13-monatiges Mädchen schwer verletzt – rassistisches Tatmotiv? – VIDEO

Hinterhältig und brutal: Kleinkind mit Luftdruckpistole angeschossen

Mittwoch, 25. Juli 2018 | 08:03 Uhr

Rom – Der Mann, der am Dienstag vergangener Woche ein kleines Mädchen mit einem Luftdruckpistole angeschossen hatte, konnte eine Woche nach der Tat von den Carabinieri ausfindig gemacht werden. Der mutmaßliche Täter, der vorgab, nur seine neue Waffe ausprobiert zu haben, hatte – so die Ermittler – vom Balkon seiner Wohnung aus, auf die Familie einen Schuss abgefeuert, wobei das Mädchen schwer verletzt worden war.

Twitter/rom

Es war der frühe Dienstagnachmittag vergangener Woche gegen 14.00 Uhr, als die Kleinfamilie, welche dem Volk der Rom angehört und in einem Nomadenlager in der östlichen Peripherie der Ewigen Stadt lebt, auf dem Viale dei Romanisti spazierte. Plötzlich fängt das 13-monatige Mädchen plötzlich stark zu weinen an. Als ihre Mutter das Kleinkind trösten und beruhigen wollte, entdeckte sie, dass ihre kleine Tochter aus einer Wunde stark blutete. In hellster Aufregung verständigten die Eltern die Rettungskräfte. Das Kleinkind wurde vom Notarzt und den Rettungskräften erstversorgt und ins Krankenhaus gebracht. Aufgrund der Schwere der Verletzungen wurde das kleine Mädchen in die Kinderklinik Bambino Gesù verlegt und dort einer komplizierten Operation unterzogen. Wie die Ärzte der Pädiatrie feststellten, war ein offensichtlich aus einer Luftdruckpistole stammendes, bleihaltiges Geschoss auf der Höhe der Schulter in den Körper des Kleinkindes eingedrungen und hatte den Brustkorb der Kleinen von rechts nach links durchquert. Das Bleigeschoss hatte dabei die Lunge und die Wirbelsäule des kleinen Mädchens verletzt und war erst kurz vor dem Herzen stehen geblieben. Im Laufe der Operation gelang es dem Ärzteteam, das Geschoss aus dem Körper der Kleinen zu entfernen. Das Mädchen schwebt zwar nicht mehr in Lebensgefahr, aber ihr Zustand wird von den Ärzten weiterhin als sehr kritisch bezeichnet. Es besteht zudem weiterhin die Gefahr, dass das Kind aufgrund der Wirbelsäulenverletzung bleibende Schäden davonträgt.

Twitter/rom

Die Carabinieri hingegen machten sich sofort auf die Jagd nach dem Luftdruckpistolenschützen. Die Befragung der Mutter des 13-monatigen Mädchens ergab zunächst keine zweckdienlichen Hinweise, weil sie den Schützen nicht gesehen hatte. Nach intensiven Ermittlungen gelang es den Carabinieri, einen 50-jährigen Mann als mutmaßlichen Täter zu identifizieren. Der Mann hatte vom Balkon seiner Wohnung aus auf die Familie einen Schuss abgefeuert, wobei das Mädchen schwer verletzt worden war.

Twitter/rom

„Ich hatte sie soeben erworben und wollte sie ausprobieren“, versuchte der Mann gegenüber den Carabinieri die Tat zu rechtfertigen. Bei der Hausdurchsuchung stellten die Carabinieri neben der Tatwaffe – eine Luftdruckpistole – auch einen Luftdruckkarabiner sicher. Der 50-Jährige wurde wegen schwerster Körperverletzung in das Ermittlungsregister eingetragen. Noch gehen die Ermittler von keinem rassistischen Tatmotiv – das Opfer und deren Eltern gehören dem Volk der Rom an – aus. Sollten aber Untersuchungen zu neuen Erkenntnissen führen, könnte sich die rechtliche Position des Mannes noch wesentlich verschlechtern.

Nicht zuletzt auch aufgrund der bereits bestehenden öffentlichen Debatte um ein neues italienisches Waffengesetz, das den Besitz von Waffen liberalisieren und den Besitzern im Falle von Notwehr größere Rechte geben soll, löste der mit einer Luftdruckpistole abgegebene Schuss auf das 13-monatige Mädchen kontroverse Reaktionen aus.

Inwieweit sind auf Luftdruck basierende Pistolen und Gewehre ebenfalls Waffen und würde eine „Waffenschwemme“ nicht zu einer größeren Anzahl solcher feigen Taten führen, fragen sich viele Nutzer und Kommentatoren.

 

 

 

 

Von: ka

Kommentare

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22 Kommentare auf "Hinterhältig und brutal: Kleinkind mit Luftdruckpistole angeschossen"


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Waltraud
Waltraud
Superredner
20 Tage 15 h

Das ist ja entsetzlich. Hoffentlich geht es der kleinen Maus bald wieder gut. Und dem Mann….., nein, das darf ich jetzt nicht schreiben.

denkbar
denkbar
Kinig
20 Tage 13 h

@Waltraud . Auch ich wünsch dem Kind alles Gute. Und der Gesellschaft, dass weniger gegen Menschen die Minderheiten oder anderen Völkern angehören gehetzt wird, wie das die AfDler und andere Gruppierungen gerne tun. Das Ergebnis dieser Hetze ist Empathielosigkeit und Verrohung der Gesellschaft.

PuggaNagga
PuggaNagga
Universalgelehrter
20 Tage 3 h

@denkbar
Was hat die AfD jetzt schon wieder mit dieser Tat zu tun? Der Schütze wird weder diese Partei aus Deutschland kennen noch der dort üblichen Sprache mächtig sein.
Im Artikel steht dass die Polizei KEINEN rechtsradikale Hintergründe vermutet.
Und bevors wieder mit der Nazikeule losgeht: ich verurteule diese feige Tat!

aristoteles
aristoteles
Tratscher
20 Tage 14 h

würde man das auch vermuten wenn es ein italienisches kind getroffen hätte? wohl nicht.

gapra
gapra
Superredner
20 Tage 9 h

Solange hier viele applaudieren, wenn es um die Zählung der Sinti und Roma geht, darf man sich über den Hass gegenüber allem Fremden nicht wundern.

Staenkerer
20 Tage 4 h

@gapra na jo, grod olle 😇 sein de a nit, allso kimmt sell nor a von hoss auf de gastgeber??

Boerni
Boerni
Grünschnabel
20 Tage 2 h

@gapra
warum darf man nicht wissen wieviele Menschen sich in einem Staat aufhalten ?
unabhängig deren Herkunft???
zum verletzten Mädchen hoffe ich das es die schweren Verletzungen ohne bleibende Schäden übersteht!

Rechner
Rechner
Tratscher
20 Tage 57 Min

@Boerni
eine Behörde sollte wissen wieviele Italiener im Land sind auch ohne sie zu zählen.
zur Tat sage ich nichts. der Bericht ist zu allgemein. Wenn müsste man sich in die lokalen Medien einlesen.

gapra
gapra
Superredner
19 Tage 16 h

@Boerni Dann nennt man das Volkszählung und man zählt wirklich alle, aber einzelne Ethnien zählen zu wollen, grad wie es so passt, hat unterschwellig etwas mit Diskrimination zu tun, oder? Dem Mädchen wünschen hoffentlich wir alle gute Genesung.

Staenkerer
20 Tage 13 h

wenn er geziehlt auf de familie gschossn hot, hot er a den tot eines menschen biligend in kauf genummen! sem isch mordversuch, egal ob rassistisch oder nit!
pfut teufel!
mochs guat kloans madele!

mandela
mandela
Superredner
20 Tage 13 h

der hätte die waffe beim probieren auf sich richten sollen! viel glück der kleinen.

Aurelius
Aurelius
Superredner
20 Tage 14 h

was ist blos sus dieser Welt geworden, aus den Menschen?
wer gegen unschuldige schiesst

Elke12
Elke12
Neuling
20 Tage 13 h

Wahnsinn… gute besserung, kleine prinzessin

JingJang
JingJang
Grünschnabel
20 Tage 11 h

So etwas ist Mord versuch und gehört streng bestraft. Warum soll die strafe bei Rassismus höher sein, sind einheimische weniger wert? Die Strafen sollen immer gleich hoch sein, wenn jemand andere verletzt oder bedrängt, ob einheimische oder ausländer. Sonst ist es auch nur Rassismus und zwar andersherum.

Neumi
Neumi
Universalgelehrter
20 Tage 6 h

Du fragst hier nach dem “warum”, aber ich habe für meinen Teil niemanden so was verlangen sehen. Wer hat das denn getan?

gunther
gunther
Grünschnabel
20 Tage 8 h

Italien wird immer faschistischer und das sind die Früchte davon ….Armes Volk .

Mutti
Mutti
Superredner
20 Tage 10 h

Do hot woll do schutzengel die hond vorn Herzen kolten,ols ols guate der kloanen

Sintiroler
Sintiroler
Grünschnabel
20 Tage 8 h

Unmenschlicherbaitl !!!! Des sein genau de Leit wos inzisperrn keratn !!!

Mikeman
Mikeman
Universalgelehrter
20 Tage 5 h

Sowas ist ein Geistesgestörter ,das bringt ein normaler Mensch nie zu Wege.Wie kann man hier sogar politische Überlegungen her ziehen ,sind die Leute bald goßteils verrückt ??Wenn einer spinnt dann hilft leider auch kein Gesetz.

nobody
nobody
Superredner
20 Tage 4 h

Arme Kind….Krank nur einfach krank…. die Rohheit der Menschen und das gesammte System… ohne Worte….

Markus.Bergmeister
Markus.Bergmeister
Grünschnabel
19 Tage 18 h

Ein Kind ist verletzt, weil ein Mensch den Umgang mit Waffen nicht beherrscht. Genau wie Kinder sterben weil Menschen ihr Auto nicht im Griff haben oder während der Fahrt aufs Handy schauen.
Rassismus würde ich jetzt nicht hineindichten…

natan
natan
Superredner
19 Tage 17 h

das waffengestz darf auf keinen Fall gelockert werden, wir wollen doch kein WilderWesten in unserem Land. Hingegen soll das Gestz zur selbstverteidigung schon gelockert werden, denn es darf auch nicht sein, dass ich dem Dieb in meinem Haus auch noch die Beute auflegen muss und Angst haben muss, dass er sich nicht in meinen vier wänden verletzt.

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