Über Tarifverhandlungen gesprochen

Gewerkschaften im Landtag angehört

Mittwoch, 10. April 2019 | 19:59 Uhr

Bozen – Auf Wunsch der Gewerkschaften kam es heute im Landtag zu einer Aussprache mit den Fraktionsvorsitzenden und dem Landtagspräsidium, vor dem Hintergrund der Haushaltsdebatte, die für die nächsten Tage anberaumt ist. Daran nahmen Vertreter und Vertreterinnen von ASGB, CGIL-AGB, SGB-CISL, UIL-FPL und AGO-SAG teil, welche den Abgeordneten ihre Forderungen erläuterten. Der bereichsübergreifende Kollektivvertrag sei längst verfallen, manche Bereichsverträge schon seit fast 20 Jahren, und man werde seit Monaten über die Aufnahme von Verhandlungen vertröstet. Der Kaufkraftverlust der letzten Jahre betrage zehn Prozent, daher sei zunächst dies wettzumachen, bevor man zwischen Berufsbildern differenziere. Es sei auch über die einzelnen Bereichsverträge zu verhandeln, deshalb sei man in Sorge, ob die Landesregierung das nötige Geld für all das bereitstellen werde. Die Gewerkschaftsvertreter machten auch deutlich, dass sie die Bekanntgabe der maximalen Summe forderten, damit man wisse, worüber man verhandeln könne. Eine Agentur für die Tarifverhandlungen bringe nur etwas, wenn sie unabhängig und mit genügend Kompetenzen ausgestattet sei. Es brauche auch eine Gesamtübersicht über die Zukunft des öffentlichen Sektors, die anstehenden Pensionierungen und den Personalbedarf.

Die Fraktionsvertreter wiesen darauf hin, dass der Ansprechpartner für die Forderungen eigentlich die Landesregierung sei, man könne sie aber auch im Landtag unterstützen. Die Vertreter der Opposition stellten sich hinter die Forderungen und baten um eine Übersicht bzw. eine gemeinsame Plattform. Sie wiesen auch darauf hin, dass es nicht nur um Löhne gehe, sondern um ein Gesamtpaket, damit die Arbeitsplätze beim Land attraktiv bleiben.

Vertreter der Mehrheit betonten den Willen, Verhandlungen aufzunehmen, mit dem Ziel einer Lohnerhöhung. Diese Woche werde aber nur eine technische Anpassung vorgenommen, 100 Mio. für alle Kapitel – die Summe, die wirklich für die Verhandlungen zur Verfügung stehe, werde mit dem Nachtragshaushalt im Juli geschrieben. Die Agentur, die mit Fachleuten besetzt sein solle, diene auch der geforderten Kontinuität der Verhandlungen, damit diese nicht wegen einer politischen Übergangsphase unterbrochen würden.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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9 Kommentare auf "Gewerkschaften im Landtag angehört"


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der Rote Wichtel
9 Tage 5 h

Bringt endlich einen Bericht über die heutige Demo, zeigt Fotos von dem übervollen Magnago-Platz, zeigt den Frust der öffentlich Bediensteten!!!

Savonarola
Savonarola
Universalgelehrter
9 Tage 5 h

Gewerkschaften auf deren Wunsch angehört…äh hallo? Kleines Detail am Rande: draussen auf dem Platz standen über 3000 öffentlich Bedienstete, die am Protestmarsch teilgenommen haben und durch die Bozner Innenstadt marschiert sind. Das ist wohl keines Sterbenswörtchens wert oder wie?

Seidentatz
Seidentatz
Tratscher
9 Tage 3 h

Ja wie, wollt ihr die Demo mit über 3000 Teilnehmer einfach untet den Tisch kehren? Saubere Berichterstattung. Es lebe der freie Journalismus.

andr
andr
Superredner
8 Tage 19 h

die landesangestellten werden behandelt als bräuchte es die nicht aber in 10 Jahren reden wir weiter wie es ausschaut im straßendienst oder im Sozialbereich glauben die das man da noch junge Leute findet für diese Dumping Löhne!? 1300€ für Dienste am Bürger hahaha dann kann sich die Verwaltung selbst verwalten 👋👋

Blitz
Blitz
Universalgelehrter
8 Tage 16 h

@ Andr Der Leistung entsprechend verdienen die öffentlich Bediensdeten genug !

Savonarola
Savonarola
Universalgelehrter
8 Tage 7 h

@Blitz

das kannst du sicher konkret mit Beweisen belegen. Und dann schauen wir, was du konkret alles leistest.

Savonarola
Savonarola
Universalgelehrter
9 Tage 2 h

habt ihr die Gewerkschaften gehört?

Blitz
Blitz
Universalgelehrter
8 Tage 16 h

Letztens hot ins s’ Lond und Gemeinden , Fochkräfte aus dr Privatwortschoft obgeworbn, wenn sie dort zuwianig verdian,kennse gearn wieder in die Privatwirtschoft zruggkemmen ; miar sein um jede Fochkroft froah !

andr
andr
Superredner
8 Tage 13 h

dann kehre Mal mit 38 Dienstjahren als Elektriker zurück gscheide reden kann jeder! verstehen ist etwas anderes! und mit 1300 € komme ich kaum über die Runden ob ich es mir verdiene oder nicht und zudem kann man im öffentlichen Bereich die Welt zerreißen oder nicht verdienen tust du immer das gleiche

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