Beschluss des Gemeindeausschusses

Bruneck ohne Glyphosat

Donnerstag, 12. April 2018 | 14:35 Uhr

Bruneck – In den 1970-er Jahren als Wundermittel auf den Markt gekommen, ist Glyphosat auch heute noch der weltweit am häufigsten eingesetzte Unkrautvernichter.

Mittlerweile ist Glyphosat in aller Munde, weil „gesundheitsgefährdend“, „vermutlich krebserregend“, „potentiell schädlich für Mensch und Tier“ usw. Nach monatelanger Diskussion über ein Verbot des Unkrautvernichters, hat die EU-Kommission beschlossen, Glyphosat weiterhin zuzulassen.

Die Stadtgemeinde Bruneck geht einen anderen Weg. Am 11. April hat die Verkehrs- und Umweltkommission entschieden, dass Bruneck künftig auf gemeindeeigenen Flächen ohne Glyphosat auskommt. Besiegelt wird diese Entscheidung durch einen Beschluss des Gemeindeausschusses. Vorausgegangen waren auch hier zahlreiche Diskussionen und eine ausgiebige Prüfung verschiedenster Alternativen durch die Stadtgärtnerei. „Die allerdings alle nicht denselben Erfolg bringen wie Glyphosat und zudem zeit- und kostenintensiv sind“, betont Umweltstadtrat Felix Brugger. Auch eine Arbeitsgruppe hat sich im vergangenen Jahr intensiv mit dem Für und Wider auseinandergesetzt. „Die Entscheidung ist wohl überlegt und wurde von den Mitarbeitern der Stadtgärtnerei gutgeheißen, die in erster Linie betroffen sind. Für sie bedeutet sie nämlich Mehrarbeit und Mehrkosten“, so Bürgermeister Roland Griessmair.

Die Mitglieder der Verkehrs- und Umweltkommission betonen, dass der Verzicht auf Glyphosat unweigerlich einen verstärkten Unkrautwuchs mit sich bringen werde, dafür leiste die Stadtgemeinde aber einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsvorbeugung. Auch in der Vergangenheit wurde in Bruneck Glyphosat äußert sparsam eingesetzt, auf Pflasterungen und Gehsteigen, nie jedoch auf Spielplätzen und im Freizeitbereich. „Künftig werden wir eben damit leben müssen, dass es zwischen den Pflastersteinen auch mal sprießt und grünt. Alles händisch zu jäten ist nämlich mit dem derzeitigen Personal der Stadtgärtnerei ein Ding der Unmöglichkeit“, sagt Stadtrat Brugger.

Von: mk

Bezirk: Pustertal

Kommentare

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19 Kommentare auf "Bruneck ohne Glyphosat"


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Marta
Marta
Universalgelehrter
10 Tage 16 h

die Puschtra sein die Gscheidan als die Äpfelbaurn !!!

Aurelius
Aurelius
Tratscher
10 Tage 15 h

Marta

ist doch klar, dass die Apfelbauern kein Interesse an einem solchen Verbot haben…Vorbildliche Aktion. Sollte ein Anstoss sein für andere

pincopalino
pincopalino
Neuling
10 Tage 13 h

@Aurelius in die sem geats lai um die kohle

werner71
werner71
Grünschnabel
10 Tage 13 h

Die Puschtra können auch Leute zum jäten anstellen oder eine Dampfmaschine für 100000 Euro kaufen die 16 Liter Diesel die Stunde braucht – zahlt ja der Steuerzahler!!

enkedu
enkedu
Kinig
10 Tage 1 h

Iaz verbietmar es für alle Privaten und dann für die Eisenbahnen und dann sehen wir wie sich diese schlagen beim “Zupfen”.

enkedu
enkedu
Kinig
10 Tage 1 h

@werner71 Do hosch du Recht. Grosse Klappe mit fremden Geld ist einfach, aber halbwegs kostengünstig tun schwieriger.

PuggaNagga
PuggaNagga
Universalgelehrter
10 Tage 1 h

@Werner
Und die Puschtra zahlen sich ihre Dampfmaschine ja auch selber. Die Puschtra generieren ja genug steuern – was die mit dem Geld machen ist ihre Sache!

typisch
typisch
Universalgelehrter
9 Tage 23 h

äpfelbauern sprühen glyphosat unkrautvernichtungsmittel? man sieht dass du dich seeeeehhhr gut mit drr materie auskennst

Spitzpassauf
Spitzpassauf
Grünschnabel
10 Tage 16 h

Mit gutem Beispiel vorran….sehr gut Bruneck….danke

Ewa
Ewa
Tratscher
10 Tage 17 h

👍👍👍

bern
bern
Superredner
10 Tage 16 h

Die Gemeinde dürfte der größte Anwender von Glyphosat im Gemeindegebiet von Bruneck gewesen sein.
Die Milchbauern setzen Glyphosat eh nicht ein. Jetzt noch ein paar Privatleute, die ihren Parkplatz grasfrei halten, überzeugen, dann ist Bruneck Glyphosatfrei.

Sellwertschunasosein
10 Tage 15 h

Wenn man glyphosat af rasn spritzt odo sischt afonort wert ols hin.ols wos plotmasse hot stirb oh.ah di äpflbame.

hoffnung
hoffnung
Tratscher
10 Tage 15 h

Glyphosat isch fuir Unkraut und nit fir di Äpflbam. Gott sai Donk verzichtn ollewail mehr afn Glyphosat. Nochr brauch mer kuane Ongst hobm, daß des dergaling ausgeht. Und iberhab – wenn di Lait wissetn wieviel Giftstoffe in di Schuiche und in di Gwander sain wos Krebs erregn, zem wurdedn si lai mehr nocketer umerrennen.

barlo
barlo
Grünschnabel
10 Tage 13 h

Man kann auch mal sagen, dass immer mehr Obstbauern auf Glyphosat verzichten, und das ist auch gut so. Sobald die Alternativen noch besser ausgereift sind, werden sicher noch viele folgen. Keiner spritzt gern wenns eine gscheite Alternative gibt.

So sig holt is
So sig holt is
Tratscher
10 Tage 10 h

Ein guter Kommentar mit wahrem Inhalt, bin zu 100 % deiner Meinung

Blaba
Blaba
Grünschnabel
10 Tage 10 h

I woas wos: in gonzn Lond koan Glyphosat mear einsetzen und drfir die Menschen, de ollaweil af Asylbescheid wortn miasn, zun Unkraut jäten eintoaln… nor hobn sie drweil a sinnvolle Orbet und lungern nimmer umer, , miar hobn olle koan Gift mear um die Oarn und die Politiker waretn a zufriedn, weil sie zwoa Probleme af oanmol los waretn…😆

Sellwertschunasosein
10 Tage 12 h

Glyphosat isch a totalherbyzt. Ols stirb oh sei es gräser, klee und kräuter. Auser ba Genmanipulierten mais und hartweizen di sem sein resistent gegn glyphosat. Aus dem grund wert ba ins in Südtirol sehr wenig glyphosat gschpritzt

Staenkerer
10 Tage 13 h

👍👍👍 find i guat!

Juli
Juli
Grünschnabel
10 Tage 1 h

des tian ondre gemeinden schun seit 2-3 johr…po ins homse a firma ungatellt de 3 wochn long mit hoasn wosser es Unkraut bekämpft hot..gekostet ots 20mille und gnutzt hots nix…net dassi fir glyphosat bin ober de aternativen brengen nix…leider..

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