US-Astronauten Victor Glover und Christina Koch glücklich wieder auf der Erde

Astronauten der Artemis-2-Mondmission zurück auf der Erde

Samstag, 11. April 2026 | 11:11 Uhr

Von: APA/Reuters/dpa/AFP

Die ersten Menschen, die seit über 50 Jahren in Mondnähe waren, sind zurück auf der Erde. Die vier “Artemis 2”-Astronauten landeten nach rund zehn Tagen im All mit der “Orion”-Kapsel plangemäß kurz nach 17.00 Uhr Ortszeit im Pazifik, teilte die US-Raumfahrtbehörde NASA mit. Die drei Amerikaner Reid Wiseman, Victor Glover und Christina Koch sowie der Kanadier Jeremy Hansen entfernten sich bei ihrer Mondumrundung 406.773 Kilometer von der Erde – weiter als jeder andere Mensch.

Es sei eine “Bilderbuch-Landung” gewesen, so die NASA. Ihre und auch Spezialkräfte des US-Verteidigungsministeriums halfen den Astronauten aus der Kapsel und brachten sie dann per Helikopter zu einem speziellen Schiff. NASA-Chef Jared Isaacman nahm sie in Empfang und gratulierte zu einer “historischen Errungenschaft”. Die Astronauten winkten und lächelten in die Kameras und streckten ihre Daumen in die Höhe. Die Crew sei “gesund und glücklich”, hieß es von der NASA. Sie soll nun medizinisch untersucht und dann nach Houston (Texas) ins Space Center gebracht werden.

Die vier waren in der vergangenen Woche an Bord der “Orion” mit dem Raketensystem “Space Launch System” vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Staat Florida abgehoben. Für Glover, Koch und Wiseman war es der zweite Flug ins All, für Hansen der erste. Koch wurde zur ersten Frau, Glover zum ersten nicht-weißen Menschen und Hansen zum ersten Kanadier an Bord einer Mondmission der NASA.

Insgesamt mehr als 2,3 Millionen Kilometer zurückgelegt

Der Flugverlauf von “Artemis 2” glich insgesamt einem Achter um Erde und Mond. Die vier Astronauten legten insgesamt mehr als 2,3 Millionen Kilometer zurück. Sie flogen um den Mond herum und entfernten sich weiter von der Erde als jemals Menschen zuvor. Mit ihrer “Orion”-Kapsel knackten sie den 1970 aufgestellten Rekord der “Apollo 13”-Mission von rund 400.171 Kilometern. Am weitesten Punkt waren sie im weiteren Verlauf rund 406.773 Kilometer von der Erde entfernt. Dem Mond näherten sie sich auf rund 6.545 Kilometer. Eine Landung war bei dieser Mission nicht geplant.

Bei ihrem Flug um den Mond herum beobachteten die Astronauten den Himmelskörper rund sieben Stunden lang ganz besonders intensiv. Insbesondere auf der Rückseite des Mondes konnten sie dabei auch aufgrund der Sonnenverhältnisse Dinge sehen, die nie ein Mensch zuvor mit den eigenen Augen gesehen hat. Für rund 40 Minuten war es währenddessen für die Astronauten, wie vorher erwartet, nicht möglich, mit dem Kontrollzentrum auf der Erde zu kommunizieren. Gegen Ende des Vorbeiflugs am Mond konnten die Astronauten – mit speziellen Brillen – sogar noch eine Sonnenfinsternis beobachten, bei der die Sonne aus der Perspektive der “Orion” hinter dem Mond verschwand.

Bisher zwölf US-Amerikaner auf dem Mond

Der erste Mensch auf dem Mond war am 20. Juli 1969 Neil Armstrong. Als bis dato letzter Mensch verließ im Dezember 1972 der 2017 gestorbene NASA-Astronaut Eugene Cernan mit der “Apollo 17”-Mission den Erdtrabanten. Insgesamt brachten die USA als bisher einziges Land mit den “Apollo”-Missionen zwischen 1969 und 1972 zwölf Astronauten auf den Mond.

US-Präsident Donald Trump gratulierte der “Orion”-Besatzung nach ihrer Rückkehr zur Erde. “Glückwünsche an die großartige und sehr talentierte Crew der Artemis 2”, schrieb er am Freitag (Ortszeit) auf seiner Onlineplattform Truth Social. “Die gesamte Reise war spektakulär, die Landung war perfekt, und als Präsident der Vereinigten Staaten könnte ich stolzer nicht sein.” Trump lud die Astronauten ins Weiße Haus ein und rief als künftiges Ziel eine Reise zum Mars aus: “Wir werden es wieder tun, und dann, nächster Schritt, Mars!”

Auch Technologie aus Österreich an Bord

Auch Technologie aus Österreich war an Bord. Die Firma Magna aus Graz hatte Hochdruckleitungen für die Flüssigtanks des “Space Launch System” geliefert, mit dem die “Orion”-Kapsel gestartet wurde. Angedockt an diese Kapsel war das “European Service Modul” (ESM), wobei Technologie des Wiener Hightech-Unternehmens TTTech die sicherheitskritische Datenkommunikation aller Lebenserhaltungs- und Steuerungssysteme sicherstellte.

Für das ESM zeichnete die Europäische Raumfahrtagentur (ESA) verantwortlich. Es versorgte die Raumfahrenden mit Luft und Trinkwasser, erzeugte über vier Solaranlagen Strom, sorgte für die Temperaturregelung und trieb “Orion” durch den Weltraum, hielt die ESA am Samstag in einer Aussendung fest. “Das hauptsächlich von der europäischen Industrie unter der Leitung der ESA gebaute Europäische Servicemodul wurde von Airbus Defence and Space in Bremen, unter Mitwirkung von Unternehmen aus 13 europäischen Ländern, darunter 20 Hauptauftragnehmer und über 100 europäische Zulieferer, montiert.”

ESA stolz auf das Europäische Servicemodul

“Das Europäische Servicemodul hat eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass Europa in der Lage ist, entscheidende Komponenten für ehrgeizige internationale Erkundungsmissionen bereitzustellen”, sagte ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher. “Im Namen der ESA möchte ich all unseren Industriepartnern in ganz Europa herzlich für ihr Engagement, ihre Professionalität und ihren unermüdlichen Fokus auf Qualität danken. Dieser Erfolg spiegelt jahrelange enge Zusammenarbeit, technische Exzellenz und das Vertrauen zwischen der ESA und der europäischen Industrie wider. Insbesondere möchte ich Airbus Defence and Space als Hauptauftragnehmerin dieses komplexen und wahrhaft paneuropäischen Vorhabens würdigen.”

“Das Europäische Servicemodul hat alle Erwartungen übertroffen und das europäische Know-how auf höchstem Niveau unter Beweis gestellt”, unterstrich Daniel Neuenschwander, Direktor für astronautische und robotergestützte Exploration bei der ESA. Beim Wiedereintritt verglühte es dann in der Erdatmosphäre.

Deutsche Ministerin: Sind Rückkehr auf den Mond näher

Die deutsche Forschungsministerin Dorothee Bär bewertete die Mission als großen Erfolg. “Wir sind der Rückkehr der Menschen auf die Mondoberfläche nach über 50 Jahren jetzt einen bedeutenden Schritt näher”, sagte die CSU-Politikerin der Funke Mediengruppe. “Der Weg ist bereitet, dass die Menschheit wieder auf der Mondoberfläche steht.”

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