatverdacht festgenommen. Die Polizei geht inzwischen von einem Einzeltäter aus. Nähere Einzelheiten wollte sie im Laufe des Tages mitteilen.

Bei den Schüssen in der Nacht zum Sonntag auf dem Gelände des Rennvereins im Kanton Aargau starb eine 22-jährige Italienerin. Fünf Personen im Alter von 24 bis 31 Jahren wurden verletzt, darunter eine Deutsche. Die Ermittlungen zum genauen Hergang der Tat sowie zu den Hintergründen und dem möglichen Motiv seien derzeit im Gang.

Mindestens zwei Waffen

Ein oder mehrere Täter hätten Sonntagfrüh zahlreiche Schüsse aus mindestens zwei Waffen abgegeben, hieß es seitens der Behörden. Es seien zwei unterschiedliche Hülsen von Patronen gefunden worden, die zu einer Pistole oder Maschinenpistole sowie zu einem Sturmgewehr passten.

Kurz nach dem Ende des Raves, zu dem der Veranstalter rund 3.500 Besucher erwartet hatte, gingen bei der Polizei die ersten Notrufe ein. Die Menschen schilderten, dass viele Schüsse gefallen seien, so die Polizei. Da der Ernst der Lage sofort deutlich gewesen sei, seien die Einsatzkräfte mit einem Großaufgebot ausgerückt, so ein Polizeisprecher. Zum Zeitpunkt der Schüsse haben sich laut Polizei noch “weit über 100” Personen auf dem Gelände aufgehalten.

Polizei hat drei Hypothesen zur Tat

Es gebe für die Behörden momentan drei gleichrangige Hypothesen zur Tat: Es könne sich um einen Terrorakt, einen Amoklauf oder eine Abrechnung im kriminellen Milieu handeln, sagte der Polizeikommandant der Kantonspolizei Aargau, Michael Leupold. Auf dem Gelände fanden die Polizisten eine 22-jährige Frau, die noch vor Ort an ihren Schussverletzungen starb. Sie wohnte in der Region, ist aber Italienerin. Auch unter den Verletzten sind nach Angaben der italienischen Regierungschefin Giorgia Meloni wohl Italiener.

Sie sprach den Angehörigen der Getöteten ihr tiefstes Beileid aus. Ihre Gedanken seien zudem bei den Verletzten sowie allen Menschen, die in das Geschehen verwickelt gewesen seien, sagte die Politikerin nach Angaben ihres Büros. Sie verfolge die Entwicklungen über eine Task Force des italienischen Außenministeriums.

Die Polizei bat darum, Video- und Bildmaterial an den Instagram-Kanal der Kantonspolizei Aargau zu senden. Der blutige Vorfall spielte sich bei einem seit Jahren etablierten Rave-Event auf dem Gelände des Aargauischen Rennvereins ab. Der Verein sprach allen Angehörigen sein Mitgefühl aus. Aarau im Kanton Aargau liegt etwa 40 Kilometer westlich von Zürich.

Event gilt als größter Rave in der Nordwestschweiz

“Die Aarauer Rave-Party wurde von einem schweren Ereignis überschattet. Die zuständigen Einsatzkräfte wurden umgehend alarmiert und waren mit den notwendigen Mitteln vor Ort, um die Situation zu bewältigen und die erforderlichen Maßnahmen einzuleiten”, schrieb der Verein in einer Mitteilung.

Die Veranstalter drückten ihre tiefe Bestürzung über das Geschehen aus. “Der hinterhältige Anschlag auf die Gäste des Aarauer Raves hat unsere Herzen gebrochen”, schrieb der Veranstalter auf seiner Webseite. Das Event gilt als größter Rave in der Nordwestschweiz.

Zeugen: “Es war schrecklich”

Gegenüber der Schweizer Boulevardzeitung “Blick” äußerten sich mehrere Zeugen. Zunächst hätten die Besucher die Schüsse für ein Feuerwerk gehalten, so eine Frau. Dann habe jemand “Alle runter!” gerufen. Die Gruppe habe sich daraufhin unter dem DJ-Pult versteckt. Eine Frau sei von einer Kugel getroffen worden. Alle Besucher des Raves seien von der Polizei in eine Turnhalle gebracht worden. “Es war schrecklich”, so die Zeugin gegenüber der Zeitung.

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