Jugendgericht trifft drastische Entscheidung

„Zu verweiblicht“ – 13-jähriger Bub seiner Mutter entzogen

Mittwoch, 11. Januar 2017 | 07:13 Uhr

Padua – „Er versucht mit allen Mitteln zu zeigen, dass er anders ist und trägt auf provozierende Weise ein verweiblichtes Verhalten zur Schau“, so das Jugendgericht von Padua in einem Urteil. Mit diesen Worten beschreibt das Gericht das Benehmen eines 13-jährigen Jungen aus der Gegend von Padua und begründet so auch ihr drastisches und weitreichendes Urteil, der Mutter des Buben das Erziehungsrecht zu entziehen.

Laut eines Berichts der Sozialdienste sei das „zweifelhafte“ Verhalten des 13-Jährigen darauf zurückzuführen, dass – so die Verantwortlichen des Sozialdienstes – „das Gefühlsleben des Jungen fast nur von weiblichen Personen dominiert sei und die Bindung zur Mutter Kennzeichen von Abhängigkeit trage, wobei vor allem die Paarbildung zu Schwierigkeiten bei der sexuellen Identifizierung und Orientierung führe“.

Laut dem Bericht, der den Beschluss, den Buben aus seiner Familie zu entfernen, zur Folge hatte, soll der Junge mehrmals mit lackierten Fingernägeln, Lidschatten und Schminke zur Schule gegangen sein. Die Mutter aber erwiderte, dass ihr Sohn sich nur für Halloween verkleidet hätte.

Die gesamte Vorgeschichte ist dubios. Bereits der Vater des 13-Jährigen war wegen sexuellen Missbrauchs des Buben vor Gericht gestanden. Das Verfahren hatte aber damals mit einem Freispruch geendet, obwohl der Richter in seinem Urteil geschrieben hatte, dass es keinen Zweifel an den Aussagen des Kindes gegeben hätte.

Nach den ersten angeblichen Missbrauchsfällen wurde das Kind in eine soziale Tagesstätte eingewiesen, wo sich der Bub von 7.00 Uhr morgens bis 19.00 Uhr abends aufhalten musste. Den Verantwortlichen der sozialen Einrichtung fielen nach kurzer Zeit die verweiblichten Verhaltensweisen des Jungen auf und wiesen die Sozialdienste darauf hin. Nach und nach kam ein zweites Verfahren ins Rollen, das zur richterlichen Maßnahme führte, den 13-jährigen Jungen von seiner Mutter zu entfernen.

 

Der Verteidiger der Mutter und Spezialist in Familienrecht, Francesco Miraglia, gibt sich kämpferisch und findet den Richterspruch, das Kind nur wegen verweiblichten Benehmens aus der Familie zu reißen, skandalös und diskriminierend. Das Urteil des Jugendgerichts wurde bereits von ihm angefochten.

Hat das Jugendgericht von Padua die richtige Entscheidung getroffen?

 

Von: ka

Kommentare

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26 Kommentare auf "„Zu verweiblicht“ – 13-jähriger Bub seiner Mutter entzogen"


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wutz
Grünschnabel
1 Monat 11 Tage

des derf net wohr sein. Nur weil a Bua weibliche Züge hot oder sogor verweiblicht isch werd er der Mutter entzogen. Er isch jo net misshandelt oder missbraucht worden. Des weibliche von ihm konn vielleicht schun seine Art sein, de er schun von kloaner auf hot. Zum Glück isch jeder Mensch verschieden und jeder isch so zu akzeptieren wia er isch

Ninni
Superredner
1 Monat 11 Tage

Oky..aber …und der Vater der wegen sexuellen Missbrauch des Sohnes bereits vor Gericht stand ?
Da stimmt es vorn bis hinten nicht..
Traurig 😓

Mastermind
Grünschnabel
1 Monat 11 Tage

Nur weil er weibliche Züge hat, man sich schon selbst auch vor der Wahrheit verstecken, den Text gelesen? Der Junge wurde anscheinend von seiner Mutter und dem Vater missbraucht. In dem Alter des Junge hinterlässt das meist größer Schäden, finde die Entscheidung des Gerichtes gut, man hätte aber die Eltern eine saftige Bewährungsstrafe geben sollen.

peterle
Grünschnabel
1 Monat 11 Tage

@wurz
Emanzen wollen den Fehler immer anderwo finden.

lumpi
Grünschnabel
1 Monat 11 Tage

was heißt dann er wurde vom Vater missbraucht? ist das kein vergehen??

Gredner
Tratscher
1 Monat 11 Tage

Falsch. Lies bitte die Vorgeschichte: der Bub ist bereits zuvor in der Familie sexuell missbraucht worden. Ich finde es also korrekt den Eltern das Erziehungsrecht zu entziehen.

wutz
Grünschnabel
1 Monat 11 Tage

@Ninni hosch Recht. I hon den Teil überflogen, dass der Voter in EIGENEN Sohn missbraucht hot. Er hot nocher wohrscheinlich lei mehr die Mutter und zem derf er untertogs a net bleiben. A Mama will ihr Kind jo behüten und beschützen. Auf den Foll v Missbrauch nimm i un, dass zwischen Voter und Sohn Kontaktverbot herrscht

Staenkerer
Universalgelehrter
1 Monat 11 Tage
@Ninni jo, do (sell hoff i) muaß schun mehr dahinter steckn sunscht war des a skandal! mitn voter hot er jo koan kontakt mehr u. laut den benehmens des buabn kannts jo a lei schlicht u. ergreifend sein das er dabei isch seine homosexuelle neigung zu entdeckn, wesholb er holt weiblich wirkn, do er sich mehr mädchen als bua fühlt, wos heitzutoge eigentlich koan problem mehr dorstelln dürfte! wenn wirklich gefahr im verzug isch werd oft weggschaug u. ba nicht nachvollziehbare sochn werd eingegriffn! ps: sollte der bua wirklich entdeckn das sein körper mit seinem empfinden nit übereinstimmt zieh i… Weiterlesen »
Staenkerer
Universalgelehrter
1 Monat 11 Tage

@Mastermind sei mir nit böse ober von an missbrauch der mutter steat do nix!
do werd lei der erziehungsstil der mutter kritisiert!
mi tats nit wundern wenn do a zu kirchlich orientierte schule de hände im spiel hot!

werner66
Grünschnabel
1 Monat 11 Tage

In unseren Schulen und Kindergärten werden die Buben auch verweiblicht.

wutz
Grünschnabel
1 Monat 11 Tage

I hoff, des wor lei a Witz. Des hosch du woll net ernst gmoant. I bin überzeugt, dass des net so isch.

Bluemchen
Grünschnabel
1 Monat 11 Tage

@werner66

und in deiner Gegenwart verblödet !!!

Poppi
Tratscher
1 Monat 11 Tage

werner66
Jeder Mann darf auch Lehrer werden… niemand verbietet dies…

wutz
Grünschnabel
1 Monat 11 Tage

@Poppi und kindergärtner

werner66
Grünschnabel
1 Monat 11 Tage

@wutz 
Tut mir leid, aber es ist leider so. Die Buben werden geradezu zugemüllt mit weiblichen Verhaltensweisen.

gapra
Tratscher
1 Monat 11 Tage

@werner66 
Also diese Aussage ist geradezu diskriminierend und verleumndend gegenüber den Kingergärtnern/Kindergärtnerinnen. Und mittelalterlich…

Staenkerer
Universalgelehrter
1 Monat 11 Tage

@werner66 hay, mir lebn im 21 johrhundert! schun vergessn?
grod von junge eltern de aufgeklärt aufgewochsn sein erwortat i toleranz, verständniss, offenheit u. liberalität im entfalten der persönlichkeit!!

1 Monat 11 Tage

@werner66
Ich hab da mal eine Frage: Werden alle Buben verweiblicht, nur weil sie von weiblichen Erziehungspersonen betreut oder unterrichtet werden? Und wie sieht’s denn dann aus mit alleinerziehenden Müttern und ihren Kindern? Auch alle verweiblicht?
Es stimmt zwar, dass die meisten Erzieher und Lehrpersonen weiblich sind, deshalb sind männliche Erzieher auch zurzeit mehr gefragt denn je – ABER nicht weil die Kinder “verweiblicht” werden!

lis
Grünschnabel
1 Monat 11 Tage

Der orme Bua, zerst vom Voter vergewoltigt- wer woas ob net sell zu seinem Verholten jetzt dazu beitrogt- und donn no von der gleichwichtign Bezugsperson, seiner Mama weggerissn….ober wos will man urteiln wenn man net die gonzn Hintergründe in der Familie kennt!

denkbar
Tratscher
1 Monat 11 Tage

“…der Vater des Buben war wegen sexuellen Missbrauchs des Buben vor Gericht”. Da scheint eine recht dubiose Vorgeschichte zu bestehen, so dass der Junge in einem sehr ungesunden Ambiente zu leben scheint. Aus der Familie genommen zu werden könnte eine echte Chance auf ein normales Leben für ihn sein. So einfach kommt ein solches Urteil nicht zustande.

Anja
Tratscher
1 Monat 11 Tage

jetzt sind wir wieder im Mittelalter angekommen :-((( armer bub…

silas1100101
Tratscher
1 Monat 11 Tage

Ich weiß auch nicht ob ich ein Mann oder eine Frau bin! Wie kann man das herausfinden? Gibt es Unterschiede wo man das sieht????

elvira
Grünschnabel
1 Monat 11 Tage

schwierig aus den artikl sich a urteil zu bildn. auf dar uanen seitehot jeder mensch es recht sich zu kleiden wia er will und grod in denn olter isches wichtig dass men auserginden konn wer men isch und wer men sein will….auf dar ondern seite gibs do sicher a longe vorgeschichte. sexueller missbrauch vom vater losst die alarmglocken läuten. villeicht isch sein auftreten jo a a hilfeschrei. fa heint af morgn wert es sorgerecht jedenfolls nit entzogen

Tantemitzi
Tratscher
1 Monat 11 Tage

na super! wenn ihn do Vater missbraucht passiert nix! wenn sich do buo obo dolab sich die Nägl zi lackiern noa muss er weck.

gapra
Tratscher
1 Monat 11 Tage

Leider ist es relativ schwierig, sich nach dem Lesen diesewr wenigen Zeilen ein Urteil zu bilden. Aber, hoffentlich hat man dem Kind nicht auch noch seine einzige Bezugperson( die Mutter) weggenommen.

Leonor
Grünschnabel
1 Monat 11 Tage

Vielleicht hat ihm in der sozialen Einrichtung gar nicht gefallen, wenn er schun fa 7 uhr morgens bis 7 uhr abends dort aufhalten muss. Da hat er die Möglichkeit in 5 Jahren wird er volljährig gegen diese Einrichtung verklagen…

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