Treffen mit Landesrätin Waltraud Deeg

Familienorganisationen und Elterninitiativen fordern konkrete Veränderungen

Mittwoch, 16. Oktober 2019 | 11:18 Uhr

Bozen – Berufstätige Eltern sind nach wie vor in Schwierigkeiten! In einem Treffen mit Landerätin Deeg wurde eingehend über die Probleme, die berufstägige Eltern tagtäglich belasten, gesprochen. Wenn Südtiroler Arbeitgeber künftig nicht auf die Fachkräfte mit Kindern verzichten wollen, dann müsse über einen Ausbau der Bildungs- und Betreuungsangebote nachgedacht werden. In anderen EU-Staaten gehe das, erklärt Christa Ladurner vom Forum Prävention.

Familien seien bei jedem Kind und jeder Bildungsstufe mit neuen Rahmenbedingungen konfrontiert. Ständig gelte es, die Arbeitszeiten der Eltern anzupassen, immer mehr (vor allem) Mütter würden an der Vereinbarkeit scheitern, viele würden ihre Berufstätigkeit aufgeben. „Doch anstatt endlich an zukunftsweisenden Konzepten zu arbeiten, wird an den einzelnen Bildungsstufen herumjustiert, ohne die gesellschaftlichen Auswirkungen bis ins Detail mitzudenken“, sagt Sylvia Lehnig von W-net. Es zeichne sich sogar eine Negativspirale ab: die deutschsprachigen Kindergärten und Schulen reduzieren schleichend die Öffnungszeiten. Die Eltern würden oft kurzfristig vor vollendete Tatsachen gestellt.

„Es braucht eine gemeinsame verbindliche Auseinandersetzung zwischen Familien und Betreuungs- und Bildungsbereich über Flexibilität und Planbarkeit und keine einseitigen Beschlüsse mehr, die große Auswirkungen auf die finanzielle und organisatorische Realität der Familien und die Arbeitswelt in Südtirol haben können“, so Elisbeth Vallazza.

Es sei Zeit, kindgerechte Lösungen zu finden, die gleichzeitig eine Planungskontinuität und Sicherheit für Eltern sowohl bezogen auf Zeiten, als auch in finanzieller Hinsicht garantieren. Zudem würde eine Planung auf Bezirksebene unterschiedliche Modelle ermöglichen, frühere Eintritte und Verlängerungen in Kindergärten oder Ganztagesschulen könnten so in bestimmten Einzugsgebieten garantiert werden.

Die Allianz für Familie fordert darüber hinaus neue Ansätze für Bildungs- und Betreuungsangebote, in denen Mensa sowie Angebote aus dem Bereich Sport, dem Vereinswesen, der Musik und der Jugendarbeit direkt gekoppelt an die Bildungsarbeit sind. „Modelle, die der heutigen flexiblen Arbeitsrealität entgegenkommen, Modelle, die immer Mutter und Vater mit berücksichtigen, denn langfristig wird nur der Weg über die gesamte Familie zukunftsträchtig sein können.“

Es müsse gemeinsam an mutigen und weitreichenden Konzepten gearbeitet werden, so das Fazit des Treffens, um mit der Unterstützung der Eltern gegen ‘brain drain’, gegen Arbeitsausfall von Familienmitgliedern, gegen Altersarmut, gegen Überalterung der Gesellschaft, und gegen gesundheitliche Folgeerscheinungen wegen Überlastungen in den Familien erfolgreich anzugehen.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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2 Kommentare auf "Familienorganisationen und Elterninitiativen fordern konkrete Veränderungen"


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Spitzpassauf
Spitzpassauf
Superredner
27 Tage 7 h

Warum lässt man die Mütter nicht zuhause bei den Kindern,und unterstützt sie finanziell? Man hat doch sonst für alles und jeden Geld.

Rosenrot
Rosenrot
Tratscher
26 Tage 13 h

Die schleichende Reduzierung der Öffnungszeiten in den Kindergärten haben wir wohl Frau Deeg zu verdanken. Frau Deeg hat meiner Meinung nach in dieser Gruppe nichts zu suchen, sie hat die Probleme der Familien von heute nicht verstanden.

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