Haushaltsentwurf 2019: Gebhard spricht von „kurioser Familienpolitik“

„Gibt es beim vierten Kind den Traktor dazu?“

Freitag, 02. November 2018 | 16:46 Uhr

Rom – Als „kurios, abenteuerlich und bizarr“ bezeichnet die SVP-Fraktionssprecherin in der Abgeordnetenkammer, Renate Gebhard, die familienpolitische Richtung, die die italienische Regierung mit dem Haushaltsentwurf 2018 einschlägt.

Mit drei Tagen Verspätung und nach wochenlagen Unsicherheiten hat die Regierung von Giuseppe Conte am 31. Oktober einen ersten Entwurf des Haushaltsgesetzes 2019 an die Abgeordnetenkammer übermittelt. In einer ersten Stellungnahme greift die SVP-Fraktionssprecherin und Landesfrauenreferentin Renate Gebhard die familienpolitischen Maßnahmen auf.

„Gibt es beim vierten Kind den Traktor dazu?“

„Die Vorhaben der Regierung zur Förderung der Geburtenrate können zweifelsohne als abenteuerlich bezeichnet werden“, wundert sich die Südtiroler Abgeordnete über den Vorschlag jenen Familien, die in den nächsten drei Jahren ein drittes Kind erwarten, ein ländliches Grundstück aus dem Staatsgut für 20 Jahre leihweise zur Verfügung zu stellen. Dabei wird den Familien zudem für den Bau einer Wohnung in der Nähe des Grundstückes ein zinsfreies Darlehen bis zu 200.000 Euro in Aussicht gestellt. „Wie bitte sollen sich jene Eltern verhalten, die in der Stadt oder nicht in der Nähe der vom Staat zur Verfügung gestellten Grundstücke leben? Oder jene, die ihren Beruf weiterhin ausüben und nicht in der Landwirtschaft tätig werden wollen?“, stellt Gebhard die Frage in den Raum. „Das ist doch diskriminierend! Einmal abgesehen von der Frage, wie berufstätige Eltern von drei Kindern noch ein landwirtschaftliches Grundstück bearbeiten sollen, das ihnen noch dazu nicht gehört“, so die Parlamentarierin kopfschüttelnd. „Davon kann sich eine Familie keine Lebensmittel, Windeln, Medikamente, Kleidung und Schulmaterial kaufen“, betont Gebhard. „Und gibt es etwa bei einem vierten Kind den Traktor dazu?“

„Vereinbarkeit fördern ist zielführender“

Zweifelsohne werde ein solch kurioses Unterfangen nicht zu einer höheren Geburtenrate in Italien beitragen. „Die Regierung hätte gut daran getan, sich in Europa umzuschauen und sich von jenen Ländern inspirieren zu lassen, die dieser Herausforderung erfolgreich begegnen“, so Gebhard. Die Geburtenrate sei nämlich überall dort höher, wo in die Vereinbarkeit von Familie und Beruf investiert wird, und somit flexible Arbeitszeiten gefördert, neue Modelle wie Smart Working unterstützt und gute Kinderbetreuungsmodelle angeboten werden. „Daher wäre es viel wirksamer, den vorgesehenen Familienfonds von 100 Millionen Euro aufzustocken und Förderungsmodelle wie den Kinderbetreuungsbonus zu erweitern“, unterstreicht Gebhard.

„Abenteuerlicher Kurs der Regierung in der Familienpolitik“

„Mit dem Haushaltsentwurf 2019 schlägt die Regierung Conte einen wahrlich abenteuerlichen Kurs in der Familienpolitik ein“, fasst Renate Gebhard zusammen. „Es bleibt zu hoffen, dass im Rahmen der Arbeiten im Parlament noch eine Kurskorrektur möglich ist, damit Italien in der Familienpolitik nicht völlig an die Wand fährt“, meint die Südtiroler Parlamentarierin.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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36 Kommentare auf "„Gibt es beim vierten Kind den Traktor dazu?“"


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Savonarola
Savonarola
Universalgelehrter
14 Tage 1 h

haben “unsere”onoroveli immer nur zu Familienpolitik und Frauenthemen etwas zu sagen, oder kümmern sie sich auch um die Belange Südtirols?

Staenkerer
13 Tage 22 h

de meldet sich lei wenn se keitisiern konn! de SVP hot somt autonomie no nit hingekrieg das der beruf mutter und hausfrau onerkonnt werd! des war in den”ach so rwichn lobd” leicht drinn gwesn und hat vielen rwntnerinnen zu a poor cent mehr verholfn!
allso lady, auf, suach a lösung für insre mütter, über de berühmte autonomie geat dech olles, …. oder?

flakka
flakka
Grünschnabel
13 Tage 23 h

frau gebhard,
würde es besser finden, wenn sie sich für die anerkennung der rentenjahre für mütter in der privatwirtschaft einsetzen würden!!!!

sakrihittn
sakrihittn
Superredner
12 Tage 8 h

Die linken und vor allem die SVPD hatte Jahrzehnte lang Zeit die Familien besser zu fördern. Das aktuelle Kindergeld ecc. sind ein Witz gegenüber dem Ausland. Für so etwas hat der Staat und anscheinend auch das Land nicht viel übrig, lieber versenken sie Milliarden um Millionen Zuwanderer zu beglücken.

GermanWunderkind
14 Tage 1 h

Wieso muss alles so komploziert sein. Zahlt ein ordentliches Kindergeld oder wie wäre es mit einem Steuersatz abhängig von der Kinderzahl? Rente abhängig von Kinderanzahl usw… In Italien wird man bestraft wenn man Kinder hat und nicht gefördert.

sarnarle
sarnarle
Tratscher
14 Tage 18 Min

Isch wol a lässige Idee. Einmal wertet man ländliche Gebiete auf, schafft Arbeit, kurbelt die Gründung von Familien unserer Gesellschafft an, und gibt ihnen ein Zuhause. Zudem könnten sie noch Selbstversorger werden, was man auch unterstützen sollte. Was ist daran do falsch?

Leonor
Leonor
Superredner
13 Tage 22 h

sarnarle

Aber, was ist dann nach 20 Jahren? Sie müssen wieder gehen. Hausbau und Landwirtschaftliche Fläche Anbau? Alles futsch und Tschüss 👋 Für die Kinder, dort aufgewachsen sind, ist es eine Verlust ihre Heimat als Elternhaus!

iuhui
iuhui
Universalgelehrter
13 Tage 22 h

sind 8 Milliarden homo sapiens + X Milliarden Nutz und Haustiere für dich zu wenig? Meinst du die Welt könnte ruhig noch ein paar Milliarden Wesen brauchen??

Staenkerer
13 Tage 22 h

i woas jo nit wie viel im unteren italien brachland isch des aufzuwertn war, denn sicher isch nit überoll der letzte winkel bewohnt und der steilschte roan bewirtschaftet!
sollte es viel brachland, gebn isch des a idee de ballungscentren zu entlostn und ländlichen raum neu zu belebn!
i glab jo nit das es a zwong isch des unzunemmen ubd es deswegn von an drittn kind obholtet!

Nobodyisperfect
Nobodyisperfect
Grünschnabel
14 Tage 23 Min

Es ist schon lustig, auf welche Ideen unsere Politiker kemmen, ober leider isch dr IQ bei der Kaste äußerst niedrig.

flakka
flakka
Grünschnabel
13 Tage 11 h

sel kimp mir a vor. genau wia vor jahren mit 15 bzw. 20 johr innpension gien….logisch lei in öffentlichen stellen!!!!
so dumm kannt a privatunternehmer nia wirtschoftrn kennen. war schneller in konkurs, wia er schaugen kannt.
obr zohln jo a lei mir!!!!!!! sem geht ols

Blitz
Blitz
Universalgelehrter
14 Tage 16 Min

Kritisiern isch leicht; obr selbr eppes bewegn, sem fahltz woll gewoltig !

Protler
Protler
Grünschnabel
14 Tage 1 h

Mochs besser!!!!!

Mikeman
Mikeman
Universalgelehrter
14 Tage 1 h

Zusammefassen ist wohl alles was die guten bezahlten Volksvertreter auf die Bühne bringen,nur lächerlich solche voreingenommene Bemerkungen.

enkedu
enkedu
Kinig
13 Tage 23 h

du kannst ja dagegenstimmen. hilft zwar aus der hintersten zellerschen Bank wenig. aber wenn es dich beruhigt.

JonnyS
JonnyS
Grünschnabel
13 Tage 19 h

Na bittschien frau Gebhard, die Risultate der SVP Familienpolitik der letzten 20 Jahren sieht man ja bereits..und wenn sie schon von diskriminierung reden, ein KITA platz kostet der öffentlichen Hand zirka 1000 E im Monat, eine mutter welche ihr kind selbst erziehen möchte und somit nicht arbeiten kann und auch keine rente einbezahlt bekommt, erhält nur ein par läppische euros, wer wird denn nun diskriminiert?? 

wellen
wellen
Superredner
14 Tage 1 Min

Mah wenigstens fördern sie die Selbstversorgung der Familien, besiedeln die leeren Gebiete, die der Mafia gehörten…

iuhui
iuhui
Universalgelehrter
13 Tage 22 h

leere Gebiete bediedeln, ja das braucht die Welt!! Kopfschütteln…

Hausverstand
Hausverstand
Grünschnabel
14 Tage 1 Min

Die Welt ist ja bereits Überbevölkert und zubetoniert oder??

silas1100101
silas1100101
Superredner
13 Tage 22 h

Wenn das Geld für die Banken wären würde die EU sofort zustimmen!!

Joan
Joan
Grünschnabel
14 Tage 16 Min

So a schmorrn olls mitnondo …

Volt313
Volt313
Neuling
13 Tage 21 h

Ich bin immer wieder erstaunt über die Dummheit einiger Kommentare, wenn es um die “Arbeit“ unserer italienischen Regierung geht.

elvira
elvira
Superredner
13 Tage 20 h

stuiern oi, kindergeld ai und schwuppsdiwupps wern viele a drittes kind krign

nachgedacht
nachgedacht
Grünschnabel
13 Tage 20 h

a poor *neuankömmlinge* wern des angebot zu nützen wissen… ob der salvini sel will? 🤔😁

Leitwolf
Leitwolf
Grünschnabel
13 Tage 10 h

De Idee mitn Traktor kannet von den SVP Bauernvertreter stommen. Die Bäuerinnen hoben bei ins do a no viele Kinder. Und zohlen tians nocher dieMekchkühe Arbeitnehmer! Also net zu laut schreien sischt hearts die Hochgruberin!

michaelp
michaelp
Grünschnabel
13 Tage 10 h

Anstatt hier herumzujammern einfach für ein anständiges Kindergeld für ALLE (!!!) einsetzen.

knoflheiner
knoflheiner
Universalgelehrter
13 Tage 12 h

hauptsoch isch die politiker renten stimmen, olles ondere isch lei lars gerede

traktor
traktor
Universalgelehrter
13 Tage 20 h

nanana frau nachbar.
i will nicht verschenkt werden 🙂

arianne
arianne
Grünschnabel
13 Tage 11 h

Politiker sollte sich endlich mal einsetzen dass Kindererziehung und Hausfrau als arbeiten anerkennt wird. Man würde sich eine Unmenge an Geld für Kinderhort Tagesmütter usw. ersparen und die Kinder hätten mal wieder Eltern die sich darum kümmern

So ist das
So ist das
Superredner
13 Tage 11 h

Einfach allen mal zeigen, dass man es besser kann ohne Reden zu schwingen. Einfach mal in Südtirol anfangen oder sind da alle Familien gut versorgt?

Gagarella
Gagarella
Universalgelehrter
13 Tage 11 h

Ich finde es Geil, wem das Wahlvolk ihr vertrauen geschenkt hat.

genau
genau
Universalgelehrter
13 Tage 18 h

Das klingt ja wie die Idee von Mormonen😄😄

Stadtla
Stadtla
Grünschnabel
13 Tage 11 h

Option 2… mmmh

Mentar
Mentar
Grünschnabel
12 Tage 7 h

Wir brauchen keine höhere Geburtenrate in Italien oder irgendwo sonst. Jeder Mensch hinterlässt einen ökologischen Fußabdruck. Es gibt 30% Jugendarbeitslosigkeit. Die Digitalisierung wird zu einer drammatischen Effizienzsteigerung in der Produktion führen. Italien mit 40 Millionen Einwohnern würde lebenswerter sein – siehe Austrialien.

berthu
berthu
Superredner
13 Tage 8 h

In Südtirol gehören die meisten Staatsimmobilien und Gründe dem Land. Zum Teil hat sie diese auch bebaut, aber nicht für Südtiroler, meist für Heeresangehörige. Ob die auch mehrere Kinder haben?
Bei uns bekommt eine Kinderreiche Familie eher kaum eine angepaßte Wohnung. Lieber leer.

MickyMouse
MickyMouse
Universalgelehrter
12 Tage 11 h

Da waren wohl Dilettanten am Werk,Frau Gebhard hat vollkommen RECHT!👍

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