Schusswechsel zwischen Polizei und Räubern – VIDEO

Wilder Westen auf der Autobahn: Kommando überfällt drei Geldtransporter

Donnerstag, 06. Dezember 2018 | 07:00 Uhr

Serino – Am Dienstagvormittag wurde die Autobahn Salerno-Avellino Schauplatz eines spektakulären, in Wildwestmanier organisierten Raubüberfalls. Ein aus rund einem Dutzend schwer bewaffneten Räubern bestehendes Kommando sperrte mittels brennender Fahrzeuge die Autobahn und überfiel drei Geldtransporter. In der Folge kam es zwischen den Räubern und den Beamten einer herbeigerufenen Polizeistreife sowie Carabinieri zu einem heftigen Schusswechsel. Aus Sicht der Kriminellen war dem Überfall nur ein Teilerfolg beschieden. Mit „nur“ zwei Millionen Euro ergriffen die Täter die Flucht.

ANSA

Es war kurz nach 9.00 Uhr am Dienstagvormittag, als eine Bande militärisch organisierter Räuber in der Nähe der Ausfahrt von Serino der Autobahn Salerno-Avellino drei Geldtransportern auflauerte. Ziel ihrer kriminellen Gelüste waren drei Geldtransporter der Firma Cosmopol, die insgesamt acht Millionen Euro in bar zur Banca d’Italia-Filiale von Avellino bringen sollten. Gegen 10.00 Uhr streuten Mitglieder des Kommandos Nägel auf der Fahrspur aus. Daraufhin hielten die maskierten, mit Pistolen und Kalaschnikows bewaffneten Räuber die Autos an und zwangen den Fahrer eines Tanklastwagens, sein Fahrzeug auf der Autobahn querzustellen. Nachdem sie, um eine Barriere aus Blech und Flammen zu schaffen, ihre eigenen Autos angezündet hatten, nahmen sie die im Stau steckenden Geldtransporter ins Visier. Einem der drei Transporter gelang es, im letzten Moment die in Flammen stehende Barriere zu durchbrechen und die Flucht zu ergreifen. Die zwei anderen hingegen wurden mit schwerem Gerät aufgebrochen.

Aber an diesem Tag hatten die Kriminellen kein Glück. Zwei Carabinieri, die zu einem Gefangenentransport eingeteilt worden waren, waren zufällig zur gleichen Zeit auf der Autobahn unterwegs. Sie eilten mit der Waffe in der Hand zum nahen Tatort und befahlen den Räubern, die Hände hochzunehmen. Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, feuerte ein Carabiniere vier Schüsse in die Luft. Auch eine Streife der Polizei, die auf der Autobahn ihren normalen Dienst versah, wurde von den im Stau steckenden Autofahrern zum Ort des Überfalls alarmiert. In der Folge kam es zwischen den Beamten der Polizei und den Carabinieri auf der einen und den bei ihrer „Arbeit“ gestörten Räubern auf der anderen Seite zu einem heftigen Schusswechsel. Dabei wurden weder ein Ordnungshüter noch ein Krimineller verletzt. Nachdem ihnen gelungen war, „nur“ zwei der anvisierten acht Millionen Euro zu stehlen, suchten die Räuber das Weite. Ein Teil von ihnen floh über Felder und Äcker ins Umland. Andere Räuber hingegen zwangen eine Frau dazu, ihnen ihren Fiat Punto auszuhändigen. Mit dem Wagen ergriffen die Räuber auf der Autobahn entgegen der Fahrtrichtung Richtung Salerno die Flucht.

Trotz einer sofort in die Wege geleiteten Großfahndung, bei dem auch zwei Hubschrauber zum Einsatz kamen, konnten alle am Überfall beteiligten Banditen zunächst entkommen. Die Autobahn selbst blieb wegen der notwendigen Aufräum- und Löscharbeiten über Stunden in beiden Fahrtrichtungen gesperrt. In der Zwischenzeit nahmen die DIA (Direzione Investigativa Antimafia, polizeiliche Hauptzentrale für die Bekämpfung der Mafia, Anmerkung der Redaktion) von Neapel sowie der Oberstaatsanwalt von Avellino, Rosario Cantelmo, die Ermittlungen auf.

ANSA

In einem Interview sprach Rosario Cantelmo von einer „Kriegserklärung“. Einfache Bürger sowie jene Autofahrer, die unter vorgehaltener Kalaschnikow gezwungen worden waren, ihre Fahrzeuge zu verlassen, fragen sich hingegen, warum es überhaupt möglich ist, dass ein Dutzend schwer bewaffnete Kriminelle am helllichten Tag eine Autobahn komplett sperren und mehrere Geldtransporter überfallen können.

Von: ka

Kommentare

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14 Kommentare auf "Wilder Westen auf der Autobahn: Kommando überfällt drei Geldtransporter"


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Staatsfeind
Staatsfeind
Tratscher
11 Tage 21 h

Dank des Waffenverbotes ist so etwas möglich, denn die Kriminellen können sich darauf verlassen, dass sich die Bürger nicht wehren können. In diesem Fall können sie sich voll auf den Geldtransport konzetrieren.

xXx
xXx
Superredner
11 Tage 19 h

Na Gott sei dank, sonst hätt es sicher Tote gegeben, wenn jeder möchtegerne Cowboy zur Waffe greifen könnte.
Das Geld ist versichert, der Schaden also gering.

6079_Smith_W
6079_Smith_W
Universalgelehrter
11 Tage 3 h

Ich stelle mir gerade vor wie ein mutiger Bürger seine Waffe zieht und alleine gegen eine mit Sturmgewehren bewaffnete Bande vorgeht…

tom
tom
Superredner
12 Tage 4 h

In Deutschland werden LKWs während der Fahrt ausgeraubt. Die Gauner kleben mit dem einen Auto an der Stoßstange vom LKW, klettern aus dem Schiebedach heraus auf die Motorhaube, knacken das Schloss, öffnen die Türen, laden die Ware um und das wars. Damit das ganze unbeobachtet vom übrigen Verkehr ablaufen kann, verdecken Komplizen mit höheren Fahrzeugen die Sicht zum Opfer. Ist in der Mediathek vom ZDF nachzusehen

Jefe
Jefe
Tratscher
12 Tage 4 h

Irgendwo hat einer schon gequatscht…sonst würden die nicht wissen das hie 8 M zu holen sind. Aber wenn man bedenkt…dividiert durch 12……und dann gibt es nur 660000…für diesen Aufwand…..

wouxune
wouxune
Tratscher
11 Tage 13 h

Wiso? Hosch du sie gezählt? Das woasch dasz 12 worn??

Jefe
Jefe
Tratscher
11 Tage 13 h

@wouxune
haha …gezählt nicht….aber ich kann lesen……
Ein aus rund einem Dutzend schwer bewaffneten Räubern bestehendes Kommando
oder weißt du nicht was ein Dutzend ist????

wouxune
wouxune
Tratscher
10 Tage 23 h

@Jefe

Jefe
Jefe
Tratscher
10 Tage 23 h

@wouxune
super….das es heute zu Tage Internet gibt….
der Klassiker schlecht hin: Ich gehe in Frankreich in ein Restaurant und bestelle 1 Duzenf Austern…..ich kriege nicht ein Paar….ich kriege nicht 100…nein …..ich kriege 12….so wie es immer schon war….

wouxune
wouxune
Tratscher
10 Tage 13 h

@Jefe Mir sein obo et in Frankreich….

Jefe
Jefe
Tratscher
10 Tage 10 h

@wouxune
egal ob wir in Frankreich sind oder nicht…..ein Dutzend bleibt ein Dutzend.
Gleich wie 1 kg ….. 1 kg bleibt und nich auf einmal 1.5 kg sind.
wegen Leuten wie Ihnen…..wird sogar das “Pi” (3,14•) neu erfunden, aber höchstwahrscheinlich wissen sie eh nicht was das ist.

Staatsfeind
Staatsfeind
Tratscher
11 Tage 22 h

Die EZB muss nur aufs Knöpfchen drücken, dann sprudeln die Milliarden aus dem scheinbaren Nichts, entwended von allen Haltern von Euros. Also wer richtet nun größeren Schaden an, diese Kleinganoven oder die Herren von der EZB?

Jefe
Jefe
Tratscher
12 Tage 4 h

Ach ja…und jetzt…haben sie nur 160000 pro Nase

Clemmy
Clemmy
Grünschnabel
11 Tage 3 h

Seit wann sind Warnschüsse in die Luft erlaubt????

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