Das Gesundheitswesen beschäftigt die heimische Bevölkerung stark

Drei Viertel wähnen Österreich auf dem falschen Weg

Mittwoch, 06. Mai 2026 | 11:21 Uhr

Von: apa

Die Österreicherinnen und Österreicher sehen großteils ihr Land auf dem falschen Weg. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes IPSOS hervor, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Demnach gaben 74 Prozent der 800 im April repräsentativ Befragten über 18 an, dass sie eine falsche Entwicklung sehen, nur 26 Prozent werten den Weg positiv. Noch schlechter wird die wirtschaftliche Lage bewertet: 85 Prozent sehen die Situation “sehr schlecht” oder “eher schlecht”.

IPSOS will in regelmäßigen Abständen im Rahmen der Umfrage “What Worries The World” einen repräsentativen Bevölkerungsquerschnitt in Österreich und 30 weiteren Staaten zu ihren drei drängendsten Sorgen befragen. Dabei kristallisierte sich heraus, dass die Zuwanderung am meisten Kopfzerbrechen bereitet (36 Prozent Nennungen), gefolgt von der Inflation (33 Prozent) und dem Gesundheitswesen (30 Prozent). Danach kommt das Thema Kriminalität und Gewalt (28 Prozent), mit 21 Prozent landete die Angst vor Armut und sozialer Ungleichheit auf Platz fünf der größten Sorgen.

Korruption und Konflikte mit dem größten Zuwachs

Den größten Zuwachs bekamen in den vergangenen Monaten die Themen finanzielle und politische Korruption (19 Prozent) sowie militärische Konflikte zwischen Staaten (16 Prozent) mit jeweils einem Plus von fünf Prozentpunkten. Angesichts des Umfragezeitraums April 2026 erscheint das jetzt nicht so überraschend – Stichworte Korruptionsprozess gegen Ex-ÖVP-Klubobmann August Wöginger und Iran-Konflikt. Das Thema Steuern (16 Prozent, drei Prozentpunkte plus) beschäftigt die heimische Bevölkerung ebenfalls zusehends. Hingegen spielt der Klimawandel im Sorgenkonstrukt der Österreicherinnen und Österreicher mit 14 Prozent nur mehr eine eher untergeordnete Rolle, ist aber immerhin in die Top Ten der größten Sorgen zurückgekehrt.

Vor allem Männer haben vor der Zuwanderung am meisten Angst – der Anteil liegt hier bei 41 Prozent. Auch bei der Bevölkerung ab 30 spielt diese Sorge eine größere Rolle, vor allem eine unkontrollierte Zuwanderung und damit verbundene Herausforderungen für Gesellschaft und Sozialsystem. Im internationalen Vergleich sticht Österreich hier durchaus hervor: Nur in Großbritannien sorgen sich mit 41 Prozent noch mehr um die Zuwanderung als hierzulande. Extremismus sehen die Österreicherinnen und Österreicher hingegen kaum als Problem, nur 13 Prozent gaben dies an, allerdings nahm die Sorge davor im Vergleich zur Vorerhebung zu.

Internationaler Vergleich

Im internationalen Vergleich liegt Österreich bei einzelnen Themen unterschiedlich. Bei der Sorge vor Kriminalität und Gewalt liegt Österreich sogar unter dem Schnitt aller Länder: 31 Prozent bereitet das Thema laut IPSOS quer durch alle Länder Sorge. Die Angst vor militärischen Konflikten ist kaum überraschend in allen teilnehmenden Staaten stark gestiegen, um sieben Prozentpunkte gegenüber der Vorumfrage. Am größten ist die Sorge vor Konflikten in den Krieg führenden USA mit 27 Prozent.

Um das Gesundheitswesen sorgen sich in Österreich vor allem ältere Menschen (46 Prozent bei Menschen über 65). Hauptthemen sind dabei lange Wartezeiten bei Arztterminen und die Überlastung des Gesundheitssystems. Auffallend war dabei das Hervorstechen der niederösterreichischen Bevölkerung (42 Prozent). Auch Nichterwerbstätige (38 Prozent) sorgen sich überdurchschnittlich um das Gesundheitswesen. Abgefallen sind diesmal der moralische Verfall der Gesellschaft, der nur mehr auf dem 13. Platz der Top-Sorgen rangiert, und die Furcht vor Arbeitslosigkeit (mit 13 Prozent auf Platz zwölf). Die Vorumfrage in Österreich fand im November 2025 statt.

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