Autobahn querende Wildschweine verursachen Desaster – VIDEO

Fürchterlicher Wildunfall fordert einen Toten und zehn Verletzte

Freitag, 04. Januar 2019 | 08:14 Uhr

Lodi – Drei Wildschweine, die in der Nacht auf Donnerstag die Autobahn A1 überquerten, lösten einen tödlichen Unfall aus. Ein 28-jähriger, ursprünglich aus Polen stammender Mann verlor beim Zusammenprall sein Leben. Zwei weitere Personen erlitten schwerste Verletzungen. Drei Kinder und zwei Jugendliche kamen hingegen mit leichten Verletzungen davon. Das schreckliche Unfalldesaster, an dem insgesamt drei Fahrzeuge beteiligt waren, entfachte in Italien erneut die Debatte um die Reduzierung des Wildschweinebestandes.

ANSA/WEB VVFLODI

Es war gegen 4.00 Uhr am frühen Donnerstagmorgen, als drei Wildschweine – zwei erwachsene Tiere und ein Jungtier – in der Nähe von Borghetto Lodigiano zwischen Lodi und Casalpusterlengo in der Lombardei die Autobahn A1 „Autostrada del Sole“ überquerten. Wie Beamte der Straßenpolizei und Techniker der Autobahngesellschaft später feststellen sollten, hatten die Wildschweine unter dem intakten Begrenzungszaun der Autobahn hindurch einen Tunnel gegraben und waren so auf die Fahrbahn gelangt.

Beim Überqueren der Südspur der Autobahn wurden die drei Wildschweine von zwei Fahrzeugen, einem Renault Espace und einem Renault Scénic, überfahren. In den beiden voll besetzten Renaults reisten zwei Familien. Diese bestanden aus zwei jeweils 40 und 48 Jahre alten Männern, ihren 39 und 37 Jahre alten Ehefrauen sowie ihren Kindern, bei denen es sich um einen acht Jahre alten Buben, ein ebenfalls acht Jahre altes Mädchen, einen 11-jährigen und einen 13-jährigen Buben sowie um eine 15-jährige Jugendliche handelte.

Die Lenker der beiden beschädigten Fahrzeuge hielten ihre Pkws sofort auf dem Notspurstreifen an. Die zwei erwachsenen Wildschweine blieben indes tot auf den Fahrspuren liegen. Das Jungtier wurde hingegen weit durch die Luft geschleudert. Es wurde später in einem angrenzenden Feld gefunden.

Während die Insassen der beiden Renaults auf der Notspur stehend die Rettungskräfte verständigten, ereignete sich der zweite, weitaus schwerere Unfall. Der Lenker eines dritten Pkws – eines Volkswagen Polo, in dem ein junges Paar aus Polen saß – wollte vermutlich dem mitten auf der Fahrbahn liegenden Tierkadaver ausweichen. Dabei verlor der 28-jährige, in Italien lebende Pole die Herrschaft über sein Fahrzeug. Der VW Polo geriet auf die Notspur und stieß dort hintereinander mit den beiden geparkten Renaults zusammen. Zudem überfuhr der Polo den 40-jährigen Familienvater, der den Fehler begangen hatte, aus seinem Fahrzeug zu steigen. Infolge der Wucht des Aufpralls wurde der zweite Renault 70 bis 80 Meter weit fortgeschleudert und der VW Polo vollkommen zerstört.

Als Männer der Feuerwehr den 28-Jährigen mit schwerem Gerät aus dem Fahrzeugwrack befreiten, hing sein Leben bereits an einem seidenen Faden. Trotz aller Bemühungen verstarb der junge Mann noch am Unfallort. Seine 27-jährige Verlobte wurde hingegen mit schwersten Verletzungen in das Krankenhaus von Lodi eingeliefert. Ebenfalls lebensgefährliche Verletzungen trug der angefahrene 40-jährige Lenker eines der beiden Renaults davon. Er wurde noch an der Unfallstelle intubiert und zusammen mit seiner Frau in das Krankenhaus von Parma gebracht.

Mehr Glück hatten die Kinder und Jugendlichen. Die Buben und Mädchen, die beim Unfall „nur“ leichte Verletzungen erlitten hatten, wurden auf die Krankenhäuser von Lodi und Piacenza aufgeteilt.

Neben der Feuerwehr standen Notärzte mit ihren Einsatzfahrzeugen, fünf Rettungswagen sowie mehrere Streifen der Straßenpolizei von Lodi im Einsatz.

Der schreckliche Wildunfall sorgte weit über die Lombardei hinaus für Entsetzen und löste eine heftige Debatte aus. Viele Italiener fordern eine massive Reduzierung des Wildschweinebestands und rufen die Politiker zum Handeln auf. An vorderster Front kämpfen dabei die Bauern. Laut Schätzung des italienischen Bauernverbandes Coldiretti sollen sich in Italien mehr als eine Million Wildschweine befinden. Sie gefährden nicht nur die Verkehrssicherheit, sondern richten auch in der Landwirtschaft Millionenschäden an.

Von: ka

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

15 Kommentare auf "Fürchterlicher Wildunfall fordert einen Toten und zehn Verletzte"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Kurios
Kurios
Superredner
19 Tage 22 h

Schon komisch dass die keine Zäune längs der Autobahn haben wie hier in Italien. Außerdem bräuchte es Rohre unter die Autobahn wo die Wildschweine von einer auf die andere Seite wechseln können. An den Hauptpunkten wo ihr wechsel ist.

Do Teldra
Do Teldra
Grünschnabel
19 Tage 19 h

Wildschweine san koan Frösche mein Guter…

luigi88
luigi88
Neuling
19 Tage 19 h

Lese Sie den Bericht besser durch oder schauen Sie sich den Videobeitrag an…

Mure
Mure
Grünschnabel
19 Tage 19 h

Zäune haben sie normal schun

GTH
GTH
Tratscher
19 Tage 19 h

jo wo isch denn lodi ? in polen ??

urban
urban
Tratscher
19 Tage 18 h

wo isch lodi???

iuhui
iuhui
Universalgelehrter
19 Tage 18 h

@Do Teldra
in Kanada gibt es auch Röhre für Bären…

Storch24
Storch24
Superredner
19 Tage 18 h

Kurios@ bitte richtig lesen : intakter Begrenzungszaun. Die Tiere haben unterirdisch einen Tunnel gegraben. Liebe Tierschützer, immer noch der Meinung, dass Wildschweine nicht abgeschossen werden sollen ? Einfach nur schrecklich

Doiger
Doiger
Tratscher
19 Tage 18 h

@Do Teldra …sella unterirdischa Wildwechsel in Form von Tunnel odo großen Rohrer gibs infoll wirklich.

OrB
OrB
Universalgelehrter
19 Tage 16 h

Google mal wo sich Lodi befindet!

falschauer
falschauer
Superredner
19 Tage 14 h

@GTH in polen ist lodz….
lodi ist in der lombardei…

Kurios
Kurios
Superredner
19 Tage 10 h

Huch. Ups, hab gar nicht gelesen dass es in Lodi (Italien) passiert ist. Aber egal, wenn solche Durchgänge für Wildschweine bestehen würden, bräuchten die Wildschweine nicht unterm Begrenzungszaun durchgraben. Entschuldigt mir aber in diesem Fall meine Unaufmerksamkeit 🙂

Johannes
Johannes
Grünschnabel
19 Tage 17 h

Unfallstelle nicht abgesichert! Sich nicht hinter die schützende Leiplanke gerettet, dadurch entstand das Desaster!
An alle die eine Panne oder Unfall haben, sichert so schnell wie moglich die Unfallstelle ab und begebt euch hinter die Leitplanken so weit wie möglich weg vom Unfall, nur so kann Leben gerettet werden!

oli.
oli.
Universalgelehrter
19 Tage 8 h

Warnweste an beim aussteigen , Warndreieck aufstellen und hinter die Leitplanke gehen und die RETTUNG rufen .
Alles andere ist Selbstmord und die Fahrer was im Stau stehen macht eine RETTUNGSGASSE , jede Sekunde zählt.

fanalone
fanalone
Tratscher
19 Tage 10 h

Wenn so etwas passiert ist das allererste und wichtigste den nachfolgenden Verkehr zu warnen. Und mit einem Warndreieck mindestens 300 m zurückzulaufen. Die meisten stellen es hinter das Fahrzeug. Leider wird hier viel zu wenig Aufklärung betrieben und es sterben immer wieder sinnlos Menschen.

wpDiscuz