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Flächenbrand mit unklarem Ziel

Dienstag, 03. März 2026 | 01:18 Uhr

Von: mk

Bozen – Vom 2. bis 8. März 2026 findet die zweite Friedenswoche in der Diözese Bozen-Brixen statt – und doch steht die Welt in Flammen: Im Konflikt mit dem Iran schließt die US-Administration den Einsatz von Bodentruppen nicht aus. Warum sich Präsident Donald Trump auf einen Militärschlag eingelassen hat, bleibt unterdessen unklar.

Dass der Iran in naher Zukunft in den Besitz einer Atombombe gelangen könnte, hielten Geheimdienste für unwahrscheinlich. Gleichzeitig hatte das iranische Regime im Zuge der Verhandlungen weitreichende Zugeständnisse gemacht. Nun droht ein Flächenbrand in der Region, Kritiker werfen den USA eine fehlende Exit-Strategie vor.

Schielt Donald Trump nur aufs Öl oder auf den Friedensnobelpreis? Zwar ließ der gebündelte Angriff der USA und Israels die Hoffnung der Zivilbevölkerung wieder aufleben, deren Protest das Mullah-Regime zuvor brutal niedergeschlagen hatte. Doch kurz darauf meinte US-Minister Pete Hegseth, die Demokratie im Iran sei kein Kriegsziel der Amerikaner.

Innenpolitisch bleiben Trumps Umfragewerte kurz vor den Midterms tief, eine Ablenkung vom Epstein-Skandal oder von den Toten bei den ICE-Einsätzen in Minnesota scheint nur bedingt geglückt. Im Gegenteil: Trumps MAGA-Anhänger werfen ihrem Idol vor, die Interessen Israels statt die eigenen zu vertreten.

Für die Ukraine kommt der Angriff ebenfalls ungelegen: Die kremlnahe Zeitung “Iswestija” prognostiziert unter Berufung auf Branchenexperten einen Anstieg der Haushaltseinnahmen durch einen höheren Öl- und Gasexport. Damit wird weiter Geld in die russische Kriegskasse gespült.

Politisch bedeutet der Angriff für Despot Wladimir Putin dennoch eine Niederlage. Ähnlich wie im Fall von Armenien, Syrien, Kuba und Venezuela ist Russland nicht in der Lage seine Verbündeten zu unterstützen, und verliert damit weiter an Bedeutung auf internationaler Bühne. Pro-Putin-Philosoph Alexander Dugin sieht Russland bereits als Ziel. „In der Tat handelt es sich hierbei auch um einen Krieg gegen uns – das gilt es zu begreifen. Wir sind als Nächste an der Reihe“, erklärte er in einem Interview.

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