34-Jähriger erschießt seine Frau und Kinder und richtet sich selbst – VIDEO

Schreckliche Familientragödie erschüttert Italien

Dienstag, 11. Dezember 2018 | 08:04 Uhr

Paternò – Eine sizilianische Kleinstadt im Hinterland von Catania wurde am Sonntag Schauplatz einer schrecklichen Familientragödie. Der 34-jährige Finanzberater Gianfranco Fallica erschoss seine 35-jährige Frau Vincenza Palumbo sowie seine beiden sechs und vier Jahre alten Söhne, bevor er die Waffe gegen sich selbst richtete. Das Motiv der schrecklichen Bluttat liegt im Dunkeln. Laut ersten Erkenntnissen der Carabinieri könnten finanzielle Schwierigkeiten, Eifersucht oder eine mögliche Depression eine Rolle gespielt haben.

Am Sonntag um die Mittagszeit machte der Vater von Vincenza Palumbo sich Sorgen um die Familie seiner Tochter. Nachdem er vergeblich versucht hatte, seine Tochter und seinen Schwiegersohn telefonisch zu erreichen, sperrte der Mann, der einen Schlüssel für die Wohnung besaß, die Haustüre auf. Im Elternschlafzimmer machte er eine schreckliche Entdeckung. Auf dem Bett lagen tot seine Tochter Cinzia Vincenza sowie seine sechs und vier Jahre alten Enkelsöhne Angelo Daniele und Francesco Gabriele. Neben dem Bett hingegen lag sein Schwiegersohn, der 34-jährige Finanzberater Gianfranco Fallica. Der Mann verständigte sofort die Carabinieri.

ANSA/Maurizio D’Arrò

Eine spätere Rekonstruktion des Tathergangs ergab, dass der 34-Jährige gegen 11.30 Uhr am Sonntagvormittag seine Frau und seine beiden Söhne im Bett im Schlaf erschossen hatte. Anschließend hatte Gianfranco Fallica die Waffe gegen sich selbst gerichtet. Auch am Montag herrschte über das Tatmotiv noch große Unklarheit. Eine Mutmaßung der ermittelnden Carabinieri ging am Tag nach der schrecklichen Tat davon aus, dass Gianfranco Fallica, der gegenüber seiner Frau eine anfallsartige Eifersucht gehegt hatte, während eines solchen Anfalls seine Familie ermordet hatte. Laut einer anderen Theorie war der 34-jährige Finanzberater, der erst vor wenigen Monaten im Zentrum der Kleinstadt eine eigene Geschäftsstelle eröffnet hatte, in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Seine Frau hingegen, die früher in einem Callcenter angestellt war, hatte nach der Geburt ihrer Söhne ihren Beruf aufgegeben und hatte sich voll und ganz ihren Kindern und dem Haus gewidmet. Ab und zu hatte die 35-Jährige im Restaurant ihrer Eltern ausgeholfen.

Von den Carabinieri befragten Verwandte und Freunde beschrieben das Paar und ihre beiden Söhne als Modellfamilie. Gianfranco Fallica sei ein vorbildhafter Vater und Ehemann gewesen und sei ganz in seiner Familie aufgegangen, so sein Freund und damaliger Trauzeuge bei der Hochzeit des Paares. Aber irgendetwas hatte in der Familie nicht gestimmt. Bei der Hausdurchsuchung fanden die Carabinieri Antidepressiva. Wem hatten sie gehört? Dem Mann oder der Frau?

Noch am Tag nach der schrecklichen Bluttat stand ganz Paternò still. Nur unter dem Wohnhaus der Familie gab es ein Kommen und Gehen der geschockten und weinenden Verwandten und Freunde. In der italienischen Öffentlichkeit hingegen entfachte die Tat von Paternò erneut die Diskussion um Waffenbesitz und Kontrolle der Lizenzen. Gianfranco Fallica, der ein passionierter Jäger gewesen war und einen regulären Waffenschein besessen hatte, hatte in einem Panzerschrank neben etwas Bargeld mehrere Gewehre und eine Pistole – die spätere Tatwaffe – aufbewahrt.

Einige Kommentatoren halten in diesem Fall die Debatte um mehr oder weniger Waffen aber für völlig deplatziert. Wenn sich hinter einer schönen Fassade wie das Magma in einem Vulkan dunkle Gedanken anstauen – so ihre Meinung – finden sie immer einen Weg zum Ausbruch – mit und ohne Feuerwaffen.

ANSA/Mimmo Trovato

Von: ka

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