Von: mk
Triest – Ein heftiges Unwetter hat am Sonntagabend im Zentrum von Triest schwere Schäden angerichtet. Gegen 20.00 Uhr führte extremer Starkregen zum Einsturz einer Mauer in der Via Giulia, einer der wichtigsten Verkehrsachsen der Stadt. Ein Pkw, der vorbeifuhr, wurde von einem Mauerbrocken getroffen.
Der Einsturz war von einem lauten Knall begleitet, als die jahrzehntealte Sandstein-Stützmauer unter den Wassermassen nachgab. Die Wucht des Einsturzes riss Stützstrukturen, ein Eisengeländer sowie Werbetafeln mit sich.
Die Trümmer krachten direkt vor der Kaserne der Finanzpolizei auf die Fahrbahn und begruben zwei geparkte Fahrzeuge unter sich. Ein weiteres Auto, das im Abendverkehrs unterwegs war, wurde von einem herabstürzenden Felsbrocken getroffen. Wie durch ein Wunder gab es nach bisherigen Angaben keine Verletzten.
Ursache für den Kollaps war nach ersten Erkenntnissen eine Wasserader im Inneren der Sandsteinmauer, die durch den Starkregen extrem anstieg und die massiven Steinblöcke regelrecht heraussprengte.
Der Einsturz wirft nun drängende Fragen zur Infrastruktur auf: Entlang des Stadtteils von der Via Giulia bis nach San Giovanni prägen viele vergleichbare, veraltete Sandsteinbauten das Stadtbild, was bei Anwohnern und Behörden große Sorge vor weiteren Ereignissen dieser Art schürt.
Der Mauereinsturz war nicht der einzige Schauplatz von Verwüstungen, die auf die Unwetterfront zurückzuführen sind. Auch das Dach eines Wohnhauses hielt den Wassermassen nicht mehr stand und stürzte ein, wodurch mehrere Wohnungen überflutet wurden. Überflutete Straßen und von den Wassermassen herausgedrückte Kanaldeckel hielten die Feuerwehr mit dutzenden Notfalleinsätzen bis tief in die Nacht auf Trab.
Gemeinderat Riccardo Laterza von der Liste „Adesso Trieste“ warnt vor den Folgen des Klimawandels. „Mit dem Anstieg der globalen Durchschnittstemperaturen werden extreme Wetterphänomene immer häufiger und heftiger auftreten“, schreibt Laterza in einem Beitrag auf Facebook. Das bedeute nicht nur Hitzewellen, sondern auch „tropische“ Unwetter mit allen dazugehörigen Konsequenzen. Der Einsturz der Stützmauer habe zwar keine Verletzten gefordert, sondern „nur“ Sachschäden verursacht, das sei jedoch reines Glück gewesen.
Aus diesem Grund sei es eine globale Verpflichtung, innerhalb der von der überwältigenden Mehrheit der wissenschaftlichen Gemeinschaft vorgegebenen Grenzen des durchschnittlichen Temperaturanstiegs zu bleiben, um noch schwerwiegendere Folgen zu verhindern. „Auf lokaler Ebene und mit Blick auf unsere Stadt braucht es zusätzlich einen außerordentlichen Instandhaltungs- und Maßnahmenplan, um sich an die Auswirkungen des Klimawandels anzupassen“, fordert Laterza.
Dass sich in Nord- und Mittelitalien schwere Unwetter nach der jüngsten Hitzewelle anbahnen würden, war im Vorfeld bereits angekündigt worden.




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