Verkauf von 8,07 Prozent der Alperia-Aktien an die Selfin

Energiepolitik: Gemeinden am Ruder

Donnerstag, 06. Dezember 2018 | 15:30 Uhr

Bozen – “Wir werden wohl künftig nicht mehr von der Landesenergiegesellschaft Alperia, sondern von der Gemeindenenergiegesellschaft sprechen”, brachte Landeshauptmann Arno Kompatscher die Bedeutung der Vertragsunterzeichnung auf den Punkt, die heute Mittag (6. Dezember) im Landhaus 1 in Bozen vorgenommen wurde. Landeshauptmann Kompatscher und Selfin-Präsident Sebastian Helfer unterzeichneten den Kaufvertrag, mit dem das Land 8,07 Prozent der Alperia-Aktien um 78,6 Millionen Euro an die Energiegesellschaft Selfin abtritt. Südtirols Gemeinden halten nach der heutigen Unterzeichnung des Kaufvertrags mit dem Land die Mehrheit der Alperia-Aktien.

Landeshauptmann Kompatscher sprach von einem “politisch wichtigen Moment”. Mit der heutigen Unterschrift sei der letzte Akt zur Umsetzung der energiepolitischen Strategie der Landesregierung gesetzt worden, die auf eine stärkere Einbeziehung der Gemeinden und mehr Effizienz abziele.

Als “sehr gutes Ergebnis langer Verhandlungen” bezeichnete Selfin-Präsident Helfer den Vertragsabschluss, der die Effizienz steigere und die Rolle der Gemeinden in der Energiepolitik stärke. “Einziger Wermutstropfen ist, dass nicht alle 116, sondern nur 114 Gemeinden mit im Boot sind”, bedauerte der Ratschingser Bürgermeister.

Als “guten Abschluss der langen Geschichte der ‘Stromrückholung'” bezeichnete hingegen Gemeindenverbandspräsident Andreas Schatzer die Übernahme der Aktien durch die Gemeinden.

Die Landesregierung hatte den Verkauf von 60.528.190 Aktien der öffentlichen Energiegesellschaft Alperia AG an die Selfin GmbH um einen Gegenwert von rund 78,6 Millionen Euro Mitte Oktober beschlossen. Bislang war das Land im Besitz von 54,45 Prozent der Alperia-Aktien, nunmehr sind es mit 46,38 Prozent weniger als die Hälfte der Aktien. Selfin, sprich die 112 Südtiroler Gemeinden, hielt Aktien von Alperia im Ausmaß von 3,55 Prozent. Weitere Aktionäre von Alperia sind die Gemeinde Bozen (21 Prozent) und die Gemeinde Meran (21 Prozent).

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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15 Kommentare auf "Energiepolitik: Gemeinden am Ruder"


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fritzol
fritzol
Superredner
11 Tage 21 h

da sitzten die drei besten am tisch. denken an das wohl der bevölkerung südtirols. das ist ironisch gemeint.
bin gespannt auf die kommentare und minus drücker 😀😀😀

Blitz
Blitz
Universalgelehrter
11 Tage 19 h

@ fritzol nix minis, du hosch vollkommen Recht !

Ocha
Ocha
Neuling
11 Tage 20 h

Liebe Landes- und Gemeindenchefs; den Bürger draußen interessiert diese Aktienschieberei und Packelei nicht; der Bürger will günstigen Strom und danach sieht’s nicht aus.

denkbar
denkbar
Kinig
11 Tage 5 h

Ocha . Ja, günstigen Strom. Was mich an der Stromrechnung ganz besonders ärgert, ist die Tatsache, dass wir für Verwaltungsgebühren und Steuern monatlich mehr zahlen als für Strom. Da läuft auch etwas falsch, wenn dem so ist. Offensichtlich gibt es im Verwaltungsbereich Sparmaßnahmen zu treffen. So könnte die Stromrechnung per email, statt per Post zugetellt werden und da gibt es noch viele andere Möglichkeiten Kosten zu sparen.

krakatau
krakatau
Universalgelehrter
11 Tage 20 h

Dieses Jahr ist der Strompreis bereits um 20 % gestiegen

elmar
elmar
Superredner
11 Tage 20 h

Jahrelang haben sie uns Erzählt wie Wichtig es ist das der Strom in Südtiroler Hand sein muss ….und was ist Passiert als es endlich so weit war ? nicht etwa der versprochene Gratis Strom oder Sichere Preise Nein so wie ( z.b. Gas) wurde oh Wunder es der Teuerste Strom in ganz Italien genauso wie beim Gas und lapidare Erklärungen u. Ausreden haben Sie immer sofort parat !!!

Loam
Loam
Grünschnabel
11 Tage 17 h

Das “Heimholen” des Stroms war deshalb wichtig, weil man sich so für ein paar “Auserwählte” gutbezahlte Jobs sichern konnte.

falschauer
falschauer
Superredner
11 Tage 14 h

kompliment kein einziges dislike, an deiner aussage ist offensichtlich etwas dran…du hast vollkommen recht denn ganz nüchtern betrachtet gehören die öffentlichen einrichtungen und dazu gehört auch die stromerzeugung dem lande und somit den südtirolern, deswegen wäre es recht und billig, dass sie von dem allen etwas abbekommen sollten und zwar in form eines begünstigten strompreises, was ihnen auch zugesagt worden ist, jedoch bis leider nicht eingehalten wurde…..es wäre also an der zeit dieses versprechen einzulösen

Blitz
Blitz
Universalgelehrter
11 Tage 19 h

Jo , dr LH grinst, ins isch ober net zum lochn, ba dei unverschamtn Stromkostn !

iuhui
iuhui
Universalgelehrter
11 Tage 19 h

ja OK, Aktien hin, Anteile her und jemand hat sicher wieder die Brieftasche dicker. Aber für uns Bürger, was bedeutet dieser “historische” Moment für uns Bürger?

Blaba
Blaba
Tratscher
11 Tage 17 h

Bitte, bitte, liebe Gemeindenverantwortlichen, da ihr es jetzt in der Hand habt- setzt Euch für Gratis-Strom für die Bevölkerung ein, für viele wäre das eine finanzielle Erleichterung…Südtirol ist für gar manch einen nicht das Wohlstandsland für das es gemeinhin gehalten wird…
In der Bibel steht: “bittet und Euch wird gegeben” – darum versuch ich es mal auf diesem Wege, in der Hoffnung Gehör zu finden

Dagobert
Dagobert
Universalgelehrter
11 Tage 15 h

Gratisstrom verlangt man gar nicht, mir würde ein fairer Preis auch schon reichen!

ikke
ikke
Tratscher
11 Tage 14 h

Ich muß dich leider enttäuschen! Sowas hat bei Politikern noch nie gehör gefunden!

Mikeman
Mikeman
Kinig
11 Tage 17 h

@ iuhui
Was bedeutet der historische Moment ??
Da braucht es wohl sehr wenig Fantasie um dies zu knacken 😁
Der bedeutet dass die Kunden diesmal  bis zur Ohmacht ausgesackelt werden 😜

Felix von Wohlgemuth
11 Tage 14 h

Ob es das Ziel war, die Gemeinden zu beteiligen, oder doch eher jenes, die Beteiligung der Aut. Provinz auf unter 50% zu drücken, lassen wir mal offen 😉
(Die nächste Konzessionsvergabe kommt ja bestimmt)

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