Von: luk
Bozen/Rom – Die steigenden Preise für Benzin und Diesel infolge des Konflikts im Iran führen in Italien zu deutlich höheren Kosten für Autofahrer. Derzeit bewegen sich die Literpreise um die zwei Euro. Gleichzeitig profitiert der Staat von steigenden Steuereinnahmen.
Berechnungen der Verbraucherschutzorganisation Codacons zufolge sind die täglichen Ausgaben für Treibstoff seit Beginn der jüngsten Entwicklungen um rund 16,5 Millionen Euro gestiegen. Grund dafür sind vor allem höhere Rohölpreise auf den internationalen Märkten, die sich unmittelbar auf die Preise an den Tankstellen auswirken.
Da ein erheblicher Teil des Treibstoffpreises in Italien aus Steuern besteht, führen steigende Preise automatisch zu höheren Einnahmen für die Staatskasse. Vor allem die Mehrwertsteuer, die prozentual auf den Endpreis erhoben wird, wächst mit jedem Preisanstieg.
Die Regierung in Rom hat bereits Maßnahmen zur Senkung der sogenannten Akzisen – also Verbrauchssteuern auf Treibstoffe – angekündigt. Konkrete Beschlüsse stehen jedoch noch aus.
Kritik kommt unter anderem vom Handwerkerverband lvh. Dieser fordert rasche Entscheidungen, um die steigenden Kosten für Betriebe abzufedern. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen seien stark von den hohen Treibstoffpreisen betroffen.
Doch natürlich ist auch der einfache Pendler von den hohen Spritpreisen betroffen. Er oder sie hat keine Möglichkeit, die Kosten an einen Endverbraucher abzuwälzen.
Das ist die Preiszusammensetzung für einen Liter Diesel in Italien:
Steuern gesamt: ca. 55 – 60 Prozent
Akzisen (fixe Verbrauchssteuer): ca. 35 – 40 Prozent
Mehrwertsteuer (auf den Endpreis): 22 Prozent
Rohöl und Verarbeitung (Einkauf des Rohöls und Raffinerie): ca. 30 – 35 Prozent
Vertrieb und Margen (Transport, Lagerung, Tankstellenbetrieb): ca. 5 – 10 Prozent
In absoluten Zahlen zeigt sich, wie groß der Steuerabzug tatsächlich ist: Die Gesamtsteuern betragen rund 59 Prozent bei einem angenommenen Preis von ca. 1,644 €/l, wovon 0,969 Euro direkt an den Staat gehen.
Der größte Anteil entfällt also auf Steuern. Besonders wichtig ist dabei, dass die Mehrwertsteuer auf den gesamten Preis erhoben wird – also auch auf die Akzisen. Steigt der Rohölpreis, erhöhen sich daher nicht nur die Produktionskosten, sondern auch automatisch die Steuereinnahmen des Staates.




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