Flotte mit Hilfsgütern nach Gaza unterwegs

Gaza-Hilfsflotte vor Kreta gestoppt

Freitag, 01. Mai 2026 | 13:01 Uhr

Von: apa

Rund 200 Aktivisten des internationalen Gaza-Hilfsflottillen-Projekts sind von israelischen Streitkräften vor Kreta gestoppt worden. Danach wurden die Teilnehmer der “Global Sumud Flotilla” unter Begleitung der griechischen Küstenwache in mehreren Bussen in die Stadt Ierapetra gebracht. Nach Angaben lokaler Medien gilt Heraklion, die Hauptstadt der griechischen Mittelmeerinsel, als weiterer Zielort. Nach Angaben Israels sollen zwei Aktivisten nach Israel überstellt werden.

Dem israelischen Außenministerium zufolge stehen sie im Verdacht, Verbindungen zu extremistischen Organisationen zu unterhalten beziehungsweise an illegalen Aktivitäten beteiligt gewesen zu sein. Beide sollen dort weiter verhört werden.

Gaza unter Blockade

Hilfsflottillen in Richtung Gaza sind seit Jahren ein wiederkehrendes Mittel internationaler Aktivistengruppen, um auf die humanitäre Lage in dem Küstengebiet aufmerksam zu machen. Gaza steht seit Langem unter einer Blockade, die Israel mit Sicherheitsinteressen begründet.

Ein besonders einschneidendes Ereignis war die Flottille von 2010, die nach einer gewaltsamen Konfrontation mit israelischen Streitkräften weltweit für politische Spannungen sorgte. Seither werden ähnliche Initiativen regelmäßig gestoppt, häufig bereits in internationalen Gewässern.

Der aktuelle Vorfall wirft erneut Fragen zum Völkerrecht und zur Rechtmäßigkeit von Eingriffen auf hoher See auf. Während Israel die Maßnahmen als Teil der Durchsetzung der Seeblockade verteidigt, kritisieren andere Akteure diese Praxis als Verstoß gegen internationales Recht und als Behinderung humanitärer Hilfe. Angesichts der Beteiligung Griechenlands als Ankunftsland wird erwartet, dass der Fall auch diplomatische Reaktionen nach sich ziehen wird.

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