Von: mk
Rom/Caracas – Die neue Regierung in Venezuela hat mehrere internationale Häftlinge freigelassen – darunter auch zwei Italiener. Der 45-jährige Entwicklungshelfer Alberto Trentini aus dem Veneto und der 52-jährige Turiner Unternehmer Mario Burlò wurden zunächst in die italienische Botschaft nach Caracas gebracht, wo sie auf den Rückflug in ihre Heimat warteten.
Ministerpräsidentin Giorgia Meloni drückte ihre “Freude und Zufriedenheit” über die Rückkehr der beiden Italiener aus. Gleichzeitig dankte sie den Behörden in Caracas “für die konstruktive Zusammenarbeit”. Für die Regierung in Rom ist die Freilassung auch ein diplomatischer Erfolg. Die Regierung habe es verstanden, den Dialog zu suchen und den Wandel in Venezuela rechtzeitig zu deuten, erklärte Außenminister Antonio Tajani.
Trentini und Burlò wurden in der Tat nur wenige Tage nach der Entführung des venezolanischen Diktators Nicolás Maduro durch US-Eliteeinheiten aus ihrer Haft entlassen. Derzeit wird Venezuela von Delcy Rodríguez, Maduros ehemaliger Vizepräsidentin, als Interimspräsidentin geführt. Auf der Plattform X teilte Tajani mit, dass die beiden Italiener in guter Verfassung seien. Auch die Opposition im römischen Parlament bejubelte die Freilassung.
Alberto Trentini e Mario Burlò sono liberi e sono nella sede dell’ambasciata d’Italia a Caracas.Lo ho appena comunicato al Presidente del Consiglio @GiorgiaMeloni che ha sempre seguito la vicenda in prima persona. .Ho parlato con i nostri due connazionali che sono in buone…
— Antonio Tajani (@Antonio_Tajani) January 12, 2026
Trentini, der als Mitarbeiter für eine NGO tätig war, als auch Burlò waren im Jahr 2024 in Venezuela inhaftiert worden. Während es im Fall von Trentini nie eine klare Begründung gab, erhob man gegen Burlò vage Anschuldigungen wegen „Terrorismus“. Menschenrechtsorganisationen kritisieren seit Jahren willkürliche Festnahmen in Venezuela.
Wie italienische Medien berichten, ließ Maduro Bürger aus anderen Staaten gefangen nehmen, um deren Regierungen zu erpressen und sie dazu zu zwingen, seine Wahl als Staatsoberhaupt offiziell anzuerkennen. Der linke Autokrat hatte sich seinen Weg zur Macht offen mit Wahlmanipulation geebnet. Hinter den Festnahmen steckte demnach ein rein politisches Motiv, das allerdings mit seiner Entmachtung durch die USA nun hinfällig wird.
Die Familie von Trentini zeigte sich unterdessen hocherfreut. Nach mehr als 400 Tagen Haft bringe die Freilassung lang erwartete Erleichterung. Burlò erwartet in Turin hingegen ein Prozess wegen mutmaßlicher Steuervergehen, dem er sich stellen muss. Wegen seiner Inhaftierung in Venezuela war der Prozess zwischenzeitlich auf Eis gelegt worden.




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