STF fragt nach

Einwanderer: “Wie geht es jetzt weiter?”

Dienstag, 05. Februar 2019 | 11:30 Uhr

Bozen – Wer darf bleiben? Wer muss gehen? Und wo hin soll er gehen? Das neue Sicherheitsdekret der italienischen Regierung hat auch für Südtirol weitreichende Folgen. Das schreibt die Bewegung Süd-Tiroler Freiheit in einer Aussendung. “So sollen künftig nur mehr jene Migranten bleiben dürfen, die als Flüchtlinge anerkannt sind. Alle anderen sollen in ein Abschiebezentrum kommen. So der Plan. Doch viele Fragen sind offen.” Die Süd-Tiroler Freiheit hat nun eine Anfrage im Landtag eingereicht. Aufklärung tut not!

“Die Eckpunkte der neuen Regelung: Die Aufenthaltsgenehmigung aus humanitären Gründen wird abgeschafft. Das SPRAR-Programm soll eingeschränkt werden und nur noch anerkannte Flüchtlinge und unbegleitete Jugendliche sollen Zugang zu den Einrichtungen haben. Migranten, die wieder in ihre Herkunftsländer zurückgeschickt werden, sollen bis zur Abschiebung in sogenannten CPR-Zentren leben („Centro di Permanenza per il Rimpatrio“).” Grundsätzlich begrüßt die Süd-Tiroler Freiheit die Einschränkung des SPRAR-Programmes: „Es war von je her unsere Forderung, auch im Landtag, dass nur Personen mit gültigem Asylstatus ein Aufenthaltsrecht in Südtirol erhalten“, betont der Landtagsabgeordnete Sven Knoll. Nun gelte es das neue Gesetz auch entsprechend umzusetzen.

Doch mit der konkreten Umsetzung seien auch einige drängende Fragen verbunden. Die Süd-Tiroler Freiheit will von der Landesregierung deshalb wissen, ob und wo ein CPR-Zentrum im Land geplant ist, wie viele Migranten in Südtirol aufgrund des neuen Gesetzes ihre Aufenthaltsgenehmigung aus humanitären Gründen verlieren werden, wie viele Migranten in Südtirols SPRAR-Einrichtungen anerkannte Flüchtlinge sind und wie es mit den SPRAR-Einrichtungen generell weiter geht.

Von: luk

Bezirk: Bozen

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1 Kommentar auf "Einwanderer: “Wie geht es jetzt weiter?”"


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ivo815
ivo815
Kinig
18 Tage 9 h

Mit einem Konzentrieren von Menschen in eine “Struktur” werden mehr Probleme kreiert als gelöst. Abgesehen davon, dass dies zum einen gegen Menschenrechte verstößt, werden Erinnerungen an dunkelste Zeiten wach. Damit scheint die faschistoide Lega-Regierung offensichtlich kein Problem zu haben. Weiter liegt die Problematik von der Abschiebung von Migranten darin, dass es mit vielen Herkunftsländern noch keine Rückführungsabkommen gibt, weshalb man Geflüchtete aus jenen Ländern nicht einfach dorthin abschieben kann. Es liegt an den Politikern, Abhilfe zu schaffen.

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