Von: luk
Sfruz – In Sfruz im Nonstal, an der Grenze zu Südtirol, schreibt eine junge Frau Feuerwehrgeschichte: Mit nur 22 Jahren übernimmt Chiara Cavosi die Führung der Freiwilligen Feuerwehr und setzt damit ein starkes Zeichen für Wandel, Engagement und Gleichberechtigung im Einsatzdienst.
Chiara Cavosi gehört damit zu den wenigen Frauen im Trentino, die eine solche Führungsrolle innehaben.
Die 22-Jährige trat erst 2023 der Feuerwehr bei und folgt nun auf ihren Vorgänger, der die Einheit über zwei Jahrzehnte geleitet hatte. Ihre Ernennung ist das Ergebnis eines kontinuierlichen Engagements, unterstützt von Kollegen und Familie, berichtet die Zeitung Corriere della Sera.
Einsatz für Gleichberechtigung bei Ausrüstung
Neben ihrer neuen Aufgabe macht sich die Studentin auch für bessere Arbeitsbedingungen für Frauen bei der Feuerwehr stark. Ein zentrales Anliegen sind Feuerwehruniformen, die bislang vor allem auf männliche Körper zugeschnitten sind. Die aktuelle Ausrüstung erschwere Bewegungen und könne im Einsatz zum Nachteil werden. Cavosi fordert daher funktionale Anpassungen auf Körper von Frauen, um Sicherheit und Effizienz zu verbessern.
Teamarbeit statt Klischees
Vorbehalte gegenüber Frauen im Einsatz weist sie zurück. Feuerwehrarbeit sei Teamarbeit, bei der neben körperlicher Kraft vor allem Koordination, Strategie und Belastbarkeit gefragt seien. Unterschiedliche Fähigkeiten innerhalb eines Teams seien entscheidend für den Einsatzerfolg.
Auch innerhalb ihrer Einheit sei sie gut aufgenommen worden. Ihre Rolle habe die Dynamik positiv beeinflusst und für zusätzliche Motivation gesorgt.
Zwischen Studium, Musik und Einsatz
Neben ihrer Tätigkeit bei der Feuerwehr studiert Cavosi Betriebswirtschaft und Recht sowie Musikpädagogik am Konservatorium in Trient. In ihrer Freizeit spielt sie Klavier und engagiert sich in der musikalischen Ausbildung.
Geprägt wurde sie auch durch Auslandserfahrungen: Ein Freiwilligeneinsatz in Peru habe ihr früh die Bedeutung von Hilfsbereitschaft und gesellschaftlichem Engagement vermittelt.
Mit ihrem Beispiel möchte sie vor allem junge Frauen ermutigen, neue Wege zu gehen: Führungspositionen bei der Feuerwehr sollten keine Ausnahme, sondern Normalität sein.
Auf die Frage, wo sie sich in zehn Jahren sieht, meint die junge Powerfrau: “Noch immer mit der Feuerwehr verbunden – vielleicht habe ich das Kommando dann an eine andere junge Frau übergeben und bin wieder als aktive Feuerwehrfrau im Einsatz. Beruflich träume ich davon, Kindern Musik zu unterrichten. Und ich hoffe, eine eigene Familie zu haben. Ich habe diese Aufgabe jetzt übernommen, weil ich jung bin und die Energie dafür habe. In fünf oder zehn Jahren hätten mich die Prioritäten des Lebens vielleicht woanders hingeführt, und ich hätte eine einmalige Chance verpasst.“




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