Internationale Verschiebung großer Vermögen

Luxusimmobilien: Italien wird für ausländische Käufer immer attraktiver

Donnerstag, 03. September 2026 | 08:15 Uhr

Von: Lukas Unterkofler

Rom – Italiens Markt für Luxusimmobilien boomt. Eine wachsende internationale Nachfrage, ein weiterhin attraktives Steuerumfeld und die hohe Lebensqualität machen das Land für vermögende Käufer zunehmend interessant. Das geht aus dem aktuellen Report „Italian Homes 2026“ des Immobilienberaters Knight Frank hervor.

Besonders attraktiv ist dabei das Verhältnis von Kaufpreis und Wohnfläche. Für eine Million Euro bekommt man im Luxussegment in Rom und Florenz rund 79 bis 89 Quadratmeter. In Venedig und Lucca sind es sogar bis zu 126 beziehungsweise 130 Quadratmeter – deutlich mehr als etwa in London, Paris oder Zürich.

Mailand mit kräftigem Preisanstieg

Am stärksten haben die Preise zuletzt in Mailand zugelegt. Im Dreijahreszeitraum bis 2025 verteuerten sich Luxusimmobilien dort um rund 28 Prozent. In Florenz waren es 18 Prozent, am Comer See 15 Prozent. In Mailand stieg der Quadratmeterpreis von 17.270 Euro im Jahr 2022 auf mehr als 22.000 Euro 2025. Seit 2017 haben sich die durchschnittlichen Angebotspreise damit um rund 50 Prozent erhöht.

Die Nachfrage konzentriert sich weiterhin auf begehrte Viertel wie Brera, das Modeviertel und Magenta. Gleichzeitig gewinnen moderne Stadtteile wie Porta Nuova und CityLife an Bedeutung. Das knappe Angebot hochwertiger Immobilien treibt die Preise zusätzlich nach oben.

Auch Rom, Florenz, Lucca und Venedig ziehen internationale Käufer an. Gesucht werden historische Immobilien ebenso wie moderne Wohnungen und großzügige Villen. Käufer kommen vor allem aus den USA, Großbritannien, dem Nahen Osten und Nordeuropa.

Vom Ferienhaus zum Hauptwohnsitz

Auffällig ist laut Report, dass sich die Motive der Käufer verändern. Immer häufiger geht es nicht mehr nur um eine Zweitwohnung, sondern um einen dauerhaften Lebensmittelpunkt in Italien. Besonders deutlich zeigt sich dieser Trend in der Toskana und am Comer See. Dort suchen internationale Familien und Unternehmer zunehmend Immobilien als Hauptwohnsitz.

Auch Cortina d’Ampezzo profitiert von dieser Entwicklung. Die internationale Aufmerksamkeit rund um die Olympischen Spiele Milano-Cortina 2026 und Investitionen in die Infrastruktur haben das Interesse weiter verstärkt. Käufer suchen dort zunehmend Immobilien, die ganzjährig genutzt werden können.

Steuern spielen wichtige Rolle

Eine wichtige Rolle spielt auch die internationale Verschiebung großer Vermögen. Änderungen beim britischen Non-Dom-System haben laut Knight Frank viele vermögende Personen dazu gebracht, ihren steuerlichen Wohnsitz neu zu überdenken. Die italienische Pauschalsteuer für neue Steuerresidenten wurde inzwischen auf 300.000 Euro erhöht, ohne das Interesse an Italien wesentlich zu bremsen. Mehr als 60 Prozent der internationalen Anfragen im Super-Prime-Segment bei Knight Frank hängen demnach vor allem mit steuerlichen Motiven zusammen.

Gleichzeitig wächst die Zahl der sehr vermögenden Italiener selbst: Die Zahl der Ultra-High-Net-Worth Individuals stieg zwischen 2021 und 2026 um 23 Prozent. Bis 2031 soll die Zahl der Milliardäre im Land laut Prognose um weitere 34 Prozent auf 82 steigen.

Gesucht werden inzwischen vor allem hochwertige, bezugsfertige Immobilien, die Eigennutzung, Lebensqualität und zugleich Renditepotenzial verbinden.

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