Mehrere Tote bei Angriffen der Houthi-Miliz

58 Soldaten bei Houthi-Angriffen im Jemen getötet

Donnerstag, 06. August 2026 | 23:11 Uhr

Von: importer

Bei Angriffen mit Drohnen und Raketen der vom Iran unterstützten Houthi-Miliz auf jemenitische Regierungskräfte sind am Donnerstag nach Angaben der Armee mindestens 58 Menschen getötet worden. Dutzende Menschen seien zudem verletzt worden, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus Armeekreisen. Es handelt sich um den Angriff mit den meisten Todesopfern seit vier Jahren. Die Houthi reklamierten die Attacke für sich. Die jemenitische Regierung kündigte Vergeltung an.

Mediziner hatten die Zahl der Toten zuvor mit 38 beziffert und von 29 Verletzten gesprochen. Die Houthi selbst teilten mit, sie hätten “Hunderte” mit Saudi-Arabien verbündete Kämpfer getötet oder verletzt. Zudem hätten sie mehrere Truppen- und Waffenlager zerstört und verbrannt. Weitere Hinweise auf einen solch großen Angriff aus anderen Quellen gab es zunächst nicht.

Rakete traf Soldaten beim Morgenappell

Die Miliz habe mit Raketen und Drohnen Ziele in den jemenitischen Provinzen Marib und Hadramaut angegriffen, hieß es aus Kreisen der Regierung. Eine Rakete traf Soldaten während ihres Morgenappells im Gebiet Al-Ruwaik in der Provinz Marib. Die beiden ölreichen Provinzen sind schon lange umkämpft in dem seit mehr als zehn Jahren andauernden Bürgerkrieg. In sozialen Medien kursierten Videos, die die Angriffe in Wüstengebieten zeigen sollen.

Die Streitkräfte würden auf diese “Aggression zur angemessenen Zeit und am angemessenen Ort” reagieren, erklärte das Verteidigungsministerium der international anerkannten Regierung.

Jemen leidet seit mehr als einem Jahrzehnt unter Bürgerkrieg

Der Jemen leidet seit mehr als einem Jahrzehnt unter einem Bürgerkrieg, der als Stellvertreterkrieg zwischen dem Iran und Saudi-Arabien gilt. Weitläufige Gebiete im Norden des Landes und die Hauptstadt Sanaa werden von der islamistischen Houthi-Miliz kontrolliert, den Süden kontrolliert ein fragmentiertes Regierungsbündnis.

Im vergangenen Monat hatten die Spannungen zwischen den Konfliktseiten zugenommen, als die Houthi den Jemen in den regionalen Iran-Krieg hineinzogen und die 2022 vereinbarte Waffenruhe mit der von Saudi-Arabien unterstützten Regierung faktisch aufkündigten.

Blockade saudi-arabischer Häfen am Roten Meer

Die pro-iranische Miliz verkündete zuletzt eine Blockade saudi-arabischer Häfen am Roten Meer und meldete Angriffe auf Öltanker und Ölinfrastruktur des Königreichs. Saudi-Arabien griff seinerseits Ziele in von den Houthi kontrollierten Gebieten an.

Im Jemen hatte eine von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition seit 2015 die Regierung im Kampf gegen die Houthi unterstützt. Seit einer von der UNO vermittelten Waffenruhe im Jahr 2022 waren die Kämpfe weitgehend zum Erliegen gekommen. Der Konflikt des Nachbarlandes mit den Rebellen war vor einigen Wochen mit Luftangriffen in der Hauptstadt Sanaa, die von den Houthi kontrolliert wird, erneut eskaliert. Im Bürgerkrieg herrschte seit 2022 eine inoffizielle Waffenruhe. Es besteht Sorge, dass der Konflikt im Jemen neu aufflammen könnte. Die Houthi haben jüngst auch mehrere saudische Schiffe angegriffen oder zu Kurswechseln gezwungen.

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