500 Millionen Euro für „Bolzano Capitale”

Benedikter fordert Wohnbau-Offensive 2026

Montag, 26. Januar 2026 | 16:23 Uhr

Von: mk

Bozen – Der grüne Gemeinderat Rudi Benedikter fordert für das 2026 eine Wohnbau-Offensive und hat dies in einem Beschlussantrag formuliert. Die „Wohnungsnot“ der Hoch-Preis-Stadt in Bozen sei notorisch und größer denn je. Ein aktives Eingreifen der Gemeinde sei gerade jetzt nötig, wo Bozen den Anspruch auf die Sonderstellung und das Prestige einer Landeshauptstadt nach dem Modell von Rom („Bolzano Capitale”) stelle.

Laut Bendikter muss die Stadt zeigen dass sie auf dem allerwichtigsten Feld der Sozialpolitik – dem „Leistbaren Wohnen für alle Bewohner“ – handlungsfähig ist. „Es braucht eine massive Investition in ein öffentliches Wohnbauprogramm, finanziert aus den Rekord-Haushalten des Landes Südtirol und der Gemeinde selbst. Da sich nun ein Mitte-Rechts-Stadtrat in Bozen auf eine deckungsgleiche Mitte-Rechts-Landesregierung stützen kann, sollte dieser Stadtrat imstande sein, Landesregierung und den Landtag zu einer Umschichtung im Landesbudget zu bewegen“, findet Benedikter.

Im Rahmen seines Beschlussantrags fordert er den Bürgermeister und den Stadtrat auf, in dieser Angelegenheit tätig zu werden, durch folgende Maßnahmen: Unter anderem brauche es eine Leerstand-Erhebung. „Die Hinweise auf die Standorte liefert uns immer noch die Studie Sbetti/Morello 2017-2023: Insgesamt 71 Brachflächen oder ungenützte Gebäude gibt es auf dem Gemeindegebiet (25 „Brachflächen“, zehn davon im Besitz der Öffentlichen Hand, und 46 leerstehende Gebäude, zwölf in öffentlichem Besitz)“, schreibt Benedikter.

Zudem fordert er die Bildung einer „Task-Force“ aus Vertretern der Gemeinde, des Landes, des WOBI und anderer Stakeholder, die ein Programm mit Zeitplan und Standorten ausarbeitet und begleitet und dort ansetzt, wo die Umwidmung, der Umbau oder Neubau in den innerstädtischen Freiflächen am schnellsten möglich ist. Das WOBI sollte laut Benedikter auch die Funktion einer unabhängigen Vermittlungsstelle erhalten – nach dem Vorbild von „Fondazione Housing Center Parma“ oder „Sicher Vermieten“ in Vorarlberg.

Zur Finanzierung sollte die Stadtregierung laut Benedikter einen offiziellen Antrag an die Landesregierung um einen speziellen Nachtragshaushalt des Landes Südtirol 2026 in Höhe von 500 Millionen Euro für ein öffentliches Wohnbauprogramm im Bestand stellen.

Zudem verweist Benedikter auf Nachtragshaushalt 2026 der Gemeinde Bozen selbst: Bürgermeister Claudo Corrarati habe für 2026 einen Rekordhaushalt von 363 Millionen Euro vorgestellt, der mit den eingeplanten „Nachtragsinvestitionen in Infrastrukturen“ noch auf 550 Millionen Euro anwachsen soll.

Zuletzt könnten auch Geldmittel durch eine Erhöhung der GIS für die Kurzzeitvermietung – Air BNB und Zweckbindung der Mehreinnahmen für leistbares Wohnen gewonnen werden, ist Benedikter überzeugt.

Zudem schlägt er ein Pilotprojekt vor: „Die Otto-Huber-Kaserne sollte in ein neues Wohnviertel mit mindestens 600 Wohnungen umgewandelt werden.“ Dabei könne Bozen Best-Practice-Beispielen in Südtirol folgen, und zwar Brixen, wo die Arche im KVW 30 preisgedeckelte Mietwohnungen schafft, und vor allem Bruneck. Die ehemalige Kaserne „Enrico Federico“ werde zu einem neuen Stadtviertel mit insgesamt 270 Wohnungen umgebaut. „Alle mit verschiedenen Formen von Sozialbindung“, so Benedikter.

Bezirk: Bozen

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