Private Partyfotos mit Verteidiger des Hauptangeklagten aufgetaucht

Zugunglück-Prozess in Apulien: Staatsanwältin gibt Fall ab

Sonntag, 07. August 2016 | 11:03 Uhr

Bari – Die Staatsanwältin im Prozess rund um das tragische Zugunglück vom 12. Juli, Simona Merra, hat ihren Rücktritt vom laufenden Verfahren verkündet. Grund für den Schritt seien die kürzlich von der italienischen Zeitung “Il Giornale” veröffentlichten Privatfotos, in denen Merra während einer Party in sichtlich angeheiterten Zustand mit dem Verteidiger des Hauptangeklagten posiert. Eines der Fotos, welche auf den Sommer 2013 zurückgehen sollen, zeigt den Anwalt Vito Piccarreta dabei, wie er auf dem Boden kniend einen Fuß von Merra küsst. Piccarreta vertritt in dem Prozess den Bahnhofsvorsteher von Andria, Vito Piccarreta, welcher für den Tod der durch den Zusammenstoß zweier Züge verunglückten 23 Menschen verantwortlich gemacht wird. Die Fotos landeten schließlich auf dem Tisch des Obersten Rates für das Gerichtswesen (Csm).

Obwohl Merra vor dem Rat beteuerte, an dem Fall bislang in höchster Korrektheit gearbeitet zu haben und es sich bei den Fotos lediglich um eine Blödelei unter Kollegen handeln würde, entschied die Staatsanwältin, sich aus dem Prozess zurückzuziehen. “Aus Verantwortung und dem Wunsch, die Polemiken in dieser Sache zur Ruhe kommen zu lassen”, wie ein Sprecher des Rates in einer Erklärung verlauten ließ. Angehörige der Opfer hätten sich besorgt gezeigt, dass die offensichtliche Vertraulichkeit der beiden gegnerischen Anwälte ein gerechtes Urteil beeinträchtigen könnte.

Von: mh

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