Europäisches Renaturierungsgesetz wird von Umweltschützern als Meilenstein gefeiert

„Das Gesetz gibt Hoffnung“

Montag, 17. Juni 2024 | 16:02 Uhr

Von: mk

Bozen – Das EU-Renaturierungsgesetz ist beschlossene Sache. Nachdem die Norm eine Zeit lang auf der Kippe stand, gab am Montag das unerwartet positive Votum Österreichs den Ausschlag. „Umweltministerin Leonore Gewessler gibt mit ihrer Stimme den Weg für mehr Natur und für besseren Naturschutz frei“, freut sich der Dachverband für Natur- und Umweltschutz in einer Presseaussendung.

Dabei hätten viele Naturschutzorganisationen und Wissenschaftler bereits mit dem Schlimmsten gerechnet. „Obwohl das Europäische Parlament bereits vor einem Jahr das Renatuierungsgesetz beschlossen hatte, gingen im Hintergrund die Aushöhlungsmanöver weiter. Konservative und rechte Politiker unternahmen alles, um die nötige Abstimmung der Umweltminister und Umweltministerinnen aller 27 EU-Staaten negativ zu beeinflussen“, so der Dachverband.

Üblicherweise ist nach dem Beschluss des Europäischen Parlaments der Beschluss des EU-Rates eher Formsache, die Minister der EU-Staaten fühlen sich an die Entscheidung des Parlaments gebunden. „Dieses Mal hingegen wurde das demokratisch beschlossene Renaturierungsgesetz von konservativen Landwirtschaftspolitikern massiv hintertrieben,“ weiß der Präsident des Dachverbandes für Natur- und Umweltschutz Josef Oberhofer zu berichten. Auch EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann (SVP) habe sich mehrmals öffentlich gegen dieses für die Natur so wichtige Gesetz ausgesprochen.

„Wir freuen uns riesig über das beschlossene Gesetz, das dem Naturschutz ordentlich Auftrieb geben wird,“ sagt Hanspeter Staffler, Geschäftsführer des Dachverbandes. Und er fügt hinzu, dass „der Dachverband für Natur- und Umweltschutz jederzeit bereit ist, gemeinsam mit dem Gesetzgeber eine angepasste Lösung zu entwickeln, damit am Ende für Südtirols Natur ein ordentliches Plus herauskommt.“

Naturschutz und Klimaschutz seien zwei Seiten derselben Medaille, denn die Erderhitzung und das Aussterben von wildlebenden Tieren und Pflanzen würden die Ausbeutung des Planeten ausdrücken. Mit gezielter Natur- und Klimapolitik lasse sich noch Vieles retten, die EU habe mit dem Gesetz weltweit neue Maßstäbe gesetzt. „Dieses mutige, aber auch höchst notwendige Gesetz gibt uns und vielen Menschen Hoffnung“, so Josef Oberhofer.

Bezirk: Bozen

Kommentare

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3 Kommentare auf "„Das Gesetz gibt Hoffnung“"


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Oracle
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Kinig
1 Monat 3 Tage

… für Umweltschützer ein guter Tag, für die Realwelt ein grosser Einschnitt ohne Hausverstand. Wie kann man Landschaftsschutz auf EUEbene regeln? Man kann Südtirol nicht mit Poebene oder dem Ruhrgebiet vergleichen! Dort würde Renaturierung mehr Sinn machen! Hier haben wir 70% Naturgebiet! Wollen wir noch Baugrund für leistbares Wohnen? Wollen wir noch Landwirtschaft betreiben? Wie es jetzt aussieht, nein. Der Baugrund wird knapp und damit teurer und man wird hier weniger produzieren. Dafür mehr vom Ausland importieren. Und das ist wenig vernünftig!

Oracle
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Kinig
1 Monat 3 Tage

… jetzt sollte der Dachverband mit gutem Beispiel vorangehen und die eigenen Unterstützer jetzt überzeugen, bei sich selber anzufangen! Weg mit dem Asphalt vor dem eigenen Haus, weg mit dem Verbrennerauto und … mit Gas heizen, ein absolutes NoGo! Beginnen wir mit dem entsiegeln von versiegelten Flächen! .. und ich schlage vor, wir beginnen mit den Befürwortern dieser Regelung!

schlauer
schlauer
Superredner
1 Monat 3 Tage

Ich freue mich gewaltig dass das EU-Renaturierungsgesetz jetzt endgültig in Kraft tretet bzw. jetzt auch in Südtirol rechtskräftig ist🤓 Und mit dieser Gesetzesgrundlage kann auch die geplante Rodung des Auwaldes in der Brixner Industriezone für ein Gebäude der Firma PROGRESS jederzeit vor dem regionalen Verwaltungsgericht TAR zu Fall gebracht werden!Grund: dieses bedrohte Vogelhabitat erfüllt genau die EU-Renaturierungskritererien: Restnatur ist bedingungslos zu schützen und auch noch zu renaturieren🙏
NB. Als hätte der Brixner Auwald diese sehr positive Entscheidung bereits geahnt, stahlt er auf dem gestrigen Foto besonders😀

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