M5S schlägt „Quote 41“ vor

Renten, Impfungen und der Euro: Die Wahlkampfthemen in Italien

Mittwoch, 10. Januar 2018 | 19:50 Uhr

Rom – Der Wahlkampf angesichts der italienischen Parlamentswahlen im Frühjahr läuft auf Hochtouren. Ein Knackpunkt ist unter anderem die umstrittene Fornero-Reform, mit der unter der Regierung von Mario Monti die Renten der Italiener im Jahr 2011 drastisch gekürzt wurden. Der Spitzenkandidat der Fünf Sterne-Bewegung, Luigi Di Maio, will die Reform abschaffen.

Stattdessen schlägt er ein System vor, das unter dem Schlagwort „Quote 41“ zirkuliert. Demnach sollten Arbeitnehmer nach 41 Arbeitsjahren in Pension gehen – unabhängig von ihrem Alter. Damit würde die Bindung zwischen Renteneintrittsalter und Arbeitsjahren aufgelöst.

In einem Interview mit Tgcom24 erklärte Di Maio, die Fornero-Reform gehöre abgeschafft – nicht nur für jene, die kurz vor der Pension stehen, sondern auch für die Jugend. Auch die Lega Nord hatte die Abschaffung der Fornero-Reform angekündigt, musste allerdings wieder zurückrudern. Ex-Premier Silvio Berlusconi, der das Mitterechts-Bündnis anführt, obwohl er selbst aufgrund einer Verurteilung nicht mehr kandieren darf, schlug stattdessen eine Modifizierung der Fornero-Reform vor.  Forza Italia will außerdem die Arbeitsmarktreform „Jobs Act“ rückgängig machen.

Auch die ehemalige Ministerin Elsa Fornero, nach der die Reform benannt wurde, warnte vor einer Abschaffung. „Das wäre für Italien ein Selbstmord“, erklärte sie. Italienischen Medienberichten zufolge würde eine Abschaffung ohne eine alternative Regelung über 350 Milliarden Euro kosten.

Ein weiteres heißumkämpftes Thema ist der Impfzwang, den Italien unter Gesundheitsministerin Beatrice Lorenzin eingeführt hat. Lega-Chef Matteo Salvini kündigte eine Abschaffung des Gesetzes an, sollte das Mitterechtsbündnis die Regierung stellen. Die Gesundheitsministerin reagierte umgehend auf Twitter und meinte, mit der Abschaffung der Impfpflicht werde „die Gesundheit unserer Kinder aufs Spiel gesetzt“.

Die Maio erklärte in diesem Zusammenhang, dass seine Familie geimpft sei und er seinen Sohn impfen lassen würde. „Wir glauben an die Impfungen“, erklärt der M5S-Kandidat. Der politische Schlagabtausch hat in den sozialen Netzwerken in Italien hitzige Debatten zwischen Impfbefürwortern und -kritikern ausgelöst.

In Zusammenhang mit einem Austritt Italiens aus der Euro-Zone schlägt die Bewegung weniger forsche Töne an als in der Vergangenheit. „Unsere Linie hat sich nicht geändert. Allerdings hatte Deutschland im Jahr 2013 eine monolithische Regierung, das Bündnis zwischen Deutschland und Frankreich war sehr stark, auch Großbritannien war noch dabei. Damals war sehr schwierig, auf EU-Ebene zu verhandeln“, erklärte der M5S-Vertreter. Nun sei alles anders. Deutschland habe seit 90 Tagen keine Regierung, Spanien hat eine Minderheitenregierung, in Frankreich hätten die alteingesessenen Parteien viel verloren. „Es ist Zeit die Regeln beim Euro zu ändern, nicht den Euro zu verlassen“, meinte Di Maio.

Die Fünf Sterne-Bewegung hat im Internet die Seite leggidabolire.it ins Leben gerufen. Dort können Bürger Vorschläge posten, welche Gesetze abgeschafft werden sollten. Ziel sei es, 400 Gesetze in den ersten 100 Tagen Amtszeit abzuschaffen, seine Bewegung die neue Regierung bilden, erklärt der M5S-Kandidat. Jeden würden in Italien neue Normen entstehen, die für Chaos sorgen. Dadurch werde das Land blockiert, betonte Di Maio.

Von: mk

Kommentare

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19 Kommentare auf "Renten, Impfungen und der Euro: Die Wahlkampfthemen in Italien"


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wellen
wellen
Tratscher
8 Tage 11 h

Di Maio hat in allen Punkten recht. 41 Jahre arbeiten bei Lebenserwartung 85 Jahre sind genug und lässt den Jungen eine Chance. Köllensberger stelle für Südtirol eine gute Mannschaft auf und du regierst !

enkedu
enkedu
Kinig
8 Tage 10 h

Er hat nicht Recht. Italien leidet noch ein paar Jahre, weil es zu viele Privilegierte zu früh in Rente geschickt hat. Die leben noch lange und kassieren, auf den Schultern der Generation, die jetzt arbeitet.
Die Belastung des Haushaltes ist weiterhin zu hoch und das wird sie schon so bleiben. Rudern wir zurück, dann droht die Situation wie in Griechenland. Vor allem ohne kompromisslosen Draghi, der nur diesen Staat im Kopf hat.

Kurti
Kurti
Tratscher
8 Tage 3 h

ma loss den movimento 5 stelle kack.
mir brauchen endlich a mitte rechts regierung!!@

giftzwerg
giftzwerg
Superredner
8 Tage 1 h

Solln auch die was bezahlen, die immer nur bekommen haben

giftzwerg
giftzwerg
Superredner
8 Tage 1 h

Ich würde 40 jahre vorschlagen und keine öffentliche doppelte rente .
Weg mit vitalizio

MickyMouse
MickyMouse
Universalgelehrter
8 Tage 21 Min

Bin VOLL dabei,Polittaugenichte/innen haben wir zur Genüge,ausser abkassieren,Vetternwirtschaft und Lügen ,wenig Leistung!

iuhui
iuhui
Superredner
7 Tage 21 h

@Kurti hey Kurti, wir hatte sie ja schon für viele Jahre, mit ausgezeichnete Risultate! Ironie aus.

Erich59
Erich59
Grünschnabel
8 Tage 2 h

Mit 61 Jahren in Rente zu gehen, um für die Jugendlichen Platz zu machen finde ich richtig. Genau so gut finde ich es die Privilegien der Politiker abzuschaffen, auch da würden Miliarden Euro eingespart.

lupo990
lupo990
Tratscher
7 Tage 20 h

Erich59@@@,,,solo chiacchiere,,,NULL Erfahrung,sie wissen nicht einmal, was sie sagen….

Mikeman
Mikeman
Universalgelehrter
8 Tage 8 h

der allerwichtigste Schritt wär innerhalb eines Monats sämtliche Bürokratie und deren Schmarotzer ab zu schaffen sonst wird sich im Land nie was ändern.Erst dann würde es möglich sein 
wieder den Rest in die richtige Bahn zu weisen.

MickyMouse
MickyMouse
Universalgelehrter
8 Tage 24 Min

Achtung nicht verwässern 350 Milliarden bis ins Jahr 2060,OK!!!Wer rechnen kann und weiss wieviel Milliarden nutzlos vom Staat versenkt werden für Vitalizzi und Co.,dann bin ich bei Di maio!!!!

Toto
Toto
Grünschnabel
8 Tage 1 h

Bravo de Maio,bravo 5 Stelle. Wieso solln Leit,de mit 16 Johr ungfongen hobn zu orbeiten und sem a Stuiern gezohlt hobn,drfir bestroft werdn…noch 41 eingezoglten Orbeitsjohre in Rente gian… und wer donn nebnbei awian epoes tian will,gern

witschi
witschi
Universalgelehrter
8 Tage 39 Min

arbeit macht das leben süss

witschi
witschi
Universalgelehrter
7 Tage 22 h

……aber mit 50 ist dann schluss (sollte so sein)

lupo990
lupo990
Tratscher
8 Tage 6 h

Ha ha ha ha ha,,,41 was??? @41 Km durchlafn……@

zockl
zockl
Tratscher
7 Tage 22 h

..die Regeln beim Euro sind seit des Hr.Schröders Aktion vor mehr als 10 Jahren nicht mehr in Kraft. Die “Maastricht”Regel, die besagte “niemand bezahlt anderer Länder Schulden” wird von Merkel und Macron wiederholt gebrochen. Diesen Rechtsbruch zahlen im Wesentlichen die Steuerzahler der Niederlande und Deutschlands…
daß Draghi seine bankrotten Italiener alimentiert ist unbestritten – man möge weiter so machen..irgendwann wird es in den Geberländern eine Revolution geben

iuhui
iuhui
Superredner
7 Tage 21 h

Salvini und DiMaio sind die einzigen von denen ich noch keine Blödsinn gehört habe wie aboliamo il canone…

Bubi
Bubi
Tratscher
7 Tage 20 h

politiker hört endlich mit euren Versprechen (LÜGEN)auf und verkauft die Wähler nicht für blöd wundert euch nicht wenn die Wahlbeteiligung rückläufig ist wollt ihr daß die Staatsverschuldung immer noch steigt.?????? was hat uns damals Berlusconi alles versprochen u.was haben wir bekommen?????????

Benni
Benni
Tratscher
6 Tage 8 h

Früher in Renten gehen ist schlicht und einfach nicht möglich. Wenn ist es ein Wahlgeschenk das aber sicher nicht auf die Dauer möglich ist.
Wer sich mit der Demografischen Entwicklung beschäftigt wird das ganz schnell verstehen.
In den 50ern und 60ern gab es pro Jahr fast eine Million Geburten. Genau die Jahrgänge gehen jetzt in Rente. Zur Zeit sind es 470.000. Nicht mal ein Arbeitender Mensch pro Rentner!
Mir wäre es auch anderst lieber aber es ist schlicht und einfach unmöglich!!!!!
Wenn jemand was anderes erzählt verarscht er euch. Punkt!

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