Acht Verletzte, Frau verliert beide Beine – VIDEO

Modena: Auto fährt in Menschenmenge und Täter sticht auf Passanten ein

Sonntag, 17. Mai 2026 | 07:23 Uhr
Update

Von: ka

Modena – Im Stadtzentrum von Modena sind am Samstag etwa ein Dutzend Fußgänger von einem Auto überfahren worden. Das Auto raste mit hoher Geschwindigkeit in die Menschenmenge, bevor es gegen eine Schaufensterscheibe prallte. Anschließend stach der flüchtende Fahrer mit einem Messer auf einen Passanten ein, der ihn aufhalten wollte. Der Täter, ein 31-jähriger Italiener marokkanischer Herkunft, der in Seriate bei Bergamo geboren wurde, konnte schließlich überwältigt werden. Es gibt acht Verletzte, vier davon schwer.

Die Verletzten sind fünf Frauen und drei Männer. Im Krankenhaus Baggiovara in Modena werden zwei Frauen im Alter von 53 und 69 Jahren mit schweren Verletzungen behandelt. Ein 69-Jähriger erlitt weniger schwere Verletzungen. Die schwerste Verletzung weist laut den Behörden eine 55-Jährige auf, die im Krankenhaus Maggiore in Bologna behandelt wird. Ihr wurden beide Beine amputiert. Ebenfalls auf der Intensivstation liegt ein 52-Jähriger. Sein Zustand sei ernst, aber weniger besorgniserregend als zunächst angenommen. Drei weitere Verletzte – eine 27-Jährige, eine 71-Jährige und ein 47-Jähriger – werden in der Poliklinik von Modena mit nicht lebensgefährlichen Verletzungen behandelt.

Im Zentrum von Modena hat ein Auto mit hoher Geschwindigkeit etwa zehn Fußgänger erfasst. Es gibt Verletzte, einige davon schwer. Der Vorfall ereignete sich auf der Via Emilia im Stadtzentrum. Zahlreiche Einsatz- und Rettungskräfte standen im Einsatz. Das Auto erfasste etwa ein Dutzend Personen, wobei zwei schwer verletzt wurden.

Der Fahrer, der selbst verletzt wurde, floh zu Fuß und verletzte einen Mann mit einem Messer, der sich auf ihn gestürzt hatte, um ihn aufzuhalten. Er konnte schließlich an einer nahen Kreuzung überwältigt und festgenommen werden. Auch Bürgermeister Massimo Mezzetti traf am Unfallort ein. Die Staatspolizei hat umgehend Ermittlungen aufgenommen, um die Gründe für die Tat zu klären.

ANSA/Francesco Vecchi

Ersten Erkenntnissen zufolge fuhr das Auto mit voller Geschwindigkeit in eine Gruppe von Fußgängern auf dem Largo Porta Bologna und prallte anschließend gegen die Schaufensterscheibe eines Geschäfts. Es gibt mehrere Verletzte, mindestens ein Dutzend. Eine Frau soll ersten Zeugenaussagen zufolge beide Beine verloren haben. Der Mann soll anschließend versucht haben, zu fliehen, und dabei einen Passanten mit einem Messer attackiert haben. Dem Passanten gelang es schließlich, den Mann aufzuhalten. Vier oder fünf Personen verfolgten den Autofahrer und halfen dabei, ihn festzunehmen.

Der Mann heißt Salim el Koudri, ist 31 Jahre alt, ist italienischer Staatsbürger der zweiten Generation und hat marokkanische Wurzeln. Er stammt aus Seriate bei Bergamo, wohnt jedoch in der Provinz Modena. Er soll nicht vorbestraft sein und einen Hochschulabschluss in Wirtschaftswissenschaften besitzen. Den bisherigen Erkenntnissen zufolge stand er offenbar nicht unter dem Einfluss von Drogen oder Alkohol.

Ersten Zeugenaussagen zufolge fuhr das Auto auf den Bürgersteig, rammte ein Fahrrad und prallte dann gegen eine Frau, die am schwersten verletzt wurde. Dabei wurden ihre Beine zerquetscht. Zeugen hätten gesehen, dass er eine Waffe in der Hand gehalten habe. Es sei ihm jedoch nicht gelungen, jemanden zu erstechen. Es scheint, als habe er versucht, jemanden zu treffen.

„Wir haben gesehen, wie das Auto auf die Menschen zuraste. Es steuerte auf den Gehweg zu. Plötzlich gab er Gas. Es fuhr mindestens hundert Stundenkilometer. Wir haben Menschen durch die Luft fliegen sehen“, berichten Zeugen.

Der Zeuge Luca Signorelli, der nach der Tat als Erster eingriff, berichtet, dass die schwerste Verletzung bei dem Angriff die einer Frau ist, die von dem mit voller Geschwindigkeit fahrenden Auto frontal erfasst wurde. Durch den Aufprall verlor die Frau beide Beine. Er habe sofort versucht, der Frau zu helfen. Als er sah, dass der Täter flüchtete, nahm er die Verfolgung auf.

„Ich bin ihm nachgelaufen, inzwischen kamen mir weitere vier oder fünf Leute hinterher. Er verschwand hinter Autos und tauchte dann mit einem Messer in der Hand wieder auf. Er sprach zusammenhangslose Worte, und es war kein Italienisch. Es kam zu einem Handgemenge, bei dem er zweimal auf mich einstach. Einem Hieb konnte ich ausweichen, den anderen habe ich abbekommen. Dann habe ich ihm das Handgelenk festgehalten und ihn zusammen mit anderen Passanten überwältigt.“

„Es ist eine dramatische Tat. Ich bin zutiefst erschüttert. Was auch immer der Hintergrund sein mag, es ist ein äußerst schwerwiegender Vorfall. Wäre es ein Anschlag, wäre es noch schwerwiegender.“ Das sind die ersten Worte des Bürgermeisters von Modena, Massimo Mezzetti, der unmittelbar nach dem Unfall vor Ort war. Der Täter scheint nordafrikanischer Herkunft zu sein. Er befindet sich auf der Quästur und wird gerade verhört.

„Ich möchte den Bürgern danken, die ihn aufgehalten haben“, fügt Mezzetti hinzu. „Der Mann war zudem mit einem Messer bewaffnet. Sie haben Mut und großen Bürgersinn bewiesen. In diesem dramatischen Moment gilt mein herzlicher Dank ihnen.“

Stellungnahmen auf Regierungsebene

Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni drückte den Verletzten ihre Anteilnahme aus. “Was heute in Modena geschehen ist, ist äußerst schwerwiegend”, schrieb Meloni in sozialen Netzwerken. Sie sprach den Verletzten und deren Familien ihre Nähe aus und dankte zugleich den Bürgern, die “mutig eingegriffen haben, um den Verantwortlichen zu stoppen”, sowie den Sicherheitskräften für ihren Einsatz. Meloni erklärte zudem, sie habe mit dem Bürgermeister von Modena telefoniert und stehe in ständigem Kontakt mit den Behörden, um die Entwicklung der Lage zu verfolgen. Sie äußerte die Erwartung, dass der Täter “vollumfänglich für seine Taten zur Verantwortung gezogen” werde.

Präsident Sergio Mattarella erkundigte sich beim Bürgermeister über die Situation der Verletzten. Er drückte der Stadt Modena seine Anteilnahme aus und dankte den “mutigen Bürgern”, die den Täter gefasst hatten.

Andere Länder kondolierten Italien. “Ich bin erschüttert über den feigen Anschlag in Modena, bei dem Zivilisten angefahren und mit Messern angegriffen wurden”, schrieb der israelische Außenminister Gideon Saar auf der Plattform X. “Ich möchte der italienischen Regierung und den Familien der Opfer in diesem schwierigen Moment meine Solidarität ausdrücken und allen Betroffenen dieses schrecklichen Ereignisses eine schnelle Genesung wünschen”, fügte er hinzu.

“Ich bin tief erschüttert über den schweren Vorfall, der sich heute in Modena ereignet hat. Meine Gedanken sind bei den Verletzten, von denen sich einige in ernstem Zustand befinden. Ich danke den Sicherheitskräften, die schnell und mutig eingegriffen haben”, schrieb die Präsidentin des Europäischen Parlaments Roberta Metsola auf X.

Frühere Vorfälle in Deutschland und Frankreich

Die Tat erinnert an frühere Vorfälle in Deutschland und Frankreich. Der jüngste Fall ereignete sich am 4. Mai in Leipzig mit zwei Toten und mehr als 20 Verletzten. Zu den schwerwiegendsten Anschlägen zählen weiterhin die Attacke von Nizza im Jahr 2016 mit 86 Todesopfern, sowie der Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt, bei dem ein Lastwagen in die Menschenmenge fuhr und 13 Menschen starben. Hinzu kommen weitere Fälle in Europa, darunter die Anschläge von 2017 in Barcelona und London.

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