Von: importer
Der Flughafen von Catania bleibt wegen der anhaltenden Aktivität des Ätna länger geschlossen als zunächst angekündigt. Die Sperrung des Airports auf der italienischen Mittelmeerinsel Sizilien wurde am späten Mittwochabend abermals verlängert. Starts und Landungen sind nun bis Freitag um 2.00 Uhr nicht möglich. Weitere Verlängerungen dürften nicht ausgeschlossen sein.
Erst wenige Stunden zuvor hatte der Flughafenbetreiber mitgeteilt, dass der Airport bis Donnerstag um 16.00 Uhr geschlossen bleiben soll. Wann der Flugbetrieb wieder aufgenommen werden kann, bleibt wegen der weiteren Entwicklung der Vulkanaktivität unklar. Passagiere werden gebeten, sich bei den jeweiligen Fluggesellschaften über den Status ihrer Flüge zu informieren.
Flugverkehr seit Tagen stark beeinträchtigt
Seit Tagen sorgt der jüngste Ausbruch von Europas aktivstem Vulkan für erhebliche Behinderungen im Flugverkehr auf Sizilien. Zahlreiche Flüge fielen aus, hatten Verspätung oder wurden auf andere Airports umgeleitet. Nach Angaben der Behörden waren Hunderte Flüge betroffen. Einige Flüge starteten schließlich von der Inselhauptstadt Palermo oder dem kleinen Flughafen von Comiso.
Für Reisende sind die Umleitungen teilweise mit erheblichen Umwegen verbunden. In den vergangenen Tagen berichteten Passagiere unter anderem von kurzfristigen Änderungen, vollen Zügen und stark gestiegenen Taxipreisen auf dem Weg zu den anderen Flughäfen. Auch der Weg zum italienischen Festland wurde demnach teuer. In den kommenden Tagen müssen Reisende weiterhin mit Einschränkungen rechnen.
Chaotische Lage auf Siziliens Flughäfen
Zwischen dem 8. und 11. August fielen am Flughafen Catania nach Angaben der Betreibergesellschaft Sac rund 700 Flüge aus oder konnten nicht wie geplant durchgeführt werden. Allein rund 400 Abflüge wurden gestrichen. Weitere 52 Flüge fielen am Mittwoch aus. Hinzu kommen zahlreiche Verbindungen, die wegen der durch die Vulkanasche beeinträchtigten Lufträume auf andere Flughäfen verlegt wurden. Mehr als 250 Flüge wurden bisher auf andere Flughäfen umgeleitet oder dort neu organisiert.
Rund 30.000 Passagiere bekamen bisher die Folgen der anhaltenden Eruption des Ätna zu spüren. In den sozialen Netzwerken veröffentlichten verärgerte Urlauber Fotos von langen Schlangen an den Schaltern der Fluggesellschaften und berichteten von kurzfristigen Umbuchungen und erheblichen Schwierigkeiten bei der Weiterreise. Viele Reisende mussten sich nach den Flugausfällen kurzfristig auf andere Flughäfen umorientieren. Als Ausweichmöglichkeiten dienten vor allem Palermo und Trapani, zeitweise auch Comiso im Südosten Siziliens. Die Passagiere mussten die Flughäfen teilweise mit Bussen oder auf eigene Faust erreichen – vielfach mit nur sehr kurzer Vorbereitungszeit.
Doch auch Comiso blieb nicht von den Auswirkungen der Vulkanasche verschont. Der Flughafen musste wegen der Asche vorübergehend ebenfalls geschlossen werden. Erst im Laufe des späten Mittwochvormittags konnte der Betrieb wieder aufgenommen werden.
Erhebliche Probleme für Reisende
Die Nachfrage nach Bussen und anderen Transportmöglichkeiten ist entsprechend hoch. Die Preise für Taxifahrten schnellten in die Höhe. Der Präsident der Region Sizilien, Renato Schifani, verwies auf die Notwendigkeit, das Luftfahrtsystem der Insel weiter auszubauen. Insbesondere der Airport von Comiso müsse leistungsfähiger werden. Die Regionalregierung habe deshalb zusätzliche Investitionen beschlossen.
Die Aschewolke des Ätna hatte am Dienstag auch den Flugverkehr auf Malta beeinträchtigt. Mehrere Gesellschaften mussten Verbindungen absagen. Bis Dienstagnachmittag wurden 19 Flüge gestrichen, weitere hätten erhebliche Verspätungen gehabt. Der internationale Airport von Malta liegt rund 220 Kilometer südlich des Ätna. Die Asche gelangte laut Experten sogar nach Libyen.
Ausbruch zieht Schaulustige an
Während die Vulkanasche in Catania Einwohner und Touristen vor Probleme stellt, zieht der Ausbruch gleichzeitig zahlreiche Schaulustige an. Vor allem nach Einbruch der Dunkelheit strömen Menschen in Richtung Ätna, um die glühenden Lavaströme und die Eruptionen zu beobachten. Auf den schmalen Provinzstraßen rund um den Vulkan kam es dadurch zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Auch illegale Parkplatzwächter versuchten, aus dem Besucherandrang Profit zu schlagen.
Der aktuelle Ausbruch bietet spektakuläre Bilder: Aus dem Krater sind wiederholt Explosionen und glühendes Magma zu sehen. Zudem haben sich inzwischen mindestens vier Spalten geöffnet, aus denen Lavaströme austreten und sich in mehrere Arme aufteilen.




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