Bis zuletzt hofften viele auf ein Wunder

Tod von Antonio Megalizzi: Trauer und Betroffenheit

Samstag, 15. Dezember 2018 | 09:08 Uhr

Rom/Straßburg/Trient – Nach dem Tod des Trentiner Journalisten Antonio Megalizzi herrschen auch in der Politik Trauer und Betroffenheit. Wie berichtet, ist der 28-Jährige bei dem Anschlag in Straßburg von einem Projektil getroffen worden und am Freitagnachmittag seinen Verletzungen erlegen.

Eine Kugel des Todesschützen Cherif Chekatt hatte ihn am Kopf erwischt. Während die Angehörigen bis zuletzt auf ein Wunder hofften, hatten die Ärzte dem Mann kaum Überlebenshoffnungen eingeräumt. Die Kugel hatte Megalizzi an der Schädelbasis nahe der Wirbelsäule getroffen und er konnte nicht operiert werden. Der Journalist wollte in Straßburg über die Plenarsitzung des Europäischen Parlaments berichten.

Nachdem Unglück war er von den Ärzten in ein künstliches Koma versetzt worden, doch sein Gesundheitszustand schien von Anfang an kritisch. Seine Familie und seine Verlobte standen ihm in seinen letzten Stunden im Krankenhaus von Straßburg zur Seite.

Die Anzahl der Todesopfer steigt damit auf vier. Bei einer Blitzaktion der Einsatzkräfte wurde der mutmaßliche Attentäter am Donnerstagabend ebenfalls getötet.

Staatspräsident Sergio Mattarella bezeichnete den Tod des jungen Mannes als „inakzeptable Tragödie“. Premier Giuseppe Conte sprach den Familienangehörigen und der Freundin von Megalizzi sein Beileid aus. Innenminister Matteo Salvini erklärte auf Twitter hingegen, er werde sich dafür einsetzen, dass niemand mehr als Opfer eines Anschlags sterben müsse.

„Mit Antonio verschwindet ein Universum an Träumen und Hoffnungen“, erklärte der Trentiner Landeshauptmann Maurizio Fugatti. Auch Regionalratspräsident Roberto Paccher drückte den Angehörigen im Namen der Abgeordneten sein Beileid aus – ebenso wie der Trentiner Landtagspräsident Walter Kaswalder.

Auch der Radiosender Europhonica, für den Antonio Megalizzi gearbeitet hat, verkündete auf Twitter den Tod des jungen Journalisten. „Unsere Gedanken sind bei der Familie sowie seinen Freunden und Kollegen“, hieß es in einer Botschaft.

Der Rektor der Universität von Trient, Paolo Collini, versprach hingegen, dass die Universität werde sich an Megalizzi erinnern. Der Imam der islamischen Gemeinde von Trient, Aboulkheir Breigheche, verurteilte der Terror-Anschlag scharf: Das Attentat sei eine „kriminelle und unmenschliche Handlung“.

Auch SVP-Senatorin Julia Unterberger spricht den Familienangehörigen und Freunden von Antonio Megalizzi ihr Beileid aus. „Wir alle haben auf ein Wunder gehofft, zu dem es leider nicht gekommen ist“, erklärt die Vorsitzende der Autonomiegruppe im Senat. Wieder sei ein leidenschaftlicher und neugieriger junger Erwachsener dem islamistischen Fundamentalismus zum Opfer gefallen – genauso wie die anderen jungen Italiener, die in den vergangenen Jahren bei Attentaten ums Leben gekommen seien, angefangen von Valeria Solesin bis hin zu Fabrizia Di Lorenzo, schreibt Unterberger in einer Aussendung.

Die Präsidenten der Abgeordnetenkammer und des Senats, Roberto Fico und Maria Elisabetta Alberti Casellati, der Fünf-Sterne-Minister Riccardo Fraccaro, der im Trentino gewählt wurde, sowie die Kammerabgeordnete Michaela Biancofiore zeigten sich ebenfalls betroffen und drückten der Familie ihre Solidarität aus.

Unter anderem äußerten sich noch PD-Gruppensprecher Graziano Delrio und Anna Maria Bernini, Gruppensprecherin von Forza Italia im Senat. Die Eltern, die Schwester und die Verlobte von Megalizzi wollen im Moment keine weiteren Stellungnahmen abgeben und haben die Medien gebeten, ihre Trauer zu respektieren.

Am Sonntag soll eine Autopsie durchgeführt werden. Dies haben die französischen Behörden beschlossen. Anschließend soll der Leichnam für die Überfahrt nach Italien freigegeben werden. Die Beerdigung wird dann vermutlich in der Mitte der kommenden Woche stattfinden.

Von: mk

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

25 Kommentare auf "Tod von Antonio Megalizzi: Trauer und Betroffenheit"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
denkbar
denkbar
Kinig
1 Monat 8 Tage

Mattarella hat die richtigen Worte gefunden, eine inakzeptable Tragödie. Tiefes Mitgefühl für die Angehörigen und die Freundin des Opfers.

Salvinis twitter-Spruch – empathielos wie immer! Er verspricht etwas, was er nie halten kann. Jeder mit gesundem Menschenverstand weiß, dass es die absolute Sicherheit in der Geschichte der Menschheit nie gegeben hat und nie geben wird!

falschauer
falschauer
Superredner
1 Monat 8 Tage

jemand, wie salvini, der glaubt mit den “baggern” probleme lösen zu können von dem kann man nicht viel mehr erwarten geschweige denn empathie…..der junge mann war zur falschen zeit am falschen ort….es ist alles so traurig und es tut mit so leid für ihn….

Staenkerer
1 Monat 8 Tage

“…er werde sich dafür einsetzen das dies nie mehr passiert…” verspricht ober nit das es nie mehr passiern wird, sonder verspricht nur den eisatz, des zu verhindern! sunscht müßte er woll “….ich verspreche das dies niemehr passieren wird …” sogn, und des wäre großspurtige angeberei, und würde deinen angriff rechtfertigen!

m69
m69
Kinig
1 Monat 8 Tage

Denkbar

Das was die Vergangenheit betrifft, wissen wir.
Was die Zukunft betrifft, das weiß nicht einmal der Papst.

PS. Wenn man alle Twitter Nachrichten von Politiker*inen als Maß aller Dinge in Betracht ziehen würde, dann hätte man zumindest in Deutschland ja alles schon geschafft.

Wie hieß der Spruch gleich noch?

Ach ja!

Wir schaffen das!
Und anschauen auch noch,
vom Obama, wie kann man nur!
😎

m69
m69
Kinig
1 Monat 8 Tage

…Und abschauen…. Sollte es heißen 😰

typisch
typisch
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

Die absulute sicherheit, du verdrehst hier worte, europa hat sich verändert in sachen sicherheit, aber nicht zum positiven und daran ist sicher nicht salvini schuld

denkbar
denkbar
Kinig
1 Monat 8 Tage

@Staenkerer . Dass es bei Ihnen mit Textverständnis und Textinterpretation gewaltig hapert ist nichts Neues, dass Sie nur darauf aus sind zu verdrehen um zu diskreditieren, im übrigen auch nicht!

denkbar
denkbar
Kinig
1 Monat 8 Tage

@Staenkerer . Im verdrehen von Teten, um jemanden schlecht zu machen, sind Sie hingegen Weltmeisterin! – sollte es heißen!

denkbar
denkbar
Kinig
1 Monat 8 Tage

@typisch . Wenn jemand sagt, ich garantiere, dass so etwas nie mehr passiert, dann garantiert er absolut diese Sicherheit!

ivo815
ivo815
Kinig
1 Monat 8 Tage

@typisch richtig, Europa hat sich verändert, denn der Terror hat kontinuierlich abgenommen. Ich finde das toll

typisch
typisch
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

@denkbar
Nin ja frankreich ist nicht italien oder doch?

typisch
typisch
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

@denkbar
Also frankreich ist nicht italien oder?

iuhui
iuhui
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

@typisch
die Terrorgeschichte ist mit den Bush eskaliert!

ivo815
ivo815
Kinig
1 Monat 8 Tage

@iuhui du lebst in Kabul?

iuhui
iuhui
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

@ivo815 wäre schön…

Tirola
Tirola
Tratscher
1 Monat 8 Tage

Das ist Europa heute und ich fürchte das das alles noch schlimmer kommt….Europa hat wohl versagt

typisch
typisch
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

Das problem ist jetzt dass linke jetzt die schuld auf rechtspopulisten abwelzen möchten, zum glück gibt es leute die selbst denken und sich von medien nicht leiten lassen

ivo815
ivo815
Kinig
1 Monat 8 Tage

@typisch selbst denken ist schon okay. Nur sollte halt vorher was rein tun in die hohle Birne. Sonst kommt oft nur Stumpfsinn dabei raus wenn gedacht wird

m69
m69
Kinig
1 Monat 7 Tage

@ivo815 

ivo, na dann füll mal bei dir nach! 🙂

Staenkerer
1 Monat 8 Tage

welch sinnloser tot der durch eingreifen im vorfeld zu vermeiden gwesn war!

ruhe sanft, junger mann
mögen deine lieben halt und kraft finden dises leid zu überwinden.

Ninni
Ninni
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

Trauer weit und breit.

Unbeschreiblich 😥

Tottele
Tottele
Superredner
1 Monat 8 Tage

Mein Beileid seiner Familie und Freunden .

Kurt
Kurt
Kinig
1 Monat 8 Tage

betroffen, unbegreiflich, zur falschen Zeit am …, RIP

traktor
traktor
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

das blut der opfer klebt an den händen jener, welvhe die grenzen für terroristen offenhalte. …

kaisernero
kaisernero
Tratscher
1 Monat 7 Tage

“””””herrschen auch in der Politik Trauer und Betroffenheit”””””
des isch zuwenig..!!! und in 2-3 wochen isch olls wieder vrgessn wia schun sou oft !!!!!!!!!
Dia “”POLITIK””muas gach ounhebn hondeln mit setta typen!!!
wiaviele toate solls denn nu gebn??

wpDiscuz