Von: apa
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat am Donnerstag die Reaktion des Burgenlands und der Steiermark auf ihre Asbestfunde kritisiert. Während Niederösterreich bereits an fast allen betroffenen Standorten gehandelt habe, hätten die anderen beiden Bundesländer kaum Maßnahmen gesetzt, hieß es in einer Aussendung. Greenpeace-Chemiker Herwig Schuster forderte, das asbestbelastete Material fachgerecht zu entfernen.
Teils faustgroße Asbestbrocken liegen laut Schuster noch beim Gehweg vor der Kinderkrippe in Oberwart und auch der Asphalt beim Skatepark in Rechnitz wurde nicht entfernt. Bei der Klinik Oberwart sei zwar die asbesthaltige Baustellenfläche abgedeckt worden, neben den Parkplätzen liege aber weiter belasteter Schotter offen im Bankett.
Auch im steirischen Hartberg sei der Schotter noch immer genau dort, wo Greenpeace ihn im Februar zum ersten Mal gesehen habe, kritisierte Schuster. Einzig in Neudau (Bezirk Hartberg-Fürstenfeld) habe der Bürgermeister den asbesthaltigen Rollsplitt umgehend entfernen lassen.
Unterstützung für burgenländische Forderung an Bund
Bei aller Kritik unterstützt Greenpeace jedoch die burgenländische Forderung an Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP), eine klare gesetzliche Regelung im Umgang mit natürlich vorkommendem asbesthaltigem Gestein zu schaffen. Aus Sicht der rot-grünen Landesregierung müsste der Bund die Gewinnung und das Inverkehrbringen natürlich vorkommender asbesthaltiger Materialien klar regulieren und an einen verbindlichen Grenzwert knüpfen.
Ein entsprechender Entschließungsantrag sei im Umweltausschuss des Nationalrates zuletzt aber vertagt worden, kritisierten Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner (Grüne) und Landesrat Heinrich Dorner (SPÖ). Sie orten eine “rechtliche Grauzone”. Die bestehenden Regelungen würden sich ausschließlich auf Produkte mit bewusst beigemengtem Asbest beziehen.
Taskforce startet demnächst zweite Messreihe
In der Fragestunde im Landtag kündigte Haider-Wallner am Donnerstag an, dass die eigens eingesetzte Taskforce “Vorsorgeabklärung Luftqualität” demnächst mit der zweiten Reihe an Luftmessungen beginnen wird. Außerdem sollen in Kürze die in den vier gesperrten Steinbrüchen erhobenen Daten zur Asbestbelastung vorliegen. Auf deren Basis soll über die Zukunft der Betriebe entschieden werden.
In der Steiermark hatte Landesrat Hannes Amesbauer (FPÖ) bereits nach Bekanntwerden der Asbestfunde ein strukturiertes Vorgehen und “systematische Schritte zur Aufklärung mit den zuständigen Behörden” angekündigt. Die steirischen Grünen forderten ihn am Donnerstag in einer Aussendung dazu auf, sein Transparenzversprechen einzulösen und für Aufklärung zu sorgen. “Wir wissen nach wie vor nicht, ob und wo Material aus den betroffenen Steinbrüchen in der Steiermark in Verkehr gebracht wurde und welche Prüfungen tatsächlich stattgefunden haben”, kritisierte Grünen-Kontrollsprecher Lambert Schönleitner.




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