Er erhielt 422 Stimmen

Roberto Fico ist Präsident der Abgeordnetenkammer

Samstag, 24. März 2018 | 14:37 Uhr

Rom – Der 44-jährige Kammerabgeordnete Roberto Fico ist an seinem Geburtstag zum Kammerabgeordneten gewählt worden. Der M5S-Vertreter, der aus Neapel stammt, war von Anfang an bei der Bewegung rund um den Starkomiker Beppe Grillo im Jahr 2005 dabei.

Erst bei der vierten Abstimmung wurde das nötige Quorum erreicht. Fico wurde neben seiner eigenen Bewegung auch von Lega-Abgeordneten, von Forza Italia und Fratelli d’Italia unterstützt. Der Wahl folgte ein langer Applaus in der Abgeordnetenkammer.

Um den Präsidenten der Abgeordnetenkammer zu bestimmen, waren mindesten 311 Stimmen nötig, also die Hälfte der 620 Abgeordneten plus eine Stimme. Fico erhielt insgesamt 422 Stimmen. 102 Abgeordnete des PD wählten Roberto Giachetti, 21 Stimmzettel waren ungültig, fünf Stimmen fielen auf andere Kandidaten aus, drei erhielt der Gruppensprecher von Forza Italia, Renato Brunetta, während 60 Stimmzettel weiß blieben.

Der bislang offizielle Kandidat der Fünf-Sterne-Bewegung, Riccardo Fraccaro, erhielt nur mehr sieben Stimmen. Keiner der Abgeordneten hat sich der Stimme enthalten.

Fico hat ein Studium der Kommunikationswissenschaften in Triest erfolgreich absolviert und ein Auslandssemester in Helsinki verbracht. Anschließend hat er ein Master-Studium in Mailand abgeschlossen.

Im Jahr 2010 kandidierte er für die Präsidentschaft in der Region Kampanien und das Jahr darauf für das Bürgermeisteramt in Neapel. Im Jahr 2013 wurde er – wie heuer am 4. März – in die Abgeordnetenkammer gewählt.

Fico verzichtet auf die jährliche Entschädigung von 26.000 Euro sowie auf ein Dienstauto.

Im Senat ist hingegen die Forza-Italia-Senatorin Maria Elisabetta Casellati im dritten Wahlgang zur Präsidentin gewählt worden. Die SVP-Abgeordneten hatten schon im Vorfeld angekündigt, keinen Kandidaten zu favorisieren und weiß abzustimmen.

Die Wahl der Präsidenten in Kammer und Senat und galt als wichtiges Vorzeichen, ob eine Regierung zwischen M5S und Mitterechts zustande kommen könnte.

 

Von: mk