Hilfsorganisationen fordern sichere Fluchtwege

Tragödie im Mittelmeer: Viele Tote nach Bootsunglück

Sonntag, 05. April 2026 | 15:53 Uhr

Von: fra

Wie mehrere italienische Medien berichten, hat sich vor der libyschen Küste erneut ein schweres Schiffsunglück ereignet. Ein Migrantenboot kenterte in der sogenannten Such- und Rettungszone vor Libyen, zahlreiche Menschen gelten als vermisst.

Nach Angaben der Überlebenden waren rund 110 Personen an Bord des etwa 12 bis 15 Meter langen Holzbootes, das von Tripolis aus gestartet war. Lediglich 32 Menschen konnten gerettet werden. Damit könnten etwa 80 Personen im Meer ums Leben gekommen sein. Zwei Leichen wurden von Einsatzkräften geborgen.

Das Boot geriet nach mehreren Stunden Fahrt in Schwierigkeiten, als Wasser eindrang. Nach rund 15 Stunden kenterte die überfüllte Einheit. Die Migranten befanden sich anschließend über längere Zeit im Wasser, bevor Hilfe eintraf. Die Schiffbrüchigen wurden zunächst von einem Frachtschiff und einem Schlepper aufgenommen und später von der italienischen Küstenwache übernommen. Diese brachte die Überlebenden schließlich nach Lampedusa.

Unter den Geretteten befinden sich 31 Männer und ein unbegleiteter Minderjähriger. Die meisten stammen aus Bangladesch, Pakistan und Ägypten. Laut ersten Angaben stehen die Überlebenden unter Schock, nachdem sie mehrere Stunden im offenen Meer ausharren mussten. Sie wurden medizinisch versorgt und im Aufnahmezentrum untergebracht.

Kritik von Hilfsorganisationen
Die Internationale Organisation für Migration bestätigte das Unglück und sprach von einer weiteren Tragödie auf den Fluchtrouten im Mittelmeer. Auch “Save the Children” äußerte sich besorgt und verwies auf die weiterhin hohe Zahl an Todesopfern im Mittelmeer.

Die Organisation forderte erneut sichere und legale Zugangswege nach Europa sowie ein koordiniertes Seenotrettungssystem, um solche Unglücke künftig zu verhindern.

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