Schutz- und Sicherungsarbeiten nicht durchgeführt

Tiertragödie: Bärenmama mit ihren Jungtieren in Wasserbecken ertrunken

Samstag, 17. November 2018 | 08:12 Uhr

Pescasseroli – Ein Wasserbecken aus Beton, das sich in der Nähe des von Bären bewohnten Nationalparks der Abruzzen, Latium und Molise befindet, wurde für eine kleine Bärenfamilie zu einer tödlichen Falle. Ein Muttertier sowie zwei Bärenjunge ertranken qualvoll im mit Wasser gefüllten Becken. Bereits im Jahr 2010 waren im Wasserbecken, dessen Besitzer nie Schutz- und Sicherungsarbeiten durchgeführt hatten, zwei Bären ums Leben gekommen.

Facebook/Parco Nazionale d’Abruzzo Lazio e Molise

Am Donnerstagmorgen wurden Mitarbeiter des Nationalparks der Abruzzen, Latium und Molise sowie Carabinieri der Forstaufsicht zu einem Wasserbecken gerufen, um daraus drei tote Bären zu bergen. Die mit Wasser gefüllte, große Betonwanne befindet sich in einem entlegenen Naturschutzgebiet in den Bergen des Apennins zwischen den Gemeinden Balsorano und Villavallelonga in der Nähe des Nationalparks. Bei den Opfern der Tiertragödie handelt es sich um eine rund zehn Jahre alte Bärin sowie um zwei ungefähr ein Jahr alte Jungtiere. Laut ersten Vermutungen waren die beiden Jungtiere – ein Männchen und ein Weibchen – zuerst ins Becken gefallen. Daraufhin – so die Mutmaßung – stürzte sich, um ihren Nachwuchs zu retten, auch die Mutter ins Wasserbecken. Alle drei Tiere ertranken in der Folge qualvoll.

Facebook/Parco Nazionale d’Abruzzo Lazio e Molise

Nachdem am Mittwochnachmittag ein Bergwanderer Alarm geschlagen hatte, begaben sich am frühen Donnerstagmorgen Wächter des Nationalparks und Carabinieri zum Ort der Tiertragödie. Da der Ort sehr entlegen ist und keine Zufahrtsstraße besitzt, musste zur Bergung ein Hubschrauber der Carabinieri angefordert werden. Die drei Tierkadaver wurden zum Sitz des Nationalparks nach Pescasseroli geflogen, wo sie zur genauen Feststellung der Todesursache und zum Ausschluss anderer, möglicher Todesgründe von einem Tierarzt genau untersucht werden sollen.

Facebook/Parco Nazionale d’Abruzzo Lazio e Molise

Bereits im Jahr 2010 war das Wasserbecken Schauplatz einer ähnlichen Tiertragödie geworden. Damals hatten zwei Bären im gleichen Becken, das sich auf einem privaten Grundstück befindet, ihr Leben verloren. Schutz- und Sicherungsarbeiten, die mit Unterstützung der Forstpolizei im Jahr 2012 durchgeführt worden waren, hatten nicht mehr neuesten Sicherheitsstandards genügt. In den letzten Wochen – so die Nationalparkverwaltung – waren die Besitzer mehrmals vergebens aufgefordert worden, das mit Wasser gefüllte Betonbecken so abzusichern, dass es keine Gefahr mehr für Tier und Mensch darstellen könne.

Facebook/Parco Nazionale d’Abruzzo Lazio e Molise

„Wir stehen wegen der geringen Population des Marsischen Braunbären vor einem schweren Verlust, der riskiert, alle bisher geleisteten Bemühungen, die Todesrate zu verringern und die Anzahl der geschlechtsreifen Weibchen zu erhöhen, zunichtezumachen. Dieser Fall rückt erneut die Notwendigkeit in den Mittelpunkt, den Schutz des Marsischen Braunbären auch außerhalb der Grenzen des Nationalparks, wo die Unterschutzstellung geringer und weniger wirksam ist, zu verbessern“, so der Präsident des Nationalparks der Abruzzen, Latium und Molise.

Tierfreunde zeigten sich über den Tod der kleinen Bärenfamilie empört. In Kommentaren auf der Facebook-Seite des Nationalparks forderten die Nutzer eine sofortige Absicherung des Beckens sowie rechtliche Konsequenzen für die Besitzer.

„So ein Leichtsinn, das ist dumm, ignorant, nicht an ein Tier gedacht, was Durst hat und trinken möchte. Die armen Bären, keine Chance aus dieser Falle zu entkommen, ein grausamer Tod“, meinte eine Kommentatorin auf Facebook.

Tre orsi annegati.Questa mattina il personale del Parco, coadiuvato dai Carabinieri forestali, ha recuperato 3 orsi in…

Pubblicato da Parco Nazionale d'Abruzzo Lazio e Molise su Giovedì 15 novembre 2018

 

Von: ka

Kommentare

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22 Kommentare auf "Tiertragödie: Bärenmama mit ihren Jungtieren in Wasserbecken ertrunken"


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Landschaftspfleger
24 Tage 8 h

Es ist freilich nicht richtig, wenn Tiere auf diese Weise umkommen müssen. Aber wenn in diesem Fall Leute von einer großen Tragödie sprechen, welche gleichzeitig bagatellisieren wenn jährlich 15000 Stück Nutztiere im Alpenraum von Großraubtieren qualvoll getötet werden, dann vermute ich, dass irgendetwas falschherum läuft !?

Protler
Protler
Grünschnabel
24 Tage 8 h

@Landschaftspfleger: Zweiteres keine fahrlässige Tötung sondern instinktives Jagdverhalten bzw. Hunger. Umkehrschluss: Warum macht es dich (falls du ein Haustier oder “Nutztiere” hälst) traurig wenn eines von denen stirbt und die 100 Milliarden durch Menschenhand und teilweise unter grausamst teuflischen Umständen getöteten Tiere interssieren dich/anderen nicht?

iuhui
iuhui
Universalgelehrter
24 Tage 1 h

du bist bald LANGWEILIG!! Für den homo sapiens reduziert sich die Fauna auf Schnitzel-Nutztiere und Hunde!

Firewall
Firewall
Tratscher
19 Tage 21 h

@iuhui
DA MUSS ICH DIR VON GANZEN HERZEN RECHT GEBEN

MickyMouse
MickyMouse
Universalgelehrter
24 Tage 8 h

Die Besitzer des Grundstücks ANZEIGEN und zur Rechenschaft ziehen,da sie ja bereits anscheinend aufgefordert wurden das Becken abzusichern.Mindestens 20000 Euro Strafe,dann überlegen sich diese Idioten sich das nächste mal!😡😡😡

Mikeman
Mikeman
Kinig
24 Tage 8 h

Als allerersten Schritt die Parkwerter freistellen ,für was werden die eigentlich bezahlt wenn sie nicht mal im Stande sind solche Widerertigkeiten sofort zu unterbinden und als nächsten Schritt
den Besitzer richtig an den Kragen.Sowas fahrlässiges gibts wohl nur bei uns,unglaublich.

xXx
xXx
Superredner
24 Tage 3 h

Artikel gelesen?

Die Aufforderung das Becken abzusichern ist schon mehrfach gemacht worden.

Das Becken befindet sich auf einem PRIVAT Grundstück AUSERHALB des Nationalparks. Was sollen da bitteschön die Werter machen?

Der Besitzer gehört zu strafen.

Albert
Albert
Tratscher
24 Tage 8 h

Und genauso passiert es zu tausenden in halbvollen oder leeren Schwimmbecken. Es würde nichts kosten ein Holzbrett zu befestigen, damit die Tiere wieder hoch kommen. So eine Hilfseinrichtung müsste vom Gesetzgeber vorgeschrieben sein. Das wäre mal eine wixhtige und nützliche Aufgabe der Tierschützer sich dafür einzuswtzen

xXx
xXx
Superredner
24 Tage 3 h

Tierschützer setzten sich schon seit Jahrzenten für solche Dinge ein, aber ohne entsprechendes Gesetz kann man niemanden zwingen.

Dagobert
Dagobert
Universalgelehrter
24 Tage 8 h

Für die Mitarbeiter des Nationalparks war es wohl auch nicht möglich einen Zaun um das Becken aufzustellen??
Die Rechnung hätte man dann ja dem Besitzer überreichen können.

xXx
xXx
Superredner
24 Tage 3 h

1. Dürfen sie das nicht (Privatgrundstück)
2. Das Becken befindet sich auserhalb des Nationalparks.

Zukunft Suedtirol
Zukunft Suedtirol
Grünschnabel
24 Tage 8 h

Typisch alla italiana…….cé qualcuno?

hundeseele
hundeseele
Tratscher
24 Tage 7 h

…….wer musste überwachen,das dieser “Privateigentümer” die Sicherheitsregeln einhält???
Wieviel zeitliche Frist hatte der Privateigentümer um sie umzusetzen?
Ganz klare Mitschuld der Nationalparkverwaltung!!!
Ich bin KEIN Fan von Bär und co. in unsren Wäldern,aber sowas ist fahrlässig grausam und natürlich zu verurteilen!

Paul
Paul
Universalgelehrter
24 Tage 3 h

in 8 Jahren 5 Bären auf dem Gewissen ! A saftige Strof und den Grund beschlagnahmen

Savonarola
Savonarola
Universalgelehrter
24 Tage 8 h

jetzt muss der Staat auf Schadensersatz klagen, so wie bei uns der Rechnungshof wegen der Murmeltiere aktiv geworden ist.

Mikeman
Mikeman
Kinig
24 Tage 4 h

@ Dagobert
Die für das Gebiet zuständigen Beamten ,egal ob Parkwerter oder Forstbehörde selbst hätten pflichtmäsig gegenüber dem Eigentümmer sofort einschreiten müssen um das Becken abzusichern und nicht nur sondern auch sofort eine ordentliche Anzeige verpassen.

So ist das
So ist das
Universalgelehrter
24 Tage 2 h

Typisch. Man weis davon seit Jahren, aber nichts wird unternommen, weil es ja NUR Bären sind. ☹️

pusteblume
pusteblume
Grünschnabel
23 Tage 23 h

was wäre wenn, ein mensch hineingefallen wäre…ist so auch schon schlimm, arme bären

Mikeman
Mikeman
Kinig
23 Tage 23 h

@ xXx
Na und was soll dieser Schwachsinn,sowas ist mit dem Bau einzuplanen und wenn bei abgeschlossener Arbeit nicht vorhanden sofort saftig zu strafen und nachholen.Wo lebst du denn im Schlaraffenland wo gebettelt werden sollte um eine Arbeit zu vollenden wie sichs gehört??

Pat60
Pat60
Neuling
23 Tage 1 h

müssen kinder da rein fallen um die besitzer zur rechtenschaft zu ziehen? Solche unverantworliche menschen können nur jäger sein.

knoflheiner
knoflheiner
Universalgelehrter
22 Tage 12 h

eine bärenfalle, der besitzer hott sich bestimmt dabei wos denkt.

Horizont
Horizont
Tratscher
22 Tage 57 Min

was ist das für ein Besitzer der bis jetzt nix unternommen hat. ist es ihm egal dass schon 5 Bären ertrunken sind. hat er keine Gefühle. ich hasse solche Menschen .

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