Italiener kamen in Unterwasserhöhle ums Leben

Malediven: Rettungstaucher stirbt bei Suche nach verunglückten Italienern

Montag, 18. Mai 2026 | 08:18 Uhr

Von: mk

Malediven – Ein maledivischer Militärtaucher ist am Samstag ums Leben gekommen, während er nach den Leichen von vier italienischen Tauchern suchte.

Wie der Spiegel in seiner Online-Ausgabe berichtet, sind nach Angaben des italienischen Außenministeriums fünf italienische Taucher am Donnerstag gestorben, als sie eine Höhle im Vaavu-Atoll in einer Tiefe von etwa 50 Metern erkundeten. Für Freizeittaucher gilt auf den Malediven ein Limit von 30 Metern.

Laut dem Sprecher des maledivischen Präsidenten, Mohammed Hussain Shareef, ist Mohamed Mahudhee, ein Angehöriger der Maledivischen Nationalen Verteidigungsstreitkräfte an der sogenannten Dekompressionskrankheit gestorben, nachdem er in ein Krankenhaus in der Hauptstadt eingeliefert worden sei. Sein Tod führe laut dem Sprecher vor Augen, wie schwierig die Mission sei.

Der italienische Außenminister Antonio Tajani erklärte, es werde alles Mögliche getan, um die Leichen der verunglückten Italiener nach Hause zu bringen. Das Außenministerium arbeite mit dem Divers Alert Network zusammen, einer auf Tauchunfälle spezialisierten Organisation, um die Bergungsarbeiten und die Überführung der Leichen zu unterstützen. Die genaue Todesursache ist noch nicht geklärt.

Bei den Opfern handelt es sich laut Angaben der örtlichen Regierung um Monica Montefalcone, außerordentliche Professorin für Ökologie an der Universität Genua, ihre Tochter Giorgia Sommacal, den Meeresbiologen Federico Gualtieri, die Forscherin Muriel Oddenino sowie den Tauchlehrer Gianluca Benedetti. Benedettis Leiche konnte bereits am Donnerstag geborgen werden.

Wie die Universität Genua erklärte, wollten Montefalcone und Oddenino im Rahmen einer offiziellen wissenschaftlichen Mission auf den Malediven marine Ökosysteme beobachten und die Auswirkungen des Klimawandels auf die tropische Artenvielfalt untersuchen. Das tödliche Unglück habe sich jedoch bei einem Tauchausflug ereignet, der nicht Teil der geplanten Forschung gewesen, sondern „privat unternommen“ worden sei.

Weil Höhlentauchen als gefährlich und als hochgradig technische Aktivität gilt, wird meist nach einer spezialisierten Ausbildung und nach besonderer Ausrüstung verlangt. Strenge Sicherheitsprotokolle müssen in der Regel eingehalten werden. Dies gilt vor allem vor allem für Tiefen unter 40 Meter.

Das Risiko steigt erheblich in Umgebungen, in denen Taucher nicht direkt auftauchen können. Vor allem wenn Schlamm aufgewirbelt wird und die Sicht stark einschränkt, verlieren Taucher in Höhlen Experten zufolge außerdem leicht die Orientierung.

Während Benedettis Leiche laut einem Sprecher in der Nähe des Höhleneingangs gefunden wurde, vermuten die Behörden, dass die übrigen vier weiter in die Höhle vorgestoßen sind. Laut italienischem Außenministerium umfasst die Höhle drei große Kammern, die durch enge Gänge miteinander verbunden sind.

Ein Tiefseerettungsexperte und ein Höhlentauchexperte aus Italien sollen sich nun den Bergungsarbeiten anschließen.

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