Denktage 1918|2018

„Gemeinsam erinnern, gemeinsam an die Zukunft denken“

Freitag, 02. November 2018 | 20:39 Uhr

Innsbruck – Vor 100 Jahren wurde das Ende des Ersten Weltkriegs von den Siegermächten ausgerufen. Das Land Tirol richtet daher gemeinsam mit Südtirol und dem Trentino vom 2. bis 4. November 2018 unterschiedliche Veranstaltungen unter dem Motto „Denktage 1918|2018 – Konflikt-Erfahrung-Chance“ aus, die den Blick auf die gemeinsame Geschichte und aktuelle Herausforderungen richten sollen.

Den Auftakt macht eine Erinnerungsfeier am Freitagabend, dem 2. November, zum 100-jährigen Ende des Ersten Weltkrieges und der Ausrufung der Ersten Republik Österreich. Für den 3. November ist ein Zukunftskongress geplant. Anschließend werden am 4. November in vielen Tiroler Gemeinden Vernetzungstreffen stattfinden.

Intention der Denktage ist es, an die Gräuel der Kriegsjahre und an das Ende des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren zu erinnern. Vorträge und Diskussionsrunden sollen zum Nachdenken anregen – über Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges. Die Denktage werden ganz bewusst von den Euregioländern Tirol, Südtirol und Trentino gemeinsam ausgerichtet, und zwar als starkes Zeichen dafür, dass die Länder zusammenarbeiten und immer mehr zusammenwachsen. „Wenn wir gemeinsam erinnern und gemeinsam an die Zukunft denken, dann müssen wir uns auch die Verantwortung ins Bewusstsein rufen, die wir für die Entwicklung unseres Landes tragen. Wir müssen uns bewusst sein, wo die Ursachen des Weltkrieges lagen: im Nationalismus, in einem völligen Versagen der politischen Führungen und in der Fehleinschätzung, dass mit Krieg Probleme gelöst werden können, die Politik und Diplomatie nicht lösen können. Alles, was wir tun, aber auch das, was wir unterlassen, muss daher den Frieden im Blick haben. Wir dürfen heute im Herzen Europas seit Jahrzehnten in Frieden leben. Dies ist nicht zuletzt ein Verdienst der europäischen Einigung, der Europäischen Union“, betonte LH Günther Platter in seiner Eröffnungsrede.

Weltoffenheit und Optimismus sowie die Bereitschaft und der Mut, die Zukunft aktiv zu gestalten, sind Eigenschaften, die sich die Europaregion auf die Fahnen geheftet hat, um die Herausforderungen der kommenden Jahre – von der Zunahme des Verkehrs über den Klimawandel bis hin zur Migration und ihren Folgen – bewältigen zu können.  „Am Bekenntnis zu Europa und an der Einsicht, dass wir gemeinsam mehr erreichen können, wird nicht gerüttelt werden“, ist LH Platter überzeugt.

Denktage

Die DENKTAGE 1918|2018 beginnen am 2. November 2018 mit einem Gedenkakt am Rennweg und einer Erinnerungsfeier im Congress Innsbruck.  Die Veranstaltungen sind öffentlich und Interessierte sind herzlich eingeladen, daran teilzunehmen. Am 3. November 2018 folgt ein Zukunftskongress, der ganz im Zeichen aktueller und künftiger Herausforderungen für die Gemeinden steht. Dazu finden Diskussionsrunden statt, in denen die TeilnehmerInnen ihre Erfahrungen austauschen und Perspektiven entwickeln können.  Darüber hinaus stehen Impulsreferate von Michael Gehler (Universität Hildesheim) und Alexandra Föderl-Schmid (Süddeutsche Zeitung) auf dem Programm.

Gemeinden der Europaregion präsentieren im Rahmen des Zukunftskongresses Good-Practice Projekte zu sechs ausgewählten zukunftsweisenden Themen. Diese können ab sofort über die Website eingereicht werden. „Wir sind uns sicher, dass im Rahmen dieses Programmpunkts zahlreiche Beispiele seitens der Gemeinden sichtbar gemacht werden, die aufzeigen, wie lokale Herausforderungen bewältigt werden können“, sagt LH Platter. Folgende sechs Herausforderungen sollen thematisiert werden: Tradition UND Öffnung der Gesellschaft; Eigenwohl UND Gemeinwohl; Selbständigkeit UND Kooperation, Entwicklung UND begrenzte natürliche Ressourcen; Globale Vernetzung UND analoge Begegnung; Bewegungsfreiheit UND Verkehrsbelastung.

Der 4. November soll von den Gemeinden für örtliche Vernetzungstreffen genutzt werden – zum gegenseitigen Austausch von Lösungsansätzen für aktuelle Herausforderungen.

Von: ka

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